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Arbeitnehmer

Die heimlichen Codes in Arbeitszeugnissen und was sie wirklich bedeuten

Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf ein Arbeitszeugnis. Sobald es vorliegt, beginnt jedoch das Rätselraten: Die tatsächliche Note lässt sich aus dem Wortlaut meist nicht eindeutig erkennen. Wir klären auf, was die Geheimcodes in Arbeitszeugnissen bedeuten.
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Was bedeuten Formulierungen im Arbeitszeugnis? Welche Codes sind Lob und welche sind Alarmwörter im Urteil des Chefs? Wir klären auf, was dahinter steckt. Foto: Monique Wuestenhagen
Was bedeuten Formulierungen im Arbeitszeugnis? Welche Codes sind Lob und welche sind Alarmwörter im Urteil des Chefs? Wir klären auf, was dahinter steckt. Foto: Monique Wuestenhagen

Irreführende Formulierungen: Das bedeuten sie wirklich

In jedem Arbeitszeugnis*muss die Arbeitsbereitschaft, Arbeitsfähigkeit, Fachwissen, Arbeitsweise, Arbeitserfolg und gegebenenfalls die Führungsleistung sowie das Sozialverhalten wahrheitsgetreu bewertet werden. Der Unterschied zwischen einem guten oder schlechten Arbeitszeugnis ist jedoch oft nicht trennscharf. Eine vermeintlich positive Formulierung deutet häufig auf Misserfolge und Fehlverhalten hin. Wir verraten Ihnen was hinter den Floskeln steckt*.

  • "Sie erledigte die ihr zugeteilten Aufgaben zu unserer Zufriedenheit" bedeutet so viel wie, es mangelte an Eigeninitiative und die Leistung war ausreichend. Zum Vergleich der Wortlaut Formulierung für die Bestnote: "Sie erledigte ihre Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit."
  • "Er machte sich mit großem Fleiß und Interesse an die ihm übertragenen Aufgaben" klingt nett, erklärt aber, dass Fleiß allein nicht zum Erfolg führt. Die Formulierung "Er erzielte herausragende Arbeitsergebnisse" sprechen hingegen für eine sehr gute Leistung.
  • "Wir wünschen ihm alles Gute und Gesundheit" - dieser Schlusssatz wird bewusst gewählt, wenn der Arbeitsnehmer oft krankheitsbedingt zu Hause war. Zum Vergleich ein Schlusssatz der Note sehr gut: "Wir bedauern seine Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen, außerordentlich. Für eine berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute."

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Schlechtes Arbeitszeugnis: Das sind die Alarmwörter

So irreführend die Wortwahl scheint, die Zeugnissprache lässt sich dennoch einfach entziffern. Grundsätzlich gilt, dass jedes Arbeitszeugnis wohlwollend formuliert sein muss - wenn das nicht gänzlich gelingt, wird der bemängelnde Punkt bewusst weggelassen und nicht erwähnt. Folgende Phrasen deuten auf eine schlechte Bewertung hin:

  • Wer sich "bemüht", etwas "versucht" oder "anstrebt", der hat das Ziel nicht zufriedenstellend erreicht.
  • Zwischen einem "soliden Basiswissen" (= mangelhaft) und "hervorragend fundierten Fachkenntnissen" (=sehr gut) liegt ein bedeutender Notenunterschied.
  • War das Verhalten "im Wesentlichen tadellos" und "im Allgemeinen vorbildlich", so ist der Umgang mit Kollegen und Kunden als Ungenügend zu bewerten.
  • Eigenschaften wie, jemand ist "ehrlich" und "pünktlich" dürfen nicht als Lobeshymnen fehlinterpretiert werden, denn diese sind lediglich eine Mindestvoraussetzung.

Gutes Arbeitszeugnis: Dann dürfen Sie sich freuen

Da Sie sich mit Ihrem Arbeitszeugnis neu bewerben, muss das Arbeitszeugnis mindestens eine befriedigende Leistung widerspiegeln. So finden Sie heraus, ob Sie eine sehr gute Leistung erbracht haben:

  • Wird Ihre Arbeitsweise mit Adjektiven im Superlativ beschrieben, wie "vollste Zufriedenheit", "herausragende Arbeitsergebnisse", können Sie sich über eine sehr gute Bewertung freuen. Hier gilt: Je mehr Übertreibungen, desto besser!
  • Auch die Wörter "immer", "stets", "in jeder Hinsicht" sind ein sehr gutes Zeichen.
  • Wenn Sie als "eine überaus große Bereicherung für unser Team" beschrieben werden, so können Sie auf eine sehr gute Beziehung zwischen dem Unternehmen und Arbeitgeber schließen.
  • Besondere Leistungen, die "optimal zur Lösungsfindung" beigetragen haben, werden zusätzlich gerne in einem sehr guten Arbeitszeugnis aufgelistet.

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