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Sommertipps

Grillen, Anpflanzen oder nackt sein: Was darf man auf dem Balkon?

Umso wärmer es wird, desto lieber verbringen die Deutschen Zeit auf dem eigenen Balkon. Doch nicht immer klappt das reibungslos. Denn Vermieter und sogar Nachbarn haben dabei ein Wörtchen mitzureden.
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Was auf dem Balkon verboten ist, ist vielen unklar. Symbolbild: pexels.com
Was auf dem Balkon verboten ist, ist vielen unklar. Symbolbild: pexels.com

1. Dekoration

Viele Balkone wirken ohne persönliche Gegenstände schnell trist und kalt. Etwas Dekoration hübscht den eigenen Außenbereich schnell und einfach auf. Doch Achtung: Vermieter und Nachbarn können Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Wer beispielsweise Windspiele oder andere geräuscherzeugende Gegenstände aufhängt, muss sicherstellen, dass der erzeugte Lärm niemanden stört. Auch große, üppige Dekorationsartikel können vom Vermieter untersagt werden, wenn sich diese negativ auf das äußere Erscheinungsbild des Hauses auswirken.

2. Sonnen- oder Sichtschutz

Nicht jeder freut sich über seine Nachbarn. Besonders wenn man sich auf dem Balkon ausruhen möchte, aber immer wieder Blicke der Bewohner von Nebenan wahrnimmt. Grundsätzlich ist es auch Mietern gestattet einen Sichtschutz anzubringen. Allerdings darf der Vermieter auch hier Grenzen setzen, um ein positives Erscheinungsbild seiner Immobilie zu bewahren. Ähnlich verhält es sich mit Sonnensegeln und Markisen. Mietern muss die Möglichkeit gegeben werden, sich vor der Sonne zu schützen. Jedoch muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden, wenn zur Befestigung Bohrungen am darüberliegenden Balkon notwendig sind.

3. Pflanzen und Blumen

Selbst wenn man keinen Garten hat, kann man seinen Balkon mit einigen Pflanzen in ein grünes Paradies verwandeln. Doch auch hier gibt es einige Regeln soweit man zur Miete wohnt. Efeu oder andere Pflanzen, die die Wände beschädigen könnten, dürfen durch den Vermieter verboten werden. Auch muss darauf geachtet werden, dass Blumenkübel angemessen gegen Wind und Wetter gesichert sind.

4. Rauchen

Im Winter wird der Balkon eher selten betreten. Für Raucher sind die Quadratmeter im Freien jedoch auch in der kalten Jahreszeit wichtig. Problematisch wird es, wenn sich andere Anwohner am häufigen Qualm stören und dieser durch die geöffneten Fenster in die Nachbarwohnung zieht. Prinzipiell muss das Rauchen jedoch geduldet werden. Es sei denn der Nachbar raucht überdurchschnittlich viel und dessen Balkon befindet sich in unmittelbarer Nähe der Nachbarwohung. Hier kamen Gerichte schon zu unterschiedlichen Urteilen. Beispielsweise gibt es bei Betroffenen spezielle Zeiträume, in welchen geraucht werden darf.

5. Grillen

Mit dem sonntäglichen Barbecue verhält es sich ähnlich. Wer niemanden häufig und stark beeinträchtigt, der sollte auch auf dem Balkon seiner Mietwohnung keine Probleme erwarten. Wie so oft entscheiden Gerichte, wenn es zu einer Klage kommt, je nach Einzelfall und Wohnsituation. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine direkten Nachbarn am besten zum Grillen einladen.

6. Nacktheit

Deutlich schwieriger ist es mit einem nackten Sonnenbad. Natürlich dürfen Sie sich auf Ihrem Balkon

ohne Kleidung aufhalten. Allerdings nur, wenn andere sich dadurch nicht belästigt fühlen. Haben Ihre Nachbarn einen guten Blick auf den Außenbereich des Hauses oder der Wohnung, können diese gegen das Nacktsein vorgehen. Durch eine damit einhergehende "Störung des Hausfriedens" ist für Mieter auch eine Kündigung nicht ausgeschlossen. Vom Liebesspiel auf dem Balkon sollten Sie allerdings Abstand nehmen. Denn dies stört den Hausfrieden auf jeden Fall.

7. Wäsche trocknen

Einige Vermieter untersagen das Aufhängen der nassen Wäsche auf dem Balkon, wenn es im Haus einen Trockenraum dafür gibt. Rechtlich sitzen Mieter hier aber am längeren Hebel: Mehrer Gerichte haben bereits entschieden, dass das Wäschetrocknen im Freien nicht grundsätzlich verboten werden darf.

In der Realität kommt es nur sehr selten zu Rechtsstreiten zwischen Nachbarn oder Mietern und Vermietern. Wer sicher sein möchte, dass er niemanden belästigt, fragt bei den Nachbarn lieber ein Mal mehr um Erlaubnis. Vielleicht bitten die Nachbarn in Zukunft dann auch um Ihr Einverständnis.

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