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HIV: Was ist HIV/Aids, wie und wo kann ich mich testen lassen?

HIV und Aids - immer noch ein Tabuthema. Zu der Infektion mit der gefährlichen Immunschwäche gibt es viele Fragen, die sich kaum jemand traut zu stellen. Wir beantworten diese Fragen.
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HIV und Aids - immer noch ein Tabuthema. Zu der Infektion mit der gefährlichen Immunschwäche gibt es viele Fragen, die sich kaum jemand traut zu stellen. Wir beantworten diese Fragen.   Symbolbild: Pixabay/sasint
HIV und Aids - immer noch ein Tabuthema. Zu der Infektion mit der gefährlichen Immunschwäche gibt es viele Fragen, die sich kaum jemand traut zu stellen. Wir beantworten diese Fragen. Symbolbild: Pixabay/sasint
Viele stellen sich mindestens einmal im Leben die Frage, ob sie sich mit HIV infiziert haben könnten. Zum Beispiel, weil das Kondom beim Geschlechtsverkehr abgerutscht ist oder wegen einer anderen Situation, in der eine Ansteckungsgefahr des Virus bestand. Doch wie lange nach der Risikosituation sollte der Test durchgeführt werden? Wo kann man den Test durchführen? Und was ist der Unterschied zwischen HIV und Aids? Alles zum Thema HIV finden Sie hier.


HIV/Aids

HIV ist ein Akronym für "Humanes Immundefizienz-Virus". Dieses schwächt das menschliche Immunsystem. HIV schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte, so dass eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr selber bekämpft werden können.

Sollten allerdings bestimmte lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten, so spricht man von Aids.
Diese Abkürzung bedeutet "Acquired Immune Deficiency Syndrome". Auf Deutsch: Erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom. Syndrom heißt, dass mehrere Symptome oder Erkrankungen zusammen auftreten.

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    Gegen HIV gibt es heute sehr wirkungsvolle Medikamente. Sie verhindern die Vermehrung des Virus im Blut, können es aber nicht wieder aus dem Körper entfernen. Dank dieser Medikamente können die meisten HIV-infizierten Menschen heute lange Zeit mit dem Virus leben, ohne an Aids zu erkranken.


    HIV-Übertragung

    HIV ist nicht leicht übertragbar. Ein Infektionsrisiko besteht nur, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Zu diesen Körperflüssigkeiten gehören vor allem Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und der Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut des Enddarms.
    Am häufigstens infizieren sich Patienten via. Geschlechtsverkehr.

    Kein Risiko besteht bei Übertragung von Speichel, Tränen und Urin, da diese nur sehr wenige HIV-Viren enthalten. Eine Übertragung über diese Körperflüssigkeiten ist deswegen ausgeschlossen.

    Keine Ansteckungsgefahr besteht bei:
  • Küssen, Händedruck, Umarmen
  • Anhusten oder Anniesen
  • Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke
  • gemeinsame Benutzung von Toiletten, Handtüchern oder Bettwäsche
  • Besuch von Schwimmbädern oder Saunen
  • Zusammenarbeiten und -wohnen mit Menschen mit HIV/Aids
  • Betreuen und Pflegen von Menschen mit HIV/Aids
  • Erste-Hilfe-Leistung, sofern die die hygienischen Vorschriften eingehalten werden (Handschuhe, Beatmungsmaske)
  • medizinischen und kosmetischen Behandlungen (Zahnarzt, Fußpflege und so weiter), sofern die
  • hygienischen Vorschriften eingehalten werden
  • Tätowieren und Piercen, sofern unter hygienischen Bedingungen gearbeitet wird
  • Insektenstichen


    Wann testen lassen?

    Wer ausschließen möchte, dass er sich mit HIV infiziert hat, sollte sich frühestens sechs Wochen nach der letzten Risikosituation testen lassen. Labortests, die zum Beispiel beim Gesundheitsamt gemacht werden können, weisen sowohl einen Bestandteil von HIV (Antigen) als auch Antikörper gegen HIV nach.

    Bei HIV-Schnelltests, wie sie oft in Aidshilfen oder Präventionsprojekten angeboten werden, muss man nach der letzten Risikosituation mindestens drei Monate warten, wenn man eine Infektion ausschließen will. Diese Tests weisen keine Antigene, sondern nur Antikörper nach, und bei manchen Menschen dauert es bis zu drei Monate, bis diese Antikörper nachweisbar sind.

    Nachweisen kann man eine Infektion oft schon früher. Sicher ausschließen kann der Labortest eine Infektion aber erst sechs Wochen und ein Schnelltest drei Monate nach der letzten Risikosituation.


    Wo testen lassen?

    HIV-Tests werden von Gesundheitsämtern und Arztpraxen angeboten. Teilweise gibt es auch Testangebote in Aidshilfen und Einrichtungen für schwule Männer. Wo man sich testen lassen kann, erfährt man bei den Aidshilfen und unter der Telefonnummer 0180 33 19411. Eine bundesweite Liste gibt es hier.

    Gesundheitsämter bieten den Test oft kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr, anonym an. Das heißt, dass man seinen Namen nicht nennen muss. Denn lässt man sich in der Arztpraxis testen, so wir das Ergebnis in die Krankenakte eingetragen. Das kann zu Schwierigkeiten führen, wenn man später bestimmte Versicherungen abschließen will.

    Wir empfehlen, im Zweifel mit Hilfe einer Beratung zu klären, ob, wann und wo man sich testen lassen möchte. Die Aidshilfen bieten Beratung persönlich, telefonisch und online an. Die Beratung kann auch anonym erfolgen.


    HIV-Test ab Herbst in Apotheken und Drogerien

    Ab diesem Herbst können Bürger in Deutschland sich selbst Zuhause testen, ob sie sich mit HIV infiziert haben. Die entsprechenden Schnelltests sollen dann frei im Handel erhältlich sein. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Freitag. "Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids. Er kann auch jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden", so der Minister. Bislang dürfen nur Gesundheitsämter und Beratungsstellen Schnelltests auf HIV nutzen.

    Spahn betonte gegenüber dem Fernsehsender RTL, dass die HIV-Tests keine Apothekenexklusivität besitzen sollen. "Sie werden beispielsweise auch in Drogeriemärkten erwerbbar sein", so der Politiker. Wie das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Homepage mitteilte, soll dazu die Medizinprodukte-Abgabeverordnung geändert werden.

    HIV-Schnelltests lassen sich recht unkompliziert durchführen. Etwas Blut aus der Fingerkuppe wird auf ein Messfeld gegeben und der Test weist dann innerhalb von 15 Minuten Antikörper gegen das HI-Virus nach - oder eben nicht. Die Aidshilfe warnt auf ihrer Internetseite allerdings auch, dass es in seltenen Fällen zu falsch-positiven Ergebnissen kommen kann. Auch funktioniert der Test frühestens 12 Wochen nach einer möglichen Übertragung, da sich erst dann die nachzuweisenden Antikörper in ausreichender Menge gebildet haben.



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