Bamberg
Organspende

Wie die Organspende nach dem Tod abläuft

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist die bundesweite Koordinierungsstelle für die Organspende nach dem Tod. Im akuten Fall einer Organspende begleiten und entlasten die Koordinatoren der DSO das Krankenhauspersonal in allen organisatorischen Abläufen.
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Im Idealfall hat der Verstorbene seinen Willen in einem Organspendeausweis festgehalten. Ist das nicht der Fall, entscheiden die Angehörigen.  David-Wolfgang Ebener/dpa
Im Idealfall hat der Verstorbene seinen Willen in einem Organspendeausweis festgehalten. Ist das nicht der Fall, entscheiden die Angehörigen. David-Wolfgang Ebener/dpa
1. Wie läuft die Organspende ab?
Das Transplantationsgesetz schreibt zwei Bedingungen für die postmortale Entnahme von Organen vor:
1.)  Der Tod des Menschen muss durch Nachweis des irreversiblen Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms zweifelsfrei feststehen.
2.)  Es muss eine Einwilligung zur Organspende vorliegen.

2. Wie wird der Tod festgestellt?
Die Untersuchungen werden von zwei Ärzten unabhängig voneinander durchgeführt und protokolliert, die über eine mehrjährige Erfahrung in der Intensivbehandlung von Patienten mit akuten schweren Hirnschädigungen verfügen. Mindestens einer dieser Ärzte muss ein Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie sein. Hat ein Entnahmekrankenhaus keinen Arzt, der dafür qualifiziert ist, unterstützt die DSO auf Anfrage die Klinik und vermittelt den Kontakt zu erfahrenen Ärzten.

3. Wer überprüft die Einwilligung?
Ob der Verstorbene seinen Willen zur Organspende z.B. in einem Ausweis dokumentiert oder mündlich mitgeteilt hat, klärt in den meisten Fällen der behandelnde Arzt mit den Angehörigen. Ist nichts bekannt, werden die Angehörigen gebeten, eine Entscheidung nach dem vermuteten Willen des Verstorbenen oder nach eigenen Wertvorstellungen zu treffen. In vielen Fällen nimmt an diesen Gesprächen auch ein DSO-Koordinator teil. Auf Wunsch können die Hinterbliebenen weitere Personen zur Entscheidungsfindung hinzuziehen. Die Gespräche werden gemäß dem Transplantationsgesetz ergebnisoffen geführt. Ziel der DSO ist es, die Angehörigen in dieser Situation zu begleiten und ihnen zu helfen, eine stabile Entscheidung zu treffen, unabhängig davon wie diese ausfällt. Liegt eine Einwilligung zur Organspende vor, werden bei dem Verstorbenen die intensivmedizinischen Maßnahmen bis zum Zeitpunkt der Entnahme fortgeführt, damit die Funktion der Organe für die späteren Empfänger erhalten bleibt.

4. Wie werden die Organe vermittelt?
Die DSO-Koordinatoren veranlassen alle notwendigen medizinischen Untersuchungen des Verstorbenen. Mit der sorgfältigen Analyse der Daten bemüht sich die DSO, mögliche Erkrankungen und Infektionen des Spenders zu erkennen, die die Empfänger gefährden könnten. In Laboruntersuchungen werden die Blutgruppe und Gewebemerkmale bestimmt. Zusammen mit weiteren Angaben zum Spender senden die DSO-Mitarbeiter die Untersuchungsergebnisse an die Vermittlungsstelle Eurotransplant. Dort gleicht ein spezielles Computerprogramm die Daten des Spenders mit denen der Patienten auf den Wartelisten ab und ermittelt die passenden Empfänger. Die Vergabe von Spenderorganen richtet sich nach medizinischen Kriterien. Dabei spielen Dringlichkeit, Gewebeübereinstimmung und Erfolgsaussicht eine wichtige Rolle.

Eine Unterschrift, die Leben rettet

5. Wie werden die Organe entnommen?
Nach dem Tod können Nieren, Herz, Leber, Lunge, Pankreas und Dünndarm gespendet werden. In der Regel entnehmen die Chirurgen, die die spätere Transplantation durchführen, Herz und Lunge. Nieren, Pankreas und Leber entnehmen in den meisten Fällen regionale Teams. Der respektvolle Umgang mit dem Spender ist oberstes Gebot. Die Organspende erfolgt unter den gleichen Bedingungen wie jede andere Operation auch. Die Ärzte verschließen die Operationswunde sorgfältig und übergeben den Spender in einem würdigen Zustand. Die Angehörigen können sich in gewünschter Weise vom Verstorbenen verabschieden.

Organspende kann Leben retten


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