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Gehaltscheck: Wie viel verdient ein Hausarzt eigentlich?

Hast du dir schon einmal Gedanken über den Verdienst deines Hausarztes gemacht? In diesem Artikel erfährst du, wie viel Ärzte und Ärztinnen eigentlich verdienen.
Was verdienen Hausärzte?
Wie viel verdienen Hausärzt*innen eigentlich? Symbolbild. Foto: semevent/pixabay
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  • Wer ermittelt die durchschnittlichen Einnahmen von Ärzten?
  • Wie viel verdient ein niedergelassener Arzt?
  • Wieviel verdient ein Zahnarzt?
  • Über welche Einnahmen kann sich ein Psychotherapeut freuen?
  • Gesetzlich- oder privatversichert: Mit welchen Patienten verdienen Ärzte mehr?
  • Verdienen Landärzte mehr als ihre Kollegen in der Stadt?

Ärzte haben oft den Ruf, reich zu sein. Doch ist das so? Wie viel dein Hausarzt, Zahnarzt oder auch Psychotherapeut wirklich verdient, ist kein Geheimnis. Das Statistische Bundesamt (Destatis) analysiert alle paar Jahre die Einkünfte von Ärzten - zuletzt 2019. Die Angaben beruhen auf den Ergebnissen der Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich, einer repräsentativen Stichprobenerhebung. In die Ergebnisse fließen nur Werte von Einzelpraxen und Praxisgemeinschaften ein. Fachübergreifende Gemeinschaften und so genannte Medizinische Versorgungszentren (MVZ) berücksichtigt Destatis nicht. Bei den Praxen von Zahnärzten und psychotherapeutischen Praxen sind alle Praxisformen berücksichtigt.

Verdienst von Ärzten: Wer verdient wie viel?

Die Einnahmen je Arztpraxis lagen laut Destatis 2019 durchschnittlich bei 602.000 Euro pro Jahr. Nach dem Abzug von 306.000 Euro Aufwendungen blieben immer noch 296.000 Euro. Die Reinerträge variieren deutlich von Fachgebiet zu Fachgebiet. So beträgt der durchschnittliche Reinertrag in allgemeinmedizinischen Praxen, also Hausärzten, beispielsweise 252.000 Euro. Wie viel verdienen Beamte? - Hier kannst du nachlesen.

Zahnärzte erwirtschafteten 2019 zwar durchschnittlich 721.000 Euro pro Jahr, hatten aber mit 470.000 auch höhere Aufwendungen. Sie mussten sich deshalb mit durchschnittlich 251.000 Euro zufriedengeben.

Am wenigsten Gewinn wirft die Psychotherapie ab. Therapeuten durften sich 2019 über durchschnittliche Einnahmen von 118.000 Euro pro Jahr freuen. Bei Aufwendungen in der Höhe von 33.000 Euro, blieb ihnen ein Reinertrag von durchschnittlich 85.000 Euro je Praxis.

So setzen sich die Einnahmen von Arztpraxen zusammen

Arztpraxen generieren ihre Einnahmen aus der Verrechnung mit den Krankenkassen und aus Privatabrechnungen.

Unter "sonstige ärztliche Tätigkeit" fallen zum Beispiel Dienste als Notarzt oder das Erstellen von Gutachten.

Die höchsten Einnahmen aus Privatabrechnungen haben Zahnärzte, wobei sich die Privat- und Kasseneinnahmen in etwa die Waage halten. Den im Verhältnis niedrigsten Verdienst aus privat bezahlten Rechnungen haben Psychotherapeuten.

Stadt oder Land: Wo verdienen Ärzte mehr?

Ob Ärzte auf dem Land oder in der Stadt mehr verdienen, lässt sich letztendlich schwer zusammenfassen. Das Zentralinsitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) geht aber davon aus, dass Landärzte im Schnitt einen Brutto-Jahresüberschuss von gut 16 Prozent verbuchen können.

Das Plus ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Der wesentliche Grund liegt laut ZI an der Größe der Praxen. Die Dichte an Ärzten auf dem Land ist geringer als die in der Stadt. Deshalb behandeln sie mehr Patienten. In Folge arbeiten Landärzte mehr Stunden pro Woche. Nicht zuletzt haben Ärzte, die sich in ländlichen Regionen niedergelassen haben, einen höheren Stundenverdienst als ihre städtischen Kollegen. Das ZI geht von einem Brutto-Überschuss von 12 Prozent aus.

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