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Ratgeber

Insektenstiche erkennen: Was hat mich gestochen?

Im Sommer sind Insekten zu unserem Leidwesen wieder besonders aktiv: Wie man die unterschiedlichen Insektenstiche auseinanderhält und was bei einem Stich zu tun ist, verraten wir hier.
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Quaddelbildung auf der Haut durch einen Mückenstich. Aber nicht jeder Insektenstich sieht gleich aus. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Quaddelbildung auf der Haut durch einen Mückenstich. Aber nicht jeder Insektenstich sieht gleich aus. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Bei diesem schönen Wetter und angenehmen Temperaturen sind wir besonders gerne draußen in der Natur: Ein Picknick im Park, ein Tag im Freibad oder eine Sonntagswanderung durch den Wald. Doch zur schönen Sommerzeit nerven uns auch wieder jede Menge Insekten und Krabbeltiere. Juckreiz, Kratzen, Ausschlag - besonders für Allergiker können Insektenstiche auch gefährlich sein. "Rund drei Millionen Deutsche reagieren allergisch auf einen Wespen- oder Bienenstich und etwa zwanzig von ihnen sterben jedes Jahr an einem allergischen Schock", erklärt Prof. Thilo Jakob, Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Gießen.

Insektenstich ist nicht gleich Insektenstich

Doch nicht jeder Insektenstich ist schmerzhaft oder geht mit penetrantem Juckreiz einher. Welcher Stich welche Symptome hervorruft, wie man ihn erkennt und wie man ihn am besten behandelt, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Wespenstich

Ein Wespenstich ist mit knapp 70 Prozent der häufigste Auslöser für allergische Reaktionen auf Insektenstiche. Wespen sind aggressive Zeitgenossen. Fühlen sie sich bedroht, stechen sie zu.

Wespenstiche sind äußerst schmerzhaft. Um die Einstichstelle herum zeigen sich gerötete Schwellungen. Wurden Sie von einer Wespe gestochen, sollten Sie die Stelle möglichst schnell kühlen - zum Beispiel mit Eis, kaltem Wasser oder kühlenden, abschwellenden Salben.

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Bienenstich

Auch ein Bienenstich darf nicht unterschätzt werden. Im Unterschied zu einem Wespenstich bleibt hier der Stachel mit Giftsack in der Regel in der Haut stecken und gibt weiter Gift in die Einstichstelle ab. Daher sollte man den Stachel vorsichtig aus der Haut entfernen.

Beim Entfernen des Stachels ist darauf zu achten, die möglicherweise noch anhängende Giftdrüse nicht zu zerquetschen, da sonst noch mehr Gift in die Blutbahn gelangt. Anschließend gilt auch hier: kühlen, kühlen, kühlen ...

Hummelstich

Die Hummel ist der Kuschelbär unter den Insekten. Im Vergleich zu Bienen und vor allem Wespen ist sie äußerst friedfertig. Dennoch hat auch sie einen Stachel, den sie bei großer Bedrohung benutzt.

Hummelstiche haben ebenfalls eine deutliche Rötung zur Folge und schwellen an. Sie sind meist aber weniger schmerzhaft als Bienen- oder Wespenstiche. Das heißt aber nicht, dass sie für Allergiker weniger gefährlich sind: Auch ein Hummelstich kann eine allergische Reaktion auslösen.

Hornissenstich

Von allen Insektenstichen in unseren Gefilden lösen Hornissenstiche die stärkste Reaktion auf der Haut aus. Die Einstichstelle brennt sehr stark, schwillt an und rötet sich.

Dass ein Hornissenstich schmerzhafter ist als beispielsweise der einer Biene, liegt daran, dass die Hornisse beim Stechen Acetylcholin in den Körper abgibt. Entgegen der landläufigen Meinung sind Hornissen allerdings nicht giftiger als Bienen und Wespen! Im Gegenteil: Die Toxizität des Hornissengiftes ist sogar geringer als die des Wespen- oder Honigbienengiftes.

Die gute Nachricht: Hornissen sind friedliche Tiere. Daher kommt es nur sehr selten zu Hornissenstichen.

Mückenstich

Wer kennt es nicht? Es ist spätabends, man liegt im kuscheligen Bett und befindet sich irgendwo im Delirium zwischen Wachzustand und Einschlafphase, da hört man dieses unheilvolle hohe Summen direkt neben dem Ohr: eine Mücke!

Ein Mückenstich entsteht meist unbemerkt, da die surrenden Plagegeister beim Stechen eine schmerzstillende Substanz ins Blut abgeben. Diese Substanz sorgt leider auch dafür, dass der Mückenstich nach kurzer Zeit stark juckt.

Auch wenn es schwerfällt, gilt die Devise: nicht kratzen! Stattdessen sollten Sie einen Löffel oder eine Münze auf etwa 50 Grad Celsius erwärmen und auf die betroffene Stelle legen. Dadurch wird ein Teil der Enzyme aus dem Mückenspeichel zerstört und der Juckreiz nimmt ab.

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Bremsenstich

Bremsen haben säbelartige Mundwerkzeuge, die sich direkt in die Haut bohren. Deshalb führt ein Bremsenstich direkt zu Schmerzen.

Nach kurzer Zeit bildet sich an der Einstichstelle eine größere Quaddel und ein stärkerer Juckreiz als bei einem Mückenstich.

Grasmilbenbiss

Grasmilben - auch Herbst- oder Erntemilben genannt - zählen eigentlich nicht zu den Insekten, sondern genaugenommen zu den Spinnentieren. Grasmilben sind winzig klein und krabbeln im heimischen Garten oder auf Grashalmen im Park herum. Von den Spitzen der Grashalme gelangen sie auf den Menschen, wo sie sich erstmal eine feuchte, warme Stelle suchen, an der die Haut dünn und weich ist - zum Beispiel am Knöchel oder am Rand der Unterwäsche.

Dort angekommen beißen sich die Grasmilben in die oberste Hautschicht und saugen das auflösende Gewebe ein. Nach einigen Stunden bilden sich an der Einstichstelle rote Quaddeln, die sehr stark jucken. Der Juckreiz kann teilweise sogar mehrere Tage anhalten. Hier können juckreizstillende Gele Linderung verschaffen.

Leiden Sie auch unter Stechmücken im Sommer? Wir sagen Ihnen, wie Sie sich schützen können und was bei einem Mückenstich zu tun ist.

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