Maryland
Gesundheit

Fleischallergie durch Zeckenbisse: Experten warnen vor Lebensgefahr

Für Fleischesser mag das eine echte Horror-Meldung sein. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte Zecken eine Fleischallergie auslösen können. Und zwar dann, wenn sie einen Menschen beißen. Die Symptome reichen bis zur Bewusstlosigkeit.
Artikel drucken Artikel einbetten

Fleisch gehört bei vielen Menschen einfach auf den Tisch. Gegrilltes, ein leckerer Braten, wie das fränkische Schäuferla, oder in Form von Wurst - oft landet Fleisch gleich mehrmals in der Woche auf unseren Tellern. Und trotzdem steht Fleisch immer wieder im Verruf, schlecht für die Gesundheit zu sein. Jedenfalls dann, wenn wir es im Überfluss verzehren.

Nicht nur ungesund, sondern gar gefährlich: Einer Studie zufolge kann der Verzehr von rotem Fleisch auch richtig gefährliche Folgen für den menschlichen Körper haben. Nämlich dann, wenn eine Fleischallergie auftritt. Dabei reichen die Symptome von Schwellungen und Rötungen über Juckreiz bis hin zu Bewusstlosigkeit. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (daab) spricht sogar von einer "lebensbedrohlichen allergischen Reaktion". Manche Menschen leiden lediglich unter Magen-Darm-Beschwerden.

Fleischallergie durch Zeckenbiss? Alpha-Gal ist verantwortlich für allergische Reaktion

Schuld an der Fleischallergie ist eine spezielle Substanz in Fleisch von Säugetieren. Genauer gesagt Zuckermoleküle namens Galaktose-alpha-1,3-Galaktose (Alpha-Gal). Eine solche Fleischallergie, die auch als Alpha-Gal-Syndrom bezeichnet wird, kann sich im Laufe des Lebens auch ganz plötzlich entwickeln - auch wenn man nie zuvor Probleme mit dem Verzehr von Fleisch hatte. Ursache dafür kann der Biss von bestimmten Zeckenarten sein.

 

Eine Zecke, oder auch Holzbock genannt, kann nicht nur gefährliche Krankheiten, wie Borreliose oder FSME übertragen, Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass Zecken durch einen Biss Alpha-Gal mit dem Speichel in den menschlichen Blutkreislauf bringen können.

In der Folge stellt sich das Immunsystem des Menschen auf den "Eindringling" ein und produziert Antikörper. Und zwar jedes Mal, wenn Alpha-Gal im Körper auftritt. Auch dann wenn wir Fleisch vom Schwein, Rind oder Lamm zu uns nehmen.

Zeckenbiss: Anhaltender Fleischkonsum verstärkt Allergie

Dabei werden die allergischen Reaktionen mit anhaltendem Fleischkonsum immer schlimmer. Irgendwann vertragen Betroffene nicht einmal mehr Gelatine, wie sie beispielsweise in "Gummibärchen" vorkommt.

Verzichten Allergiker allerdings konsequent auf Fleisch und Innereien von Säugetieren, haben Sie laut Studie eine gute Chance darauf, dass ihr Körper irgendwann wieder kleine Mengen von Alpha-Gal toleriert.

Doch Vorsicht: Das Tückische an einer Fleischallergie ist, dass die Symptome, nicht - wie bei anderen Allergien - sofort auftreten, sondern teilweise erst mehrere Stunden nach Verzehr. Zudem reagieren die Patienten einem Bericht des NDR zufolge sehr unterschiedlich auf die Konzentration von Alpha-Gal. Allergologin Prof. Uta Jappe erklärt, dass der eine ein ganzes Steak verträgt, wohingegen dem Nächste nicht einmal ein Bissen bekommt.

 

Deshalb ist es wohl auch unklar, wie viele Menschen überhaupt von einer solchen Allergie betroffen sind. Ein neuer Bluttest, an dem Jappe aktuell forscht, soll es in Zukunft ermöglichen, die Fleischallergie noch besser nachweisen zu können.

dn

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.