Der Beruf der "Bombenentschärfer" zählt zu den gefährlichsten der Republik. Und doch bringt er eine gewisse Faszination mit sich. Technisches Verständnis gepaart mit jeder Menge Feingefühl, beziehungsweise einer ruhigen Hand sind unabdingbar in diesem Beruf.


Wer ist für welche Sprengkörper zuständig?

Aus Hollywood-Streifen oftmals bekannt, sind Szenen mit rotem und blauem Draht und eine Entscheidung steht an. Welcher Draht soll durchgeschnitten werden? Rot oder Blau? Blau oder Rot? Sofortige Zündung oder Entschärfung der Bombe?


In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass derlei Bomben (mit rotem und blauem Draht, inklusive Entscheidung) häufig bei terroristischen Bomben und Sprengsätzen vorkommen. In solchen Fällen ist das Bundeskriminalamt (BKA) mit entsprechenden Spezialisten zuständig. "Bombenentschärfer" bzw. "Sprengmeister" kümmern sich häufig um Sprengmaterial und Überreste aus dem zweiten Weltkrieg: Das reicht von einer Fliegerbombe, über Handgranaten oder Luftminen. Dabei kommt kein roter und blauer Draht vor, stattdessen kommen kompliziertere Verfahren zum Einsatz.


Tägliche Arbeit in Ungewissheit

Oftmals werden Sprengsätze bei Bauarbeiten gefunden. Und dann heißt es Anrücken - mit Metalldetektor und Grabinstrument. Denn in vielen Fällen ist das Objekt der Begierde noch nicht frei gelegt, so dass eine teils stundenlange, sehr vorsichtige Ausgrabung ansteht. Ist zu erkennen, um was für einen Typus es sich handelt, beginnt der feinfühlige Teil der Arbeit. Die Entfernung des Zünders erweist sich meist als schwerste Angelegenheit der Entschärfung.

In Bayern werden die Aufträge an private Spezialunternehmen vergeben. In Thüringen verteilen die Behörden die Aufträge ebenfalls an die Privatwirtschaft. In den übrigen Bundesländern wird dies von staatlichen Räumungsdiensten erledigt.


Voraussetzungen

Wer "Sprengmeister" werden möchte, muss das Mindestalter von 21 Jahren erfüllen. Grundsätzlich wird eine Tätigkeit in einer Spezialfirma erwartet, beispielsweise als "Sprenghelfer", durch die Praxiswissen erlernt wurde. Die Sprengschule Dresden ist bundesweit führend in Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet: Der Lehrgang zum Meister ist zeitlich unbegrenzt und wird damit abgeschlossen, alle erforderlichen Sprengübungen gemeistert zu haben. Diese reichen von Großbohrlochsprengungen bis zum Böllerschießen.


Finanzielle Aspekte

Im Durchschnitt kann von 3500 Euro als Bruttogehalt ausgegangen werden. Je nach Unternehmen variiert das Einkommen dennoch und ist auch abhängig ob man in Bayern und Thüringen oder in einem Bundesländern beschäftigt ist, das Sprengungen behördlich organisiert.