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Gehaltsverhandlung führen: Mit diesen Tipps holst du mehr Geld raus

Eine Gehaltsverhandlung mit dem Arbeitgeber kann sich schwierig gestalten. Wenn du ein paar Tipps beachtest, kannst du die Hemmschwelle überwinden und den Chef zu einer Gehaltsanpassung überreden.
 
Mit ein paar Tricks hast du die Chance, beim Chef eine Gehaltserhöhung durchzusetzen.
Mit ein paar Tricks hast du die Chance, beim Chef eine Gehaltserhöhung durchzusetzen. Foto: CC0 / Pixabay / micaelabustamantefg
  • Wann solltest du den Chef auf ein höheres Gehalt ansprechen?
  • Selbstbewusst oder bescheiden: Was führt zum Ziel?
  • Wie kannst du dich auf das Gespräch vorbeireiten?
  • Wie viel Gehalt kannst du verlangen?

Der Wunsch nach einem höheren Gehalt ist mit Hürden verbunden, die nicht so hoch sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Oft scheitert der Verhandlungserfolg an mangelndem Selbstbewusstsein oder einfach, weil dem Arbeitnehmer nicht klar ist, wie viel er eigentlich Wert ist. Welche Tipps du beachten solltest, um selbstbewusst an das wichtige Gespräch mit dem Chef heranzugehen und letztendlich erfolgreich zu sein, erfährst du in diesem Artikel. 

Gehaltsverhandlung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bevor du darüber nachdenkst, wie du deinen Chef am besten auf den Wunsch nach mehr Geld ansprichst, solltest du dir im Klaren über den richtigen Zeitpunkt sein - zu Jahresbeginn, in der Mitte des Jahres oder kurz vor Weihnachten? 

Während sich Unternehmen im November und Dezember mit Gehaltserhöhungen eher zurückhalten, steigen laut dem Beratungsunternehmen Korn Ferry Firmen am ehesten im Januar und im April auf mehr Gehalt ein. Laut einer Studie der Frankfurter Unternehmensberater erhöhen 29,5 Prozent der deutschen Unternehmen im Januar die Gehälter, 40,6 Prozent der Betriebe im April. Allerdings ist es ratsam, nicht gleich am 2. Januar mit der Tür ins Haus zu fallen, lieber bis Mitte oder Ende Januar warten.

Vergangenes Jahr haben sich viele Betriebe aufgrund der Corona-Krise mit mehr Gehalt zurückgehalten. Ende des Jahres hat Korn Ferry 600 Firmen in Deutschland befragt, ob sie 2021 Gehaltserhöhungen planen. Das Ergebnis: Nach dem ersten Pandemie-Jahr sind Unternehmen wieder etwas mutiger. 95 Prozent der Betriebe haben angegeben, in diesem Jahr das Grundgehalt von einfachen Angestellten und Junior-Experten nominal um 2,5 Prozent zu erhöhen. Immerhin eines von zehn Unternehmen will im laufenden Jahr auf Erhöhungen bei den Top-Führungskräften verzichten.

Sei dir im Klaren darüber, was du kannst!

Sobald du dich für den richtigen Zeitpunkt entschieden hast, solltest du wissen, mit welcher Strategie du deinen Chef davon überzeugst, dass dir ein höheres Gehalt zusteht. Auch wenn in den meisten Unternehmen nach etwa einem Jahr ein Feedback-Gespräch ansteht, empfehlen die Experten des Weiterstadter Beratungsunternehmen PLF Consult, das individuelle Gespräch zu suchen. Wichtig ist, dass du selbst weißt, was du Wert bist. Du leistest ja schließlich wertvolle Arbeit für den Betrieb.

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Du solltest dich gut auf das Gespräch vorbereiten. Schreibe im Vorfeld deine persönlichen Stärken auf und stelle dar, welchen Beitrag du für die Firma leistest. Überlege dir, warum genau du für das Unternehmen unverzichtbar bist. Sprichwörtlich stinkt ja Eigenlob, aber du kannst dich ruhig trauen, Erfolge aufzuzählen und persönliche Leistungen anzusprechen. Das zeigt auch dem Vorgesetzten, dass du selbstbewusst und gleichzeitig reflektiert bist. Besonders überzeugen kannst du mit erfolgreichen Projekten, überdurchschnittlichen Qualifikationen oder Sonderleistungen wie zum Beispiel Überstunden

Die richtige Wortwahl ist ebenfalls wichtig. Besonders wenn dich dein Chef nicht zum Gehaltsgespräch ruft, sondern die Initiative von dir ausgeht, kann diese entscheidend sein. Das Wort "Gehaltsanpassung" hat einen positiven Charakter, während eine "Gehaltserhöhung" immer eher negativ auf deinen Gesprächspartner wirken kann. 

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Die PLF-Berater empfehlen des Weiteren eine solide Vorbereitung. Recherchiere im Internet und erkundige dich, welche Bezahlung für deine Stelle angemessen und angebracht ist. Der Gehaltsatlas 2021 hilft dir dabei. Gib dein Wunschgehalt immer in Brutto an! Was bei dir am Ende des Monats netto rauskommt, interessiert den Arbeitgeber nicht wirklich, denn er denkt nur in Brutto.

In jeder Gehaltsverhandlung wird man dich "runterhandeln" wollen. Auf das Budget zu achten, ist der Job des Chefs. Daher ist es wichtig, deinen Marktwert zu kennen. Dieser hängt neben Branche, Beruf und Ausbildung von vielen weiteren Faktoren ab. Arbeitnehmer im selben Job und der gleichen Branche verdienen noch lange nicht dasselbe Gehalt. Berufseinsteiger verdienen weniger als Führungskräfte oder jene Personen, die schon länger für das Unternehmen tätig sind.

Ein weiterer Faktor ist die Ausbildung. Es kommt auf die Branche an, aber studierte Fachkräfte erhalten in der Regel jährlich bis zu 30.000 Euro mehr als Angestellte ohne Studium, aber mit einer vergleichbaren Ausbildung. Ebenso spielt der Standort eine wesentliche Rolle für das Gehalt. In Deutschland herrscht zum Beispiel ein sogenanntes "Nord-Süd-Gefälle". In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden nachweislich die höheren Gehälter gezahlt, in Sachsen und Thüringen die niedrigsten. Ein Online-Gehaltscheck kann dir helfen, eine genauere Einschätzung für deinen Marktwert zu bekommen.

 

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