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Erkrankung

Volkskrankheit Depression: Schilddrüsen-Entzündung oder nur die Wechseljahre?

Millionen Menschen leiden an Angstzuständen sowie Depressionen in Deutschland. Aber was ist eigentlich die Ursache für das ständige Gefühl von Bedrückung?
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Frauen weisen laut den Forschungsergebnissen eine 3,5 Mal höhere Wahrscheinlichkeit auf, an Depressionen, durch eine organische Ursache  zu erkranken. Symbolbild: pixabay.com / geralt
Frauen weisen laut den Forschungsergebnissen eine 3,5 Mal höhere Wahrscheinlichkeit auf, an Depressionen, durch eine organische Ursache zu erkranken. Symbolbild: pixabay.com / geralt
Schilddrüse als Ursache für Depressionen?
Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben einen Zusammenhang zwischen einer chronischen Erkrankung der Schilddrüse und Depressionen beziehungsweise Angsterkrankungen entdeckt. In Fachkreisen spricht man von einer "Autoimmunthyreoiditis", kurz: AIT. Rund zehn Prozent aller Menschen sind in Deutschland davon betroffen.

Anschließend an die Präsentation der neuen Erkenntnisse, wurde eine passende Therapie präsentiert. Die Neuigkeiten wurden im Fachmagazin "JAMA Psychiatry" veröffentlicht.



Volkskrankheit Depression

Die Krankheit zählt zu den am weitest verbreiteten Krankheiten Deutschlands. Zahlen aus dem Jahr 2016, die das Statistische Bundesamt bekannt gab, offenbaren erschreckende Daten: Mehr als eine Viertel Millionen Patientinnen und Patienten sind in Kliniken stationär in Behandlung.

Laut den Veröffentlichungen der fränkischen Forscher weisen etwa vier Millionen Menschen in Deutschland Symptome von depressiven Erkrankungen auf.


Warum ist die Schilddrüse für Angstzustände verantwortlich?

Bei einer AIT ist die Schilddrüse in einem dauerhaften Entzündungszustand. Das hat direkten Einfluss auf den psychischem Zustand eines Menschen, da über die Schilddrüse Hormone in den Stoffwechsel gelangen. Dieser Hormonhaushalt ist gestört durch die anhaltende Entzündung.

Bei hormonellen Störungen werden oftmals die Wechseljahre als Begründung heran gezogen, da keine direkten Schmerzen spürbar sind, sondern eher ein Gefühl, eine Stimmung oder Laune damit einher geht.


Klassische Symptome

Innere Unruhe, Erschöpfung und dauerhafte Anspannung sind typische psychische Symptome, die auftreten. AIT betrifft meistens Menschen zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr. Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler zeigen jedoch, dass Frauen ein 3,5-fach höheres Risiko aufweisen zu erkranken, als Männer.

Die von den Erlanger Forschern vorgeschlagene Therapie beinhaltet ein frühzeitiges Antidepressiva. Zusätzlich wird das Spurenelement Selen zu sich genommen. Zusätzlich beinhaltet die Therapie ein sogenanntes "AIT-Screening", womit Antikörper bestimmt werden sollen.
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