Franken
Winter-Wetter 2020

Meteorologen einig: Winter ist rekordverdächtig

Diesen Winter wird es Rekord-Temperaturen geben. Mit dieser Prognose sind sich die Wetterexperten einig. Auch von einem "Horrorwinter" ist die Rede. Was damit gemeint ist, erfahren Sie im Artikel.
Artikel drucken Artikel einbetten

Das diesjährige Winterwetter sorgt für Irritationen: Steht uns in dieser Saison ein "Horrorwinter" oder gar "Jahrhundertwinter" bevor? Vieles deutet daraufhin, dass der Winter 2019/2020 weltweit neue Temperatur-Rekorde aufstellen wird. Ein Wetterprofi spricht gar von einer "Vorhersage des Grauens". Allerdings bezeichnen diese gewagten Begriffe leider keine Kälte-Rekorde.

Temperaturen in Bayern auf Mallorca-Niveau

Der Begriff "Horrorwinter", der durch den Meteorologen Dominik Jung geprägt wurde, manifestiert sich derzeit in Bayern. Angaben von wetter.netzufolge, verhielten sich die Temperaturen am Dienstag (17. Dezember 2019) auf dem selben Thermometerniveau wie auf Mallorca. In Piding (Berchtesgadener Land) waren es demnach 19,7 Grad Celsius in der Spitze. Auch in Rosenheim herrschten 19,2 Grad Celsius. Exakte Mallorca-Temperaturen gab es den Experten zufolge in Sigmarszell am Bodensee: 18,8 Grad Celsius zeigte das Thermometer dort zwischenzeitlich an.

Dies ist jedoch kein rein bayerisches Phänomen. Auch in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen (NRW) und Rheinland-Pfalz kam es zu solchen Temperaturen. Experte Dominik Jung spricht dabei von "rekordwarmem" Wetter. "Nun ist der Dezember rund 2,8 Grad wärmer als im langjährigen Klimamittel", heißt es von Seiten des Meteorologen.

Das Wetter zum Fest: Warum fällt an Weihnachten so selten Schnee?

Am 1. Dezember 2019 fing nicht nur die Adventszeit an, für Meteorologen begann an diesem Tag zudem die Winterzeit. Der kalendarische Winterbeginn ist dagegen erst am 22. Dezember 2019. Wer in den letzten Jahren auf weiße Weihnachten hoffte, wurde hierzulande für gewöhnlich enttäuscht.

"Traditionell gibt es um Weihnachten eher mildes Wetter", erklärt Heiko Paeth, Professor für Geographie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. "Das Wetter in unserer Region wird maßgeblich von der 'Nordatlantischen Oszillation' beeinflusst. Um Weihnachten treiben häufig Westwinde wärmere Luftmassen vom Atlantik zu uns - es wird mild."

Grillwetter statt weißer Weihnachten? Experte spricht von "Vorhersage des Grauens"

Auch laut Wetter-Experte Dominik Jung sieht es derzeit eher nach Grill- statt Skiwetter zum Weihnachtsfest aus. In einem Beitrag des Münchner Merkur spricht der Meteorologe in diesem Zusammenhang sogar von einer "Vorhersage des Grauens". Für die vergleichsweise milden Temperaturaussichten ist Jung zufolge die Westwetterlage ausschlaggebend.

Am Beispiel einer Vorhersage für das Rhein-Main-Gebiet zum 27. Dezember erklärt der Experte, dass die Sonne zum Jahresende zwar weniger Kraft habe, die Temperaturen aber dennoch bis zu 14 Grad erreichen könnten. Vereinzelt könne es ein paar Schneeflocken geben, dauerhafte Kälte oder Schnee im Flachland seien derzeit jedoch nicht in Sicht.

"Horrorwinter": Das steckt hinter dem Begriff

In jüngster Zeit warten einige Medien indes mit Wetter-Überschriften der Superlative auf. So liest man immer häufiger vom "Horrorwinter" oder vom "Wetter-Hammer". Das ist auch dem Deutschen Wetterdienst (DWD) nicht entgangen. In einem vom DWD veröffentlichten Artikel, hat der Diplom-Meteorologe Simon Trippler die Prognosen des "Horrorwinters" auf den Prüfstand gestellt.

Rekord-Temperaturen 2019: Steht uns ein Horrorwinter bevor?

Die Wetterexperten des Deutschen Wetterdienst schließen das Szenario eines "Horrorwinters" nicht zwingend aus, verstehen darunter allerdings einen eher milden und schneearmen Winter. Bereits in den vergangenen Jahren waren weiße Weihnachten und Schlittenfahrerwetter eher eine Seltenheit.

In Anbetracht des Klimawandels, sei ein milder Winter ohnehin wahrscheinlicher als ein kalter - so der Experte des DWD. Einen kalten und schneereichen Winter schließt er jedoch nicht aus. Auch wenn Meteorologen über immer modernere Technik verfügen, gestalten sich langfristige Wettervorhersagen als schwierig. Wie Wettervorhersagen entstehen, erklären wir Ihnen hier.

Mit Hilfe von Computermodellen stellt der DWD Jahreszeitenvorhersagen bereit. Anhand dieser kann man die Temperaturabweichungen in Europa für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar mit den Durchschnittstemperaturen der vergangenen Jahre vergleichen. Es lässt sich also ablesen, ob die durchschnittliche Temperatur von Dezember bis Februar höher oder niedriger als in den Jahren zuvor ist.

Deutscher Wetterdienst bestätigt: Temperaturen steigen

Der Deutsche Wetterdienst bestätigt die Vorhersage eines milden Winters. In den nächsten drei Monaten soll es einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von bis zu einem Grad geben. Diplom-Meteorologe Simon Trippler fügt jedoch an, dass die Jahreszeitvorhersagen in Europa in den vergangenen Jahren kaum zuverlässige Ergebnisse lieferten.

Heiße Maroni, Kinderpunsch und Glühwein: Die Weihnachtsmärkte in den fränkischen Regionen öffnen. Hier haben Sie alle im Überblick!

Video: Droht uns ein Rekord-Winter?

Damals, vor rund 13 Jahren, lag die Durchschnittstemperatur bei 4,4 Grad Celsius. Jetzt, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net gegenüber bild.de, werden die Temperaturen vermutlich noch höher liegen. Voraussagen sehen die Durchschnittswerte der Monate Dezember bis Februar bei 4,6 Grad - also 0,2 über dem bisherigen Top-Wert.

Hier gibt es warme Winterhandschuhe mit Touchscreen-Funktion!

Für Deutschland und Franken hat das natürlich auch Auswirkungen: Wir werden mehr "West-Wetter" bekommen. Und müssen vermutlich mit deutlich weniger Schnee auskommen. Für Wetterexperte Jung sind genau das die Auswirkungen des Klimawandels.

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.

Verwandte Artikel

Kommentare (13)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren