Berlin
Pränataldiagnostik

Trisomie 21: Bluttest auf Down-Syndrom für Schwangere soll Kassenleistung werden

Der Bundesausschuss entscheidet über die Erstattung eines Bluttests auf das Down-Syndrom bei Ungeborenen.Künftig sollen Risikoschwangere den Test ab der zwölften Schwangerschaftswoche bezahlt bekommen.
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Durch die Pränataldiagnostik können schwangere Frauen untersuchen, ob ihr Kind an einer Symbolfoto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Durch die Pränataldiagnostik können schwangere Frauen untersuchen, ob ihr Kind an einer Symbolfoto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Ein heiß diskutiertes Thema: Mit einem Bluttest kann während der Schwangerschaft festgestellt werden, ob das Ungeborene an Trisomie 21, also am Down-Syndrom erkrankt ist. Im Blut der Mutter befindet sich nämlich nicht nur ihre eigene DNA, sondern auch Bruchstücke des kindlichen Erbguts.

Durch die Pränataldiagnostik, wie das Verfahren genannt wird, muss nicht eine Probe des Fruchtwassers oder Plazentagewebe entnommen werden. Es lässt sich feststellen, ob eine Trisomie oder Verteilungsfehler der Geschlechtschromosomen vorliegen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Pränataldiagnostik: Test kostet 130 Euro

Jede Schwangere kann bereits jetzt den Test durchführen lassen, wenn sie wissen möchte, ob ihr Kind über genetische Risiken verfügt. Vier Tage nach dem Test steht das Ergebnis dann fest. Bislang müssen die kosten für den Test von den Eltern selbst getragen werden. Der Preis für eine Einfachuntersuchung auf das Down-Syndrom beträgt 130 Euro. Auf alle nachweisbaren Chromosomenstörungen kostet der Test derzeit 340 Euro. Der Test gilt als sicher. Mehr als 99,9 Prozent der Trisomien 21 werden richtig erkannt.

Trisomie 21: Ab der zwölften Woche sollen Tests durchgeführt werden

Durch den Beschluss sollen Risikoschwangere künftig den Test auf Kosten der Krankenkassen machen lassen können. Ab der zwölften Schwangerschaftswoche sollen die Tests durchgeführt werden können. Dabei reicht es allerdings nicht, wenn die Frau über ein gewisses Alter verfügt. Die "individuelle Situation" der Schwangeren sei von Bedeutung.

Behindertenverbände befürchten, dass es zu mehr Abtreibungen kommen könnte. Sollte das Bundesministerium für Gesundheit dem Beschluss zustimmen, wird die Regelung nicht vor Ende 2020 erwartet.

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