Berlin
Stiftung Warentest

Verstopfungen, Durchfall und Sodbrennen: Auf diese Medikamente sollten Sie verzichten

Die Ergebnisse der Stiftung Warentest sind deutlich: Viele rezeptfreie Mittel gegen Sodbrennen, Verstopfungen und Co. sind nutzlos oder sogar schädlich.
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Die Ergebnisse der Stiftung Warentest sind deutlich: Viele rezeptfreie Mittel gegen Sodbrennen, Verstopfungen und Co. sind nutzlos oder sogar schädlich. Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Ergebnisse der Stiftung Warentest sind deutlich: Viele rezeptfreie Mittel gegen Sodbrennen, Verstopfungen und Co. sind nutzlos oder sogar schädlich. Foto: Patrick Pleul/dpa
Viele Menschen greifen bei Sodbrennen, Verstopfungen und Durchfall zunächst zu einem rezeptfreien Medikament. Doch die frei zugänglichen Mittel sind laut Stiftung Warentest nicht immer geeignet. In einem neuen Test stellen die Verbraucherschützer Arzneimitteln ein schlechtes Zeugnis aus: Sie seien teilweise ungeeignet - im schlimmsten Fall sogar schädlich.


Verstopfungen


Abtei Abführkapseln SN und Doppelherz Abführkapseln
Beide Produkte enthalten als Wirkstoff Rizinusöl. Laut Stiftung Warentest wirkt dieses drastischer als anderer, besser geeignete Mittel - und führt dadurch häufiger zu Nebenwirkungen.

Chol-Kugeletten Mono überzogene Tabletten und Kräuterlax
In beiden Mitteln wird Aloe eingesetzt - auch diese wirkt laut Stiftung Warentest drastischer als andere Mittel und sollte deswegen nicht eingesetzt werden.

Obstinol M
In Obstionol M wird dickflüssiges Paraffin eingesetzt. Dies sei ein veraltetes Abführmittel, dass für seine Nebenwirkungen bekannt sei. So könne es in Einzel­fällen zu Ablagerungen von dick­flüssigem Paraffin in der Lunge kommen.

Laut Stiftung Warentest enthalten geeignete Abführmittel beispielsweise Flohsamen, Sennes, Natriumpicosulfat, Laktulose oder Macrogol.


Durchfall


Colina
Die Wirksamkeit des Mittels ist laut Stiftung Warentest nicht nachgewiesen.

Tannacomp Tabletten
Die Wirksamkeit von den beiden enthalten Stoffen Tanninalbuminat und Ethacridinlaktat ist nicht bewiesen. Beide Inhalts­stoffe können leicht Allergien auslösen.

Uzara Tabletten/ Saft/Lösung
Das Mittel könne Darmkrämpfe auslösen, bemängeln die Tester. Außerdem enthalte das Mittel Alkohol und seine Wirksamkeit sei nicht nachgewiesen.

Die Alternative von Stiftung Warentest: "Als Basistherapie eignet sich Elektrolytlösung, um Flüssigkeit und Substanzen, die bei Durchfall verloren gehen, zu ersetzen. Bei schmerzhaften Darmkrämpfen ist unter Umständen kurzzeitig Loperamid möglich."


Sodbrennen


Gaviscon Advance Pfefferminz Suspension
In dem Mittel werden die Wirkstoffe Kaliumhydrogenkarbonat und Natriumalginat verwendet. Dass die Kombination beider einen Vorteil biete, sei jedoch nicht nachgewiesen. Außerdem könne Kaliumhydrogenkarbonat selbst Magenbeschwerden auslösen.

Retterspitz innerlich Lösung
Die Kombination der Imnhaltsstoffe sei nicht sinnvoll.

Als Alternativen schlagen die Tester Wirkstoffe wie Hydrotalcid, Magaldrat, Ranitidin, Omeprazol und Pantoprazol vor.


Weitere nutzlose Medikamente


Neben Medikamenten bei Durchfallerkrankungen, Verstopfungen und Sodbrennen testete die Stiftung auch Präparate gegen Erkältung und Schmerzen. Auf welche Medikamente Sie besser verzichten sollten, lesen Sie hier:

Nutzlose Medikamente gegen Erkältung: Stiftung Warentest mit vernichtendem Urteil

Stiftung Warentest: Diese beliebten Schmerzmittel sind nutzlos


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