Franken
Wetterprognose

Horrorwinter 2020: Was steckt hinter den Prognosen der Experten?

Der Winter 2020 ist laut zahlreicher Wetterexperten ein "Horrorwinter". Bitterkalt oder viel zu warm, das Wetter sorgt für Irritationen. inFranken.de klärt auf, was es damit auf sich hat.
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Vieles deutet darauf hin, dass der Winter 2019/2020 weltweit neue Temperatur-Rekorde aufstellen wird. Ein Experte spricht sogar von einer "Vorhersage des Grauens". Entgegen mancher Erwartung an die kalte Jahreszeit sind damit aber keine neuen Kälte-Rekorde gemeint.

Der Wetterexperte Stefan Ochs aus Herzogenaurach fügt den Prognosen noch eine weitere, spannende Beobachtung hinzu. "Abwechselnd bestimmt ausgeprägte Hochdruckwetterlagen und Westwetterlagen unser Wetter", so der Wetterochs.

Das sei jedoch kein neues Phänomen: "Wir haben es bis jetzt quasi mit einer Kopie des Winters 1988/1989 zu tun", so der Experte. Weiter sagt er: "Damals gab es dann Mitte Februar eine nasskalte Phase, in der sich lokal auch mal eine Schneedecke bilden konnte." Ob das erneut so sei, stehe jedoch natürlich in den Sternen.

Bisher konnte von hochwinterlichem Wetter in Deutschland nicht die Rede sein. Zwar gab es in den Alpen zwar etwas Schnee, in der Mitte und im Süden der Republik aber vornehmlich Schauern. Die Schneefallgrenze legte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am 18. Januar noch auf 400 bis 500 Metern fest. Die Temperaturen lagen deutschlandweit zwischen einem und sieben Grad.

Horrorwinter: Kommt er nun, oder doch nicht?

Wetter-Experten des DWD schließen das Szenario eines "Horrorwinters" nicht aus. Darunter verstehen sie allerdings einen eher milden und schneearmen Winter. Auch in den vergangenen Jahren waren weiße Weihnacht ebenso eine Seltenheit wie gutes Schlittenfahrwetter. Doch auch das Gegenteil will der Experte nicht ausschließen. Das zeigt, wie schwierig langfristige Prognosen sind - trotz moderner Technik.

Der DWD erstellt mit Hilfe von Computermodellen Jahreszeitenvorhersagen. Anhand dieser ist es möglich, die Temperaturabweichungen in Europa für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar mit den Mittelwerten der vergangenen Jahre zu vergleichen.

Anhand dessen prognostiziert der DWD einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von bis zu einem Grad in den Wintermonaten. Diplom-Meteorologe Simon Trippler fügt jedoch hinzu, dass die Jahreszeitvorhersagen in Europa in den vergangenen Jahren kaum zuverlässige Ergebnisse lieferten.

Wesentlich weiter aus dem Fenster wagt sich ein anderer Experte. Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, hat den Begriff des "Horrorwinters" ins Spiel gebracht. Er zieht einen anderen Vergleich als sein fränkischer Kollege. Vor 13 Jahren, so Jung, lag die Durchschnittstemperatur bei 4,4 Grad. In diesem Winter würden die Temperaturen vermutlich noch höher liegen. Voraussagen sehen die Mittelwerte der Monate von Dezember bis Februar bei 4,6 Grad - also 0,2 Grad über dem bisherigen Top-Wert.

Das Westwetter hat Einfluss auf den Winter in Franken

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf Deutschland und Franken. Durch das West-Wetter werden wir vermutlich mit wenig Schnee bekommen. Laut Jung sind das Auswirkungen des Klimawandels.

Im Dezember herrschten in Bayern sogar die gleichen Temperaturen wie auf Mallorca. Angaben von wetter.net zufolge waren es am 17. Dezember in Piding (Berchtesgadener Land) 19,7 Grad, in Rosenheim 19,2 Grad. Die exakt gleiche Temperatur wie auf Mallorca gab es in Sigmarzell am Bodensee: 18,8 Grad Celsius zeigte das Thermometer dort zwischenzeitlich an.

Auch in anderen Bundesländern wie etwa Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen kam es zu diesen Temperaturen. Dominik Jung spricht einem "rekordwarmen Winter". Der Winter sei rund 2,8 Grad wärmer als im langjährigen Mittel.

Dass es 2019 keine weiße Weihnacht gab, lag laut Heiko Paeth, Professor für Geographie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Einfluss der Nordatlantischen Oszillation auf das regionale Wetter. Westwinde würden wärmere Luftmassen vom Atlantik zu uns treiben.

Hinzu komme, so erklärte Dominik Jung, dass die Sonne um den Jahreswechsel zwar weniger Kraft habe, dass den Temperaturanstieg auf bis zu 14 Grad aber nicht verhindert hätte. Er sprach von einer "Vorhersage des Grauens".

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Die genaue Vorhersage des Wetters ist also schwierig. Ob man gleich von einem "Horrorwinter" oder einer "Vorhersage des Grauens" sprechen muss, bleibt fraglich. Wahrscheinlich scheint es, dass es aufgrund von wärmeren West-Wetter zu einem milderen Winter kommt. Am sichersten ist es wohl, am Morgen die Nase kurz aus dem Fenster zu halten.

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