Trübes Wetter an grauen Wintertagen kann aufs Gemüt schlagen - und manchmal sogar eine Winterdepression auslösen. Etwa 800.000 Menschen sollen in Deutschland von dieser saisonalen Krankheit betroffen sein. In Großbritannien hat ein Forscher nun herausgefunden, dass Menschen mit einer bestimmten Augenfarbe anfälliger dafür sind.

Winterdepression: Augenfarbe als Signal für Anfälligkeit

In der von ihm durchgeführten Studie haben die Forscher fast 200 Studierende unter anderem zu ihrer Stimmung, ihrer Schlafdauer uns ihren sozialen Aktivitäten im Sommer und im Winter befragt. Dabei machten die Wissenschaftler eine überraschende Erkenntnis: Diejenigen mit hellen oder blauen Augen schienen seltener von einer Winterdepression betroffen zu sein als diejenigen mit dunklen oder braunen Augen.

Schon in früheren Forschungen sollte erkennbar gewesen sein, dass Menschen mit einer dunklen Augenfarbe deutlich öfters depressiv waren als solche mit blauen Augen. Laut dem Wissenschaftler würde der Grund dafür liegen, dass die Augenfarbe für die Lichtmenge verantwortlich ist, welche die Augen verarbeiten können. Individuen mit einer dunklen Augenfarbe könnten somit weniger Licht einfangen und öfter unter Depressionen und Stimmungsschwankungen leiden.

Was hilft gegen Winterdepressionen: Wohndetails verändern

Oft genügen ein paar sorgfältig ausgesuchte Wohndetails, um winterlicher Niedergeschlagenheit vorbeugen zu helfen. Der Einrichtungsberater Uwe Linke ist Experte in Sachen Wohnpsychologie und gibt Menschen, die in der kalten Jahreszeit unter einem Stimmungstief leiden, Tipps, was sich in den eigenen vier Wänden dagegen tun lässt.

1. Licht

Dunkelheit schlägt aufs Gemüt. Deshalb sollten die Räume, in denen sich der Bewohner oft und lange aufhält, hell erleuchtet sein. Die Sorge um eine hohe Stromrechnung lasse einige Menschen den Tag fast im Halbdunkel verbringen, sagt Linke. "Das ist aber am falschen Ende gespart." Licht verbrauche gar nicht so viel Strom.

"Dann lieber mal sonntags einen Kuchen weniger backen, als zu wenig Licht zu machen." Es gibt sogar spezielle Lampen, die Tageslicht nachahmen. Dieses sehr helle Sommerlicht-Imitat könne dabei helfen, Winterdepressionen vorzubeugen. Mindestens 30 Minuten täglich sollten sich gefährdete Menschen in den dunklen Monaten einem solchen Licht aussetzen, rät Linke. Diese Lampen können Sie im Fachhandel kaufen oder auch online bestellen, beispielsweise bei Amazon.

.

2. Farben

In Sachen Gute-Laune-Farben weiß der Herbst ganz gut Bescheid: Gelb, Orange und Rot, aber auch rotlastige Violett- und Beerenfarben vermitteln Wärme und Geborgenheit. Große Flächen wie Wände, Gardinen oder Schränke dagegen in Blau oder Grün zu halten, sei bei Depressionen nicht gerade förderlich, warnt Linke. Der Mensch empfinde sie oft als kalt.

Lesen Sie auch: Umfrage zeigt großes Unwissen über Depressionen

3. Linien

Liegt in einer Wohnung viel Zeug herum, kann das stören und auf die Stimmung schlagen - muss es aber nicht. "Eine Wohnung kann auch Ordnung ausstrahlen, ohne perfekt aufgeräumt zu sein", sagt Linke. Wichtig sei, dass Herumliegendes einem Konzept folgt. "Wenn man vorhandene Linien im Raum aufgreift, ist es in Ordnung, stapelweise Zeitschriften oder Bücher auf dem Boden zu sammeln." Das bringe Ruhe in den Raum. "Optische Ruhe gibt einem nicht das Gefühl, dass viel Unerledigtes zur Arbeit mahnt."

4. Materialien

Welche Oberflächen in der Wohnung kühl wirken und welche Geborgenheit vermitteln, sei von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Der eine findet Samt gemütlich, dem anderen gefällt glattes, weißes Leder. "Weil ihnen das gewissermaßen nicht zu nahe kommt", sagt Linke. Menschen mit Depressionen wüssten oft nicht, womit sie sich wohlfühlen, erklärt Linke. Viele seien ihren eigenen Bedürfnissen gegenüber deutlich weniger sensibel als gegenüber denen anderer. "Deshalb wissen sie nicht, wie sie einen Rückzugsbereich für sich schaffen können."

5. Pflanzen

Pflanzen haben grundsätzlich eine positive Wirkung auf Menschen. "Sie bringen quasi Grün und Sommer in die Wohnung", sagt Linke. Für viele Menschen sei es toll, etwas gedeihen zu sehen. Man fühle sich gebraucht und die Arbeit sei überschaubar. Aber Vorsicht: Menschen mit ernsten Depressionen kann die Pflanze als lebendes Wesen auch überfordern. "Sie stellt die stille Forderung: "Kümmer dich um mich."" Geht sie ein, ist das für einen depressiven Menschen dann nur ein erneutes Versagen.

Lesen Sie auch:Licht und Müdigkeit: Warum Winterschlaf auch für den Mensch interessant ist