Horn im Schädel durch Smartphones ausgelöst?

Dass Smartphones nicht nur positiv für die Entwicklung der Menschheit sind, ist bereits bekannt. Die beiden Mediziner David Shahar und Mike Sayers von der Universität Sunshine Coast in Queensland, Australienhaben jetzt aber eine ganz neue Erkenntnis: Bei einigen Kindern und Jugendlichen wurden in einer Studie hornförmige Knochen im Schädel entdeckt. Diese werden wahrscheinlich durch eine zu hohe Smartphone-Nutzung ausgelöst. Für die Studie wurden 218 Röntgenaufnahmen von Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren analysiert. Die Forschenden stellten dabei fest, dass 41 Prozent der Teilnehmenden eine 10 bis 30 Millimeter große knöcherne Wucherung am Hinterkopf entwickelt hatten. Bei 400 von 1.200 Probanden im Alter zwischen 18 und 86 Jahren entdeckten sie eine auffällige Hornbildung an der Schädelbasis. Da diese normalerweise nur bei älteren Menschen auftritt, stellen die beiden Mediziner die These auf, dass dieses kleine Horn durch die regelmäßige Smartphone- oder Tablet-Nutzung entstanden ist. Muskeln, Bänder und Sehnen im Hals- und Nackenbereich seien heutzutage möglicherweise einer zu hohen Belastung ausgesetzt. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt "Journal of Anatomy"publiziert.

Durch die Verwendung von Smartphones ändert sich unsere Haltung

"Es ist wichtig zu wissen, dass die Knochensporen in den meisten Fällen nur wenige Millimeter messen, doch haben wir bei der untersuchten jungen Bevölkerung Knochensporen von 10 bis 30 Millimeter gefunden", erklärt Studienautor Dr. David Shahar in einer Pressemitteilung. Weitere Tests, einschließlich MRT-Scans und Blutuntersuchungen, schlossen die Möglichkeit aus, dass das Wachstum auf genetische Faktoren oder Entzündungen zurückzuführen war. Die Ergebnisse sollten eine Warnung hinsichtlich einer frühen Entwicklung von Knochen- und Gelenkschäden sein. Ursache sei die schlechte Körperhaltung bei der Verwendung von in der Hand gehaltenen Technologien. Hier sollten durch Haltungsmodifikationen vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, fordern die Forschenden.

Wie kann das Problem gelöst werden?

"Wir gehen davon aus, dass die anhaltende Zunahme der Belastung beim Muskelaufbau darauf zurückzuführen ist, dass sich das Gewicht des Kopfes durch den Einsatz moderner Technologien über einen langen Zeitraum nach vorne verlagert," erläutert Dr. Shahar weiter. Wenn Menschen ihren Kopf nach vorne verlagern, wird das Gewicht des Kopfes von den Knochen der Wirbelsäule auf die Muskeln im Nacken und im Kopf übertragen. Die erhöhte Belastung führt dann zu Veränderungen, sowohl an den Sehnen, als auch an den Knochen. Die knöcherne Wucherung selbst ist eigentlich kein großes Problem. Die Wucherung ist vielmehr ein Zeichen für eine anhaltende falsche Haltung, die ganz einfach korrigiert werden kann. Die Nutzung von Mobiltelefonen sollte durch eine Neukalibrierung mit der Körperhaltung in Einklang gebracht werden. Es könnten zum Beispiel speziell geformte Kissen verwendet oder Übungen durchgeführt werden, bei denen die obere Brust angehoben wird. Eine weitere Studie von Dr. Shahar, veröffentlicht in in der Fachzeitschrift "Scientific Reports", ergab, dass Knochenwucherungen am Hinterkopf bei jungen Erwachsenen größer und häufiger waren als bei älteren Menschen. (fs)