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Kündigung

Fristgerechte Kündigung: Arbeitsverhältnis problemlos beenden

Lesen Sie hier, wie die Beendigung des Arbeitsverhältnisses problemlos abläuft, was Sie zum Arbeitslosengeld bei Kündigung wissen müssen und welche Kündigungsgründe es gibt.
 
Fristgerechte Kündigung
Sie haben eine fristgerechte Kündigung erhalten oder selbst gekündigt? Erfahren Sie hier, wie es jetzt weiter geht. Foto: pexels/Andrea Piacquadio

Vom Aushilfsjob bis zur Führungsposition: Wenn ein Arbeitsverhältnis beendet werden soll, muss im Regelfall eine fristgerechte Kündigung eingereicht werden. Wie diese aussehen muss und welche Schritte nach einer Kündigung unbedingt erfolgen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel. Außerdem beleuchten wir Kündigungsgründe und wann Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Kündigung haben.

Kündigung zum Monatsende? Diese Regeln gibt es

In den meisten Fällen wird die Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag festgelegt und gilt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Finden Sie dort keine Angaben für die fristgerechte Kündigung, so gilt die gesetzliche Regelung: Sie können 4 Wochen jeweils zum 15. eines Monats oder zum Monatsende kündigen oder gekündigt werden.

  • Entscheidend ist hierbei der Eingang der Kündigung beim Arbeitgeber beziehungsweise Arbeitnehmer. Wird das Schreiben nicht persönlich überreicht, sollten Sie es nach Möglichkeit im Beisein eines Zeugen in einen Umschlag stecken und in den Briefkasten werfen. Eine weitere Möglichkeit ist der Postversand als Einwurfeinschreiben. Hier dokumentiert der Postbote oder die Postbotin, dass der Brief beim Empfänger eingeworfen wurde. Am besten schreiben Arbeitnehmer die Bitte dazu, die Kündigung und das Datum des Beschäftigungsendes schriftlich zu bestätigen.

Kündigungsgründe und Sonderfälle

In Betrieben mit mehr als 10 Angestellten gilt das Kündigungsschutzgesetz. Wird einem Arbeitnehmer hier gekündigt, muss der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund angeben. Kündigungsgründe sind:

  • Fehlverhalten des Arbeitnehmers (Unpünktlichkeit, unerlaubte Nebentätigkeit, Beleidigung …), bei denen aber oftmals erste eine Abmahnung erfolgt.
  • Personenbedingte Gründe (Freiheitsstrafe, lange Krankheit, …)
  • Betriebliche Gründe (Umsatzrückgang, Konkurs, …)

Es gibt auch Sonderfälle. Einen besonderen Kündigungsschutz haben Personen mit einer Schwerbehinderung, in Elternzeit und Schwangere (sobald es dem Arbeitgeber mitgeteilt wurde). Auch Mitglieder des Betriebsrats und Azubis können nur schwer gekündigt werden.

Fristgerechte Kündigung und Arbeitslosengeld

Die fristgerechte Kündigung ist Teil des Berufslebens. Dennoch kann es ein ziemlicher Schock sein, wenn man unerwartet gekündigt wird. Bei Kündigung durch den Arbeitgeber haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn Sie innerhalb von 30 Monaten vor der Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt waren. In jedem Fall sollten Sie sich nach dem Erhalt einer Kündigung zeitnah bei der Arbeitsagentur melden. Hatten Sie von vorne herein einen befristeten Arbeitsvertrag, sollten Sie sich 3 Monate vor Vertragsende arbeitsuchend melden.

Kündigen Sie als Angestellter selbst, werden Sie nach Ende des Arbeitsverhältnisses erstmal für das Arbeitslosengeld gesperrt. Die Sperre beträgt maximal 12 Wochen.

Es gibt auch Möglichkeiten, die Sperrzeit trotz eigener Kündigung zu umgehen:

  • Die Kündigung erfolgt aus medizinischen Gründen. Dafür sollten Sie vor einer Kündigung mit einem Arzt sprechen und sich von diesem schriftlich den Rat geben lassen, Ihren derzeitigen Job zu verlassen.
  • Das Zusammenziehen mit einem Partner/einer Partnerin in einer anderen Stadt oder ein Umzug für die gemeinsame Kindererziehung.
  • Die Pflege eines nahen Familienmitglieds muss von Ihnen geleistet werden.

Die Meldung bei der Arbeitsagentur ist wichtig. Um sich aber bürokratischen Aufwand zu sparen, sollten Sie mit Erhalt der Kündigung selbst aktiv werden und nach einer neuen Stelle suchen. Im Fall, dass Sie selbst kündigen wollen, können Sie sich bereits vor dem Einreichen der fristgerechten Kündigung auf Jobsuche begeben. 

Viele regionale Jobangebote finden Sie auf jobs.infranken.de

Die ersten Schritte nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Nachdem Sie sich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend gemeldet haben, sollten Sie folgende Schritte beachten:

  1. Ein wohlwollendes Arbeitszeugnis verlangen. Sie haben Anspruch darauf und brauchen dieses auch für zukünftige Bewerbungen. Informationen über Krankheiten oder den Kündigungsgrund darf es aber nicht enthalten.
  2. Die verbleibenden Urlaubsansprüche klären. Ihr Urlaubsanspruch bleibt auch bei einer Kündigung anteilig entsprechend der gearbeiteten Monate im Kündigungsjahr bestehen. Wenn das Arbeitsverhältnis erst ab dem 1. Juli oder später endet, haben Sie Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, wenn Sie mindestens 6 Monate in dem Betrieb gearbeitet haben. Können Sie in den verbleibenden Wochen bis zum Ende Ihres Jobs den Urlaub aus betrieblichen Gründen nicht mehr nehmen, muss dieser ausbezahlt werden.
  3. Einen neuen Job finden. Um einen Verdienstausfall zu vermeiden, sollten Sie sich um eine neue Anstellung bemühen. Suchen Sie auf jobs.inFranken.de nach regionalen Stellenangeboten oder informieren Sie sich über Fortbildungsangebote. In unserem Ratgeber finden Sie hilfreiche Tipps und Informationen zu Ihrem beruflichen Neuanfang.

Wenn Sie diese Tipps beachten, ist eine fristgerechte Kündigung gar nicht so kompliziert. Auch wenn es erstmal wie ein Ende wirkt, ist ein Jobwechsel auch immer ein neuer Anfang mit tollen Chancen.