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Krankheit

Weltkrebstag: Zahl der Krebserkrankungen steigt rasant - Experte gibt Tipps zur Prävention

Der Weltkrebstag ist jährlich am 4. Februar. Dieses Jahr gibt die Weltgesundheitsorganisation beunruhigende Zahlen bekannt. Bis 2040 soll sich die Zahl der Krebsfälle fast verdoppeln. Etwa 40 Prozent der Erkrankungen sind womöglich durch vorbeugende Maßnahmen vermeidbar.
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Die vermutete Anzahl an Krebserkrankungen wird bis 2040 drastisch  ateigen. Bernd Wüsteneck/dpa
Die vermutete Anzahl an Krebserkrankungen wird bis 2040 drastisch ateigen. Bernd Wüsteneck/dpa

In Deutschland erkranken jährlich etwa eine halbe Millionen Menschen an Krebs. Zum diesjährigen Weltkrebstag gibt es Prognosen, die einen rasanten Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen befürchten. Von der EU-Kommission werden klare Maßnahmen angekündigt - doch auch jeder einzelne Bürger kann einfache Dinge beachten, die einer Erkrankung vorbeugen können.

Weltkrebstag: Rasanter Anstieg der Krebserkrankungen bis 2040 erwartet

Die Zahl der Krebsfälle weltweit dürfte sich nach einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2040 fast verdoppeln. Das geht aus dem alle fünf Jahre erstellten Weltkrebsreport der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hervor. 2018 erkrankten demnach weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs, 9,6 Millionen Menschen starben daran. Im Jahr 2040 dürften etwa 29 bis 37 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken, berichtet die IARC zum Weltkrebstag an diesem Dienstag.

Vor allem in den armen Ländern sei eine erhebliche Ausweitung der Krebserkrankungen zu erwarten, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Diese Staaten konzentrierten ihre beschränkten Mittel auf die Bekämpfung infektiöser Krankheiten wie Malaria und die Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit, so blieben nicht viele Ressourcen für den Kampf gegen Krebs. Weniger als 15 Prozent dieser Länder, etwa in Afrika oder Südasien, verfügten über die nötige medizinische Infrastruktur, um Krebspatienten zu behandeln.

Auch in Deutschland steigende Zahlen an Neuerkrankungen

Auch der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Michael Baumann, geht von einer solchen Entwicklung aus. Gründe seien die wachsende und älter werdende Weltbevölkerung, aber auch "Lebensstilfaktoren", sagte Baumann am Montag in Berlin. Für Deutschland erwarte man einen Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen von derzeit 500 000 auf dann etwa 600 000 Fälle.

Baumann rief die Menschen zu einer gesundheitsbewussteren Lebensweise auf. "Nach heutigem Wissensstand könnte man, wenn man alles das einhält, was wir derzeit wissen, tatsächlich 40 Prozent der Krebserkrankungen durch primäre Prävention verhindern."

Diese Dinge zur Krebsprävention können sie im Alltag beachten:

  • Nicht rauchen
  • Kein Übergewicht
  • Körperliche Aktivität
  • Gesunde Ernährung
  • Wenig bis kein Alkohol
  • Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen befolgen, die gegen Krebserkrankungen empfohlen werden

In Deutschland erkrankt fast jeder Zweite an Krebs

In Deutschland überlebten derzeit 65 Prozent aller an Krebs erkrankten Menschen für mindestens fünf Jahre. Damit sei Deutschland zwar international weit vorn. Das bedeute aber auch, "dass 35 Prozent aller Mitbürger, die an Krebs erkranken, eben nicht fünf Jahre überleben". Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt in Deutschland fast jeder Zweite an Krebs: Bei Frauen beträgt das Lebenszeitrisiko 42,6 Prozent, bei Männern 47,5 Prozent.

Weltkrebstag: EU-Kommission kündigt Maßnahmen an

Die EU-Kommission hat "entschiedene Maßnahmen" zur Bekämpfung von Krebserkrankungen angekündigt. "Wir wissen, dass vier von zehn Krebserkrankungen vermeidbar sind", sagte die zuständige EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der Tageszeitung "Die Welt" anlässlich des Weltkrebstages am Dienstag. Den Betroffenen müsse man die bestmögliche Versorgung zukommen lassen.

Krebs zu überleben sei auch eine Frage des Wohlstands, so die IARC, die zur WHO gehört. Sowohl Betroffene in ärmeren Ländern als auch ärmere Bevölkerungsschichten in reichen Ländern hätten geringere Überlebenschancen. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, sei in Ländern mit hohen Einkommen zwischen 2000 und 2015 um 20 Prozent gesunken, in Ländern mit niedrigen Einkommen nur um 5 Prozent.

WHO rechnet mit drastischem Anstieg der Krebserkrankungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Anstieg der Krebserkrankungen um 60 Prozent in den kommenden zwei Jahrzehnten. "Wir wollen unser Versprechen einlösen, eine Strategie zu entwickeln, die effektivere Präventionsmethoden sicherstellt", sagte Kyriakides. Der wichtige erste Schritt auf diesem Weg sei eine europaweite Konsultation, um das aussichtsreiche Vorgehen zu identifizieren.

Dafür sollen Patienten, Ärzte und Pfleger, Forscher, die Industrie, öffentliche Stellen und die Öffentlichkeit ihre Expertise und Erfahrung einbringen. Außerdem müsse es darum gehen, Betroffenen die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. "Unsere Strategie wird sicherstellen, dass Patienten so viel Unterstützung wie möglich erhalten, von der Diagnose bis zur Behandlung und Langfristpflege. Das betrifft auch die Lebensqualität für Krebsüberlebende", sagte die EU-Gesundheitskommissarin.

Ein Viertel der Krebstode auf Rauchen zurückzuführen

Dagegen können mehr als 90 Prozent der reichen Staaten eine Behandlung für Menschen mit Krebs anbieten, wie es weiter hieß. Die WHO betonte, dass viele Krebserkrankungen durch Änderungen des Lebensstils und riskanter Angewohnheiten vermieden werden könnten. So sei das Rauchen die Ursache von einem Viertel aller Krebs-Todesfälle. Zudem empfahl die Weltgesundheitsorganisation regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Die häufigste Form sei der Lungenkrebs gewesen, gefolgt vom weiblichen Brustkrebs und dem Darmkrebs.

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