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Berufswelt

Digitalisierung im Beruf

Wie wird sich die Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt auswirken?
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Roboter Hand mit Roten Würfeln und dem Wort Zukunft
Foto: Fotolia

Der Begriff Digitalisierung ist aktuell in aller Munde. Dabei werden besonders die Veränderungen, die die Digitalisierung für Arbeit und Beschäftigung mit sich bringt,  heiß diskutiert. Viele Beschäftigte bangen um ihren Job und befürchten, durch Computer und Maschinen ersetzt zu werden.

Für Beschäftigte in Bürojobs wird die Arbeit an Laptops und anderen sogenannten „Mobile Devices“ immer wichtiger. Dadurch wird die Arbeit flexibler und ist nicht mehr an einen speziellen Ort gebunden. Außerdem gewinnt das lebenslange Lernen an Bedeutung. Die Halbwertszeit von Wissen nimmt deutlich ab, sodass jeder in der Arbeitswelt darauf angewiesen ist, sich laufend weiterzuentwickeln und neue Dinge zu lernen. Papier wird man in Büros immer seltener finden, die meisten Informationen werden nur noch digital verfügbar sein.

Einsatz von Robotern

Viele Prozesse und Tätigkeiten werden durch neue digitale Endgeräte unterstützt werden, sodass beispielsweise einem Arzt mittels Augmented Reality-Brille während einer Operation wichtige Informationen zum Patienten eingeblendet oder einem Mechaniker Hinweise und wichtige Schritte zur Reparatur eines Autos virtuell angezeigt werden.

Insgesamt wird die Geschwindigkeit in den Betrieben zunehmen. Die Arbeitnehmer werden immer mehr digitale Kommunikationskanäle nutzen  und die Bedeutung von Multitasking wird weiter steigen. Voraussichtlich wird immer mehr in flexibleren, interdisziplinären Teamstrukturen gearbeitet und Lösungen werden über die bestehenden Unternehmensbereiche hinweg gefunden werden.
Ein Bereich, in dem die Veränderungen der Digitalisierung besonders stark zu spüren sein werden, ist die Produktion. Mensch und Roboter werden zukünftig Hand in Hand arbeiten, wobei die Roboter besonders belastende und monotone Tätigkeiten übernehmen. Auch in vielen anderen Sektoren, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder im Werkzeugbau, können Roboter zum Einsatz kommen.

Routinetätigkeiten sind besonders gefährdet

Grundsätzlich ist der Digitalisierung der Arbeitswelt positiv entgegenzublicken. Die Sorge um so manch einen Arbeitsplatz ist jedoch nicht ganz unbegründet. Niemand kann heute schon genau voraussagen, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird. Prognosen gibt es jedoch einige. Das Risiko dafür, ob ein Job wegfallen könnte, hängt maßgeblich von der Branche und dem Standort ab. Laut einer OECD-Studie (Organisation for Economic Co-Operation and Development) sind nördliche OECD-Länder besser gewappnet für die digitalen Veränderungen.

Außerdem sind Arbeitsplätze von Geringqualifizierten mehr gefährdet. Besonders Jobs, die aus Routineaufgaben bestehen, sind leicht zu automatisieren. Soziale oder kreative Tätigkeiten können dagegen nur schwierig von Maschinen ersetzt werden. Fabrikarbeiter und Reinigungskräfte können demnach leichter ersetzt werden als zum Beispiel Manager oder Lehrer.

Die wirksamste Maßnahme gegen den Jobverlust ist in jedem Fall Bildung – besonders Fort- und Weiterbildung der Arbeitnehmer in gefährdeten Branchen. Dabei sollte man weit über den Tellerrand schauen und nicht nur Weiterbildungen in seinem bisherigen Fachgebiet machen. Die Aussichten sind gesamtwirtschaftlich betrachtet nicht so düster wie man meinen könnte. Es werden zwar Jobs wegfallen, aber in neuen Bereichen werden auch ganz neue Tätigkeitsfelder entstehen. Das Gesamtniveau der Beschäftigung wird sich somit voraussichtlich kaum verändern.

Veränderungen bringen die Gesellschaft weiter

Auch wenn die Digitalisierung aktuell wie die größte Veränderung aller Zeiten wirkt, so gab es in der Arbeitswelt schon immer große Veränderungen. Das zeigt auch das historische Beispiel des Wäschewaschens. So gab es in England und Wales im Jahr 1901 bei 32,5 Millionen Einwohnern 200.000 Beschäftigte, die hauptberuflich damit beschäftigt waren, Wäsche zu waschen.

Damals war dies noch eine sehr anstrengende und zeitintensive Arbeit. Im Jahr 2011 arbeiteten nur noch 35.000 Personen in diesem Bereich, hauptsächlich in Waschsalons und Großwäschereien, obwohl sich die Gesamtbevölkerung fast verdoppelt hat. Grund dafür ist, dass automatische Waschmaschinen entwickelt wurden, die weniger menschliche Arbeitskraft notwendig machten. Insgesamt stieg die Erwerbstätigkeit dennoch.

Solche Beispiele  zeigen, dass Veränderungen schon immer da waren und auch immer da sein werden. Die Digitalisierung ist sicher ein sehr großer Umbruch und stellt die Menschen nicht nur aus beruflicher Sicht vor große Herausforderungen. Veränderungen bringen eine Gesellschaft jedoch weiter und können die Lebensqualität steigern, wenn man sich nicht vollkommen vor ihnen verschließt.

Anna Traut

Unsere Partner


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