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Hygienetipps

Vom Smartphone bis zum Küchenschwamm: die schlimmsten Bakterienfallen und wie man sie vermeidet

Egal was wir berühren, Bakterien verstecken sich überall. In der Küche, im Bad, im Büro oder unterwegs: an vielen Orten lauern regelrechte Keimfallen! Ein Küchenschwamm zum Beispiel trägt bis zu 362 verschiedene Bakterien-Arten auf sich. Ein Telefon kann 400 mal dreckiger sein als eine Klobrille.
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Überall lauern sie, die bösen kleinen Bakterien. Ob reines Desinfizieren als Schutz reicht, erfahren Sie hier. Symbolfoto: pixabay/Gadini
Überall lauern sie, die bösen kleinen Bakterien. Ob reines Desinfizieren als Schutz reicht, erfahren Sie hier. Symbolfoto: pixabay/Gadini
Sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen um sich vor Bakterien zu schützen - das machen (hoffentlich) die meisten. Aber oft lauern Keimfallen an Orten, von denen man es nicht gedacht hätte. Wird nicht ausreichend auf Hygienemaßnahmen geachtet, können die Bakterien schnell in den Körper wandern und unangenehme Krankheiten wie das Noro-Virus auslösen.


1. Bakterienfallen in der Küche

Eine Studie der Uni Furtwangen der Uni Gießen von 2017 entdeckte in gebrauchten Küchenschwämmen 362 verschiedene Bakterien-Arten. Die Hälfte der gefundenen Arten gehören zu den potenziell gesundheitsgefährdenden. Die Forscher fanden zudem heraus, dass durch Erhitzen der Schwämme mit heißem Wasser oder in einer Mikrowelle der Anteil gesundheitsschädlicher Bakterien sogar noch zunahm.

Nicht nur in Schwämmen fühlen sich Krankheitserreger besonders wohl, das feucht-warme Klima in der Küche ist an vielen Orten eine ideale Wachstumsumgebung für Bakterien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet sogar, dass die Zahl der Lebensmittelerkrankungen in den vergangenen 20 Jahren extrem zugenommen hat.

Benutztes Geschirr sofort säubern: Lassen Sie ihr Geschirr und Besteck nicht unnötige lange nach dem Essen herumstehen, sonder waschen Sie es möglichst Zeitnahe ab.

Bei Schneidebrettern ist noch nicht abschließend geklärt, ob man nun zu Holz oder Kunststoff greifen sollte. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Das Holzbrett kann zwar Antibakteriell wirken, sollte aber nach dem Spülen gut Luftgetrocknet werden. Wohingegen die Plastikbretter in die Spülmaschine gesteckt werden können und schnell wieder einsatzbereit sind. Reservieren Sie für Fleisch, Fisch und Obst beziehungsweise Gemüse jeweils separate Schneidebretter.

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Hygiene in der Küche heißt auch: Kühlkette beachten. Wer tiefgefrorene Lebensmittel kauft, sollte unbedingt auf eine durchgehende Kühlkette achten. Denn kalte Temperaturen helfen dabei, die Ausbreitung von Keimen einzudämmen. Verwenden Sie deshalb besonders in der warmen Jahreszeit eine Kühltasche für den Weg vom einkaufen nach Hause.

Die Empfehlung lautet:
Spülschwämme am besten einmal pro Woche austauschen und nach dem Benutzen gut auswringen. Hand- und Trockentücher bei mindestens 60 Grad waschen.


2. Bakterienfalle Badezimmer

Auch im Badezimmer bietet sich ein angenehm feuchtwarmes Klima, perfekt für Bakterien und Keime um sich zu vermehren. Kein Wunder also, dass sie sich in der Dusche, der Badewanne und auch in den Handtüchern befinden.

Forscher der Universität Colorado haben herausgefunden, dass sich Keime gerne in Duschköpfen aus Plastik einniesten. Für Leute mit einem intakten Immunsystem ist das wenig gefährlich, doch sollte dies nicht der Fall sein so können Bakterien solcher Art ihre Gesundheit schwächen.

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Unser Tipp für's Bad:

Duschköpfe regelmäßig reinigen und Plastikduschköpfe meiden. Alle potenziellen Bakterienträger regelmäßig bei minimal 60 Grad Celsius waschen oder wechseln. Um unangenehme Pilze im Bad zu vermeiden, sind eine gute Durchlüftung und das Beseitigen von feuchten Stellen wichtig. Zahnbürsten sollten mindestens alle sechs Wochen ausgetauscht werden und Handtücher wöchentlich.


3. Bakterienfallen im Arbeitszimmer oder im Büro


Kaffeemaschine, Kopfhörer oder Schreibtisch - auch im Büro sind wir vielen Keimfallen ausgesetzt, vielleicht sogar mehr als manche denken. Der Mikrobiologe Professor Charles Gerba von der Universität Arizona fand heraus, dass sich rund 3895 verschiedene Mikroben pro Quadratzentimeter auf Telefonen und Headsets befinden. Sie sind somit 400 Mal dreckiger als eine Klobrille! Auch auf dem Schreibtisch tummeln sich bis zu 3249 Mikroben pro Quadratzentimeter. Noch mehr sind es bei Leuten die gerne am Arbeitsplatz snacken. Genauso bei Tastatur und Maus: auch dort lauern oft ungewünschte Bazillen und Mikroben.

Im Büroleben ist die regelmäßige Benutzung der Kaffeemaschine lebensnotwenig. Deswegen müssen Kaffeeliebhaber jetzt ganz stark sein. Das SGS Institut Fresenius hat im Auftrag von WDR Zwischen 170 und 3800 koloniebildende Einheiten pro Milliliter im Kaffee gefunden.

