Nabburg
Infektionskrankheit

Verdacht auf Hasenpest: Neun Jäger aus Bayern auf Isolierstation - wie gefährlich ist die Krankheit?

Neun Jäger haben sich in Nabburg (Kreis Schwandorf) wahrscheinlich mit der Hasenpest angesteckt. Wie wurden die Krankheit übertragen und wie gefährlich ist sie?
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Vermutlich haben sich die Jäger beim Ausweiden von Hasen mit der Krankheit angesteckt. Symbolfoto: pixabay/12019
Vermutlich haben sich die Jäger beim Ausweiden von Hasen mit der Krankheit angesteckt. Symbolfoto: pixabay/12019

Neun Jäger haben sich bei einer Jagd in Nabburg (Landkreis Schwandorf) mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Hasenpest angesteckt. Sie kamen auf die Isolierstation im Amberger Krankenhaus, wie Hans Prechtl vom Landratsamt Schwandorf am Mittwoch auf Anfrage mitteilte.

Acht Hasen hatten die Jäger am 27. Oktober erlegt. Wohl einer davon habe acht Männer infiziert, die beim Ausweiden und Verpacken Kontakt mit den Tieren hatten. Ein neunter Jäger sei vermutlich von seinem Hund angesteckt worden. Zuerst hatte "Der neue Tag" berichtet.

Neun Jäger im Krankenhaus

Medizinisch müsse man noch von einem Verdacht auf Hasenpest sprechen, da Antikörper erst nach einigen Tagen im Blut nachgewiesen werden könnten. Es handele sich aber mit "überragend großer Wahrscheinlichkeit" um die Erkrankung, sagte Prechtl.

Acht Jäger waren am 4. November ins Krankenhaus gekommen, der neunