Berlin
Weihnachten

Gefährliche Weihnachtsbeleuchtung: Gesundheitsschädliche Stoffe in Lichterketten nachgewiesen

Weihnachten ohne Lichterketten? Für viele Menschen ist das unvorstellbar. Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz warnt: Viele Lichterketten enthalten gefährliche Schadstoffe.
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Ob zur Dekoration in Schlaf- und Wohnzimmer oder ausschließlich am Weihnachtsbaum: Lichterketten sind für viele Menschen in der Weihnachtszeit ein absolutes Muss. Doch die Weihnachtsbeleuchtung kann in einigen Fällen schädlicher für Mensch und Tier sein als bisher vermutet. Der BUND lies im Herbst 2019 Lichterketten bekannter Hersteller auf Schadstoffe testen. Ein externes Labor untersuchte die Produkte hinsichtlich bedenklicher Stoffe, die als Weichmacher für PVC dienen. Das Ergebnis ist schockierend.

Drei von Vier Lichterketten für den Verkauf ungeeignet

Die Testergebnisse des BUND sind alarmierend: Drei der vier überprüften Lichterketten wiesen eine derart hohe Schadstoffbelastung auf, dass sie nicht verkauft werden dürften. Bei einer Lichterkette lag der Gehalt an gesundheitsschädlichen Weichmachern 27 Prozent über dem vorgegebenen Grenzwert. Lediglich eine Lichterkette überschritt die einzuhaltenden Richtwerte nur minimal. Die anderen beiden überschritten mit 11,2 Prozent beziehungsweise 24 Prozent ebenfalls deutlich den Grenzwert.

Weichmacher können schwere gesundheitliche Folgen verursachen

Die in den Lichterketten nachgewiesenen Weichmacher DEHP und DBP ähneln vom Körper hergestellten Hormonen. Laut BUND wiesen mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen Weichmachern und späteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach. So werden Weichmacher in einigen Studien mit verminderter Spermienqualität, verfrühter Pubertät, Asthma oder ADHS in Verbindung gebracht.

BUND kontaktierte die Hersteller der Lichterketten

Das EU-Chemikalienrecht sagt: Verbraucher haben das Recht zu erfahren, ob ein Produkt gefährliche Chemikalien enthält oder nicht. Aus diesem Grund fragte der BUND bei Herstellern und Händlern der Lichterketten nach. Drei der Unternehmen wiesen die Vorwürfe von sich und behaupteten, dass ihre Produkte frei von besorgniserregenden Stoffen seien. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz eine klare Fehleinschätzung - Die Umweltschutzorganisation forderte die Hersteller auf, ihre Ware nicht weiter zu verkaufen.

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