Mit ETFs auch kurz vor der Rente Vermögen aufbauen
Viele Menschen verbinden Aktienanlagen vor allem mit jüngeren Sparern. Finanzberater sehen das differenzierter. Auch wer erst mit 50 Jahren beginnt, regelmäßig Geld in breit gestreute Aktienfonds – sogenannte ETFs – zu investieren, kann von langfristigen Renditechancen profitieren.
Der entscheidende Faktor ist die verbleibende Zeit bis zum Renteneintritt. Wer noch 15 bis 20 Jahre bis zur Rente vor sich hat, verfügt über einen ausreichend langen Anlagehorizont, um Kursschwankungen auszusitzen. Historische Daten zeigen, dass weltweit gestreute Aktieninvestments über längere Zeiträume häufig deutliche Wertzuwächse erzielt haben.
Dennoch bleibt die Börse keine Einbahnstraße. Verluste sind jederzeit möglich, und vergangene Entwicklungen garantieren keine künftigen Erträge. Deshalb raten Experten dazu, Aktieninvestments lediglich als einen Baustein der Altersvorsorge zu betrachten. Wer regelmäßig kleinere Beträge investiert und breit streut, kann sein Risiko begrenzen und gleichzeitig zusätzliche Chancen auf eine höhere Altersvorsorge schaffen.
Später in Rente gehen kann die Bezüge deutlich erhöhen
Nicht jeder freut sich auf einen möglichst frühen Ruhestand. Manche Beschäftigte arbeiten gerne weiter oder möchten ihre berufliche Tätigkeit nur schrittweise reduzieren. In solchen Fällen kann ein späterer Renteneintritt auch finanziell attraktiv sein.
Wer über das reguläre Rentenalter hinausarbeitet, zahlt weiterhin Beiträge in die Rentenkasse ein und sammelt zusätzliche Rentenpunkte. Gleichzeitig erhöht sich die spätere Monatsrente durch gesetzlich vorgesehene Zuschläge für jeden Monat, den der Rentenbeginn hinausgeschoben wird.
Das kann sich bemerkbar machen. Fachleute verweisen darauf, dass bereits ein zusätzliches Arbeitsjahr die spätere Rente spürbar steigern kann. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: Wer später in Rente geht, verzichtet zunächst auf Rentenzahlungen. Ob sich der Aufschub wirtschaftlich lohnt, hängt deshalb unter anderem von der persönlichen Lebenserwartung, dem Einkommen und den individuellen Lebensplänen ab.
Mit einem Minijob das Alterseinkommen ergänzen
Für viele Ruheständler ist ein Minijob eine unkomplizierte Möglichkeit, das monatliche Budget aufzubessern. Dabei geht es häufig nicht nur ums Geld. Viele Menschen schätzen auch die soziale Einbindung und die Möglichkeit, aktiv zu bleiben.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Ob Nachhilfeunterricht, Bürotätigkeiten, Unterstützung in Vereinen oder Tätigkeiten im Einzelhandel – vielerorts werden erfahrene Arbeitskräfte gesucht. Bereits wenige Stunden pro Woche können mehrere Hundert Euro zusätzlich im Monat einbringen.
Ferner können bestimmte Beschäftigungen sogar weitere Rentenansprüche begründen. Wer sich dafür entscheidet, Rentenbeiträge zu zahlen, erhöht seine spätere Altersrente zusätzlich. Für viele Seniorinnen und Senioren ergibt sich daraus eine Kombination aus zusätzlichem Einkommen, sozialer Teilhabe und langfristigem Nutzen für die eigene Altersvorsorge.
Frühzeitig planen zahlt sich aus
Auch wenn die gesetzliche Rente für viele Menschen weiterhin die wichtigste Einnahmequelle im Alter bleibt, gewinnt die private und ergänzende Vorsorge zunehmend an Bedeutung. Die verschiedenen Möglichkeiten unterscheiden sich jedoch erheblich hinsichtlich Risiko, Rendite und persönlichem Aufwand.
Während zusätzliche Rentenpunkte vor allem Sicherheit bieten, setzen ETF-Sparpläne auf langfristige Renditechancen. Ein späterer Renteneintritt kann die gesetzlichen Bezüge deutlich erhöhen, während ein Minijob kurzfristig zusätzliches Einkommen schafft.
Welche Strategie die richtige ist, hängt von Einkommen, Vermögen, Gesundheit und persönlichen Lebenszielen ab. Experten empfehlen deshalb, die eigene Rentensituation möglichst früh analysieren zu lassen. Denn selbst wenige Jahre vor dem Ruhestand können gut geplante Entscheidungen noch einen spürbaren Unterschied machen.
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