Dresden
Selbstheilung

Karies-Löcher heilen sich selbst: Gen für Zahn-Regeneration wird erforscht

Bisher war eine selbstständige Regeneration der Zähne beim Menschen nicht möglich. Nun haben Wissenschaftler eine neue Möglichkeit erforscht: Ein Gen könnte die Lösung für eine Selbstheilung der Zähne sein.
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Das perfekte Lachen kann durch Karies schnell dahin sein. Umso besser, wenn die Zähne bald von selbst nachwachsen könnten. Symbolbild: Claudio_Scott/pixabay.com
Das perfekte Lachen kann durch Karies schnell dahin sein. Umso besser, wenn die Zähne bald von selbst nachwachsen könnten. Symbolbild: Claudio_Scott/pixabay.com

Kann der menschliche Körper seine Zähne bald von alleine wiederherstellen? Dieser Frage ist ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Technischen Universität Dresden auf den Grund gegangen. Ist ein Zahn von Karies befallen oder abgebrochen, kann er sich nicht mehr von selbst heilen und muss von Zahnärzten mit künstlichen Materialien ausgebessert werden. Nun sorgt ein Gen vielleicht für die Lösung des Problems.

Bei Mäusen sieht das anders aus. Bei den Nagern können beschädigte Frontzähne wieder nachwachsen. Ein Prozess, den die Forscher auch beim Menschen für möglich halten. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Nature Communications".

Keine künstliche Füllung mehr: Forscher hoffen auf Selbstheilung

Die Zeiten der Behandlung mit künstlichen Materialien bei Zahnschäden könnte bald vorbei sein. Da der Mensch bisher nicht dazu fähig war, seine Zähne selbst wiederherzustellen, muss bis heute auf solche Methoden zurückgegriffen werden. Geht es nach einem internationalen Forscherteam, könnte sich das bald ändern.

Bekannt ist, dass Mäuse ihre beschädigten Frontzähne selbst wiederherstellen können. Die Forscher analysierten daher den Prozess, der bei Mäuse zu jener Regenartion führt. Die Wissenschaftler halten es demnach für möglich, dass dieser Prozess auch beim Menschen funktioniert. Dabei identifizierte die Forschergruppe die genetischen Abläufe, die zum Nachwachsen der Zähne bei Mäusen führen.

Selbstheilende Zähne gibt es schon: So funktioniert die Regeneration bei Mäusen

Zähne bestehen generell aus spezialisierten Zellen. Diese besitzen bei Nagern oder Haien die Fähigkeit nachzuwachsen, beim Menschen jedoch nicht. Aus welchem Grund das so ist, haben die Forscher die Frontzähne von Mäusen genauer unter die Lupe genommen. Sie fanden heraus, dass die spezialisierten Zellen der Mäusezähne Dentin bilden können. Dentin ist das Hartgewebe, welches den Zähnen Festigkeit verleiht. Sind Mäusezähne abgenutzt oder abgebrochen, sorgen diese Zellen dafür, dass die Zähne nachwachsen.

Außerdem fanden die Forscher heraus, dass es sich bei den Zellen in den Mäusezähnen um sogenannte mesenchymale Stromazellen handelt. Wird der Zahn beschädigt und so die Zellen aktiviert, senden diese ein Signal an die Mutterzelle des Gewebes und lösen eine Neuproduktion der Zähne aus.

Entscheidender Faktor: Klappt die Heilung auch bald beim Menschen?

Laut den Wissenschaftlern ist bei diesem Prozess insbesondere das Gen Dlk1 mit von der Partie, welches auch die Geweberegeneration im Wundheilungsprozess steuert. Die Aktivierung jenes Gens im menschlichen Körper könnten den Forscher zufolge ein Ansatz sein, um auch die menschliche Selbstheilung der Zähne in Gang zu bekommen. So könnten beispielsweise Karies, Kreidezähnen oder Zahnbruch geheilt werden. Ob der Ansatz auch in der Praxis funktioniert, muss erst noch in einer klinischen Studie validiert werden.

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