Die Ursache: Das Wasser im Wassertank wird viel zu selten ausgetauscht! Keime, Schimmelpilze und Hefen lagern sich an den Wänden der Tanks ab und werden schwallweise in den Kaffee abgegeben.
Was hilft? Wassertank abends ausleeren, ausspülen und trocknen lassen. Genauso Kaffeeauslässe und Milchaufschäumerdüsen gründlich reinigen. Auch normale Filtermaschinen sollten regelmäßig gespült und entkalkt werden.

Unser Tipp für's Büro Einfach aber effizient!:
Hände gut waschen und trocken. Hände, Tastatur, Telefonhörer und Schreibtische regelmäßig desinfizieren und auch gut trocken!

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4. Bakterienfalle Smartphone


Circa 2.500 Mal am Tag haben wir unser Smartphone in der Hand, manchmal in der Küche , in der Bahn oder sogar auf dem Klo. Jedes mal übertragen wir dabei viele Keime, Bakterien und andere Erreger. Doch mal ehrlich, wann haben Sie es das letzte mal gereinigt?

Laut Pressebox reinigt nur jeder vierte Handybesitzer intensiv und bewusst sein Smartphone. Knapp die Hälfte säubert es nur gelegentlich bis flüchtig, etwa nur durch abwischen an der Kleidung. Nicht mal jeder fünfzigste reinigt sein Handy wöchentlich.

Keine scharfen Reinigungsmittel
Auch wenn es naheliegt das Handy mit Glasreiniger, Spülmittel oder Alkohol zu reinigen, sind scharfe Reinigungsmittel nicht geeignet für die Säuberung solch sensibler Gerätschaften. Besser geeignet sind spezielle Hygienesprays mit einer keimabtötenden, antibakteriellen Wirkung.


5. Bakterienfallen unterwegs


Häufig berühren wir Oberflächen, die auch viele andere Menschen angefasst habe wie zum Beispiel: Geldautomaten, im öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Supermarkt.

Waschen Sie sich jedes Mal die Hände, wenn Sie nach Hause kommen beziehungsweise wenn Sie in einem Café oder Restaurant etwas verzehren. Vermeiden Sie es außerdem, in Ihr Gesicht zu fassen. Auf diese Weise verteilen Sie die Bakterien und Viren nicht in der Augen-, Mund- und Nasen-Region, wo sie durch die Schleimhäute leicht in den Körper gelangen können.

Übertriebene Hygiene sei schädlich: Vor allem Kinder müssen sich mit Keimen auseinandersetzen, um ihr Immunsystem zu trainieren und Krankheiten zu vermeiden. Spezielle Mittel oder Lotionen zur Handdesinfektion empfehlen Experten übrigens nur bei Personen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Denn Vorsicht ist geboten bei Desinfektionsmittel, das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt!:
Viele der Mittel sind giftig und können Allergien auslösen. Oft enthalten sie Alkohole, ätzende Säuren oder Chlor. Die Substanzen können die Haut reizen oder sogar schädigen. Bei gesunden Menschen reicht es, die Hände regelmäßig und gründlich zu waschen.


So reinigen Sie Ihre Hände gründlich!

Nehmen Sie sich für das Händewaschen genug Zeit: Mindestens eine halbe Minute!

1. Halten Sie Ihre Hände unter fließendes Wasser und feuchten Sie sie gründlich an. Die Temperatur spielt dabei keine Rolle, solange Sie sie als angenehm empfinden.

2. Seifen Sie Ihre Hände sorgfältig ein. Dazu gehören die Handinnenflächen und der Handrücken ebenso wie die Fingerspitzen, die Fingerzwischenräume und die Daumen. Vergessen Sie auch die Fingernägel und das Nagelbett nicht.

Tipp: Flüssigseifen sind hygienischer als Seifenstücke. Achten Sie dabei darauf, dass die Seife pH-neutral ist. Auf diese Weise wird der natürliche Säureschutzmantel der Haut, der Krankheitserreger abwehrt, nicht angegriffen.

3. Halten Sie Ihre Hände erneut unter das Wasser und spülen Sie die Seife vollkommen ab.
Trocken Sie Ihre Hände sorgfältig. Vergessen Sie auch hier nicht die Fingerzwischenräume.

Hinweis: Das Abtrocknen ist nicht nur wichtig, um die Hände von Feuchtigkeit zu befreien. Beim Abtrocknen werden zusätzliche Keime entfernt, die nach dem Waschen noch an den Händen haften. Elektrische Warmluft- oder Drucklufthandtrockner trocknen Ihre Hände zwar innerhalb weniger Sekunden, verteilen jedoch gleichzeitig sehr viele Keime in der Luft. Zudem haben Tücher den Vorteil, dass Sie zusätzlich Keime von der Haut reiben, die das Wasser nicht ablösen konnte.

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Zu guter Letzt noch 5 Allgemeine Hygiene-Tipps:

  • Nie in die Hand husten, nur in die Ellenbeuge
  • Vier Mittel im Haushalt reichen: Zitronensäure, Essigsäure, Waschsoda, Spiritus
  • Wenn keine andere Wahl besteht: Lieber mal ohne Seife waschen als gar nicht waschen!
  • Staubsauerbeutel regelmäßig wechseln, um Pilzsporen zu vermeiden
  • Salat nie auf dem Brett schneiden, auf dem man zuvor das Fleisch geschnitten hat


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