Cambridge

Zu viel Testosteron erhöht Brustkrebs-Risiko bei Frauen und Prostatakrebs-Risiko bei Männern

Britische Forscher haben herausgefunden, wie sich das Sexualhormon Testosteron auf die Entstehung verschiedener Krankheiten auswirkt. Bei Frauen kann ein erhöhter Wert das Brustkrebsrisiko steigern, bei Männern die Entstehung von Prostatakrebs begünstigen.
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Bei Männern kann ein hoher Testosteron-Spiegel das Risiko für Prostatakrebs erhöhen. Symbolfoto: Lukasz Dylka/Pixabay.com
Bei Männern kann ein hoher Testosteron-Spiegel das Risiko für Prostatakrebs erhöhen. Symbolfoto: Lukasz Dylka/Pixabay.com

Testosteron ist das wichtigste Geschlechtshormon des Mannes. Doch auch Frauen verfügen über geringe Mengen. Stress, harte körperliche Arbeit, Alkohol oder Drogen können den natürlichen Testosteron-Spiegel im Blut senken. Erkrankungen oder genetische Störungen beeinflussen die Funktion der Nebennieren, und damit ebenfalls die produzierte Testosteron-Menge.

Unterschiedliche Effekte bei Männern und Frauen

Wie sich ein genetisch erhöhter Testosteron-Wert auf bestimmte Krankheitsrisiken auswirkt, hat ein britisches Forschungsteam untersucht. Im Fokus der in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" veröffentlichten Studie standen dabei vor allem Stoffwechselerkrankungen und Krebsarten. Die Experten des Medical Research Council (MRC) an der Universität Cambridge und der University of Exeter fanden heraus, dass eine erhöhte Testosteron-Menge diesbezüglich vollkommen unterschiedliche Wirkungen bei Männern und Frauen hat.

Krebsrisiko steigt

Ein hoher Testosteron-Wert erhöht die Gefahr einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung für Frauen um ganze 37 Prozent. Für Männer mit erhöhtem Hormonspiegel ist das Diabetes-Risiko dagegen 14 Prozentpunkte geringer als normal. Bei betroffenen Frauen steigt zudem das Risiko für Brustkrebs, Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut sowie für das polyzystische Eierstocksyndrom (PCOS). Männer mit viel Testosteron erkranken häufiger an Prostatakrebs. Zur Behandlung dessen setzen Mediziner auf testosteronreduzierende Therapien. Die jüngste Forschung bestätigt den Erfolg der Behandlung.

Weitere Untersuchungen nötig

Im Rahmen der Studie wurden die Daten von über 400.000 Menschen aus der britischen Biobank ausgewertet. In rund 2.500 Fällen stellten die Wissenschaftler einen auffälligen Testosteron-Spiegel in Verbindung mit genetischen Anomalien, die die oben genannten Krankheiten begünstigen, fest. Trotzdem rechtfertigen die Ergebnisse nicht den Einsatz von Testosteron-Präparaten für Hormontherapien. Viele Zusammenhänge - wie etwa die Wirkung von Testosteron auf das Herz-Kreislauf-System - müssen noch erforscht werden.

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