In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Internet-Suchanfragen nach "Visiere statt Masken kaufen" stark gestiegen - um stolze 1300 Prozent. Das Suchinteresse nach der Frage "Wo sind Visiere erlaubt" stieg ebenfalls um 170 Prozent. Nach Google-Angaben erreichte der Begriff "Visiere" in diesem Monat ein Rekordhoch, wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt. 

Die Visiere - auch Face Shields genannt - bestehen aus einem gebogenen, transparenten Plastikschild und werden mit einem Ring am Kopf befestigt. Für viele scheint dieser Gesichtsschutz als Alternative für den Mundschutz. Visiere bieten auch einige Vorteile: Es lässt sich leichter atmen als mit dem eng anliegenden Mundschutz, es verhindert das unbeabsichtigte ins Gesicht fassen und es ist einfacher zu reinigen. Außerdem durchfeuchtet das Visier nicht so schnell wie eine Maske, die lange getragen wird. Trotzdem hat das Schutzvisier einen entscheidenden Nachteil: Es ist nicht abgeschlossen und erfüllt damit nicht die Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes.

Visier statt Maske gegen Corona: Ist das wirklich eine Alternative?

Da ein derartiger Schutz die Anforderungen nicht erfüllt, ist er laut dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege nicht ausreichend. Die Mund-Nasen-Bedeckung muss laut deren Vorgaben groß genug sein, um Wangen, Mund und Nase vollständig zu umschließen. Zudem muss der Schutz an den Rändern möglichst nah anliegen. Die Visiere können die Tröpfchen, vor allem durch die großzügigen Öffnungen nach oben und unten, nach wie vor leicht verteilen was die Verteilung der Viren durch die Atemluft nicht reduziert. Auch das Robert-Koch-Institut sieht die Verwendung der Visiere nicht "als gleichwertige Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung", wie das Institut auf der Homepage mitteilt. Für einige kann das Visier trotzdem eine Alternative sein.

Gesichtsvisier mit drei Wechselfolien 

Menschen mit Behinderungen und Demenz, psychischen Erkrankungen oder anderen körperlichen Einschränkungen sind in bestimmten Fällen von der Maskenpflicht ausgeschlossen. Für diese sei das Visier tatsächlich eine Alternative, schreibt das Robert-Koch-Institut. Damit können diese Menschen zeigen, dass sie die derzeit getroffenen Maßnahmen für die Bevölkerung unterstützen und auch einen kleinen Beitrag leisten, teilt das Institut weiter mit.

Auch Virologe Alexander Kekulé befasst sich in seinem MDR "Corona-Kompass" mit dem Thema Mundschutz versus Visier. Er unterscheidet in dem Beitrag ganz klar zwei Arten von Tröpfchen:

Die eine Art von Tröpfchen sind so groß, dass sie auf gerader Bahn ein Stück fliegen und dann zu Boden fallen. Das ist die klassische Tröpfcheninfektion. Für diese Art bietet das Visier ausreichend Schutz, weil sie dadurch natürlich abgefangen werden.

Bei den anderen Tröpfchen kann man nicht genau sagen, welchen Einfluss sie haben. Diese stehen in der Luft und bilden die sogenannten Aerosole. Sie übertragen die Infektion, weil sie durch die Luft getragen werden. Unterhält man sich also in einem Raum länger mit einem anderen Menschen, entsteht eine gewisse Menge von Aerosolen und eine Infektion auch auf zwei Meter Abstand ist möglich. Die Übertragung durch Aerosole macht laut Kekulé zwar nur einen geschätzten Prozentsatz von etwa 10 bis 20 Prozent aller Infektionen aus. Sie spielt daher keine allzu große Rolle für die Epidemiologie, aber man sollte sie nicht außer Acht lassen. 

Die Bestseller bei Visieren

Kekulé weist zudem nochmals darauf hin, dass ein Mundschutz nur dann etwas bringt, wenn er richtig getragen und gereinigt wird. Wartet man bis er durchfeuchtet ist, sammelt man dort die Viren vor dem eigenen Mund. Sitzt man also nicht zu lange und produziert somit nicht einen großen Anteil an Aerosolen, ist das Visier laut des Virologen genauso geeignet. 

Nur drei Bundesländer erlauben Schutzvisier als Masken-Ersatz 

Bis auf drei Bundesländer hat aber kein weiteres Bundesland die Verwendung der Visiere als Masken-Ersatz erlaubt. Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat neben den Alltagsmasken ausdrücklich Gesichtsvisiere zugelassen wie die Neue Westfälische mitteilt. Hamburg hat am 6. Mai nachgezogen und festgelegt, dass jede Bedeckung von Mund und Nase zulässig ist. Damit wurden Plexiglasvisiere ebenfalls erfasst.

Zuletzt zog Hessen nach. Sie aktualisierten am 16. Mai ihre Verordnung zur Maskenpflicht. Dort dürfen Verkäufer und Servicekräfte in der Gastronomie statt einer Stoffmaske nun auch zum transparenten Visier greifen. Das gilt auch für den Einkauf im Supermarkt und dem Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Maske jetzt hier bestellen

In unserem Artikel "Mundschutz kaufen: Hier gibt des noch Corona-Masken" finden Sie noch weitere Online-Händler, wo sie Mundschutze bestellen können. Wer dann doch selbst gerne näht,findet hier eine einfache Anleitung zum selber nähen.

 

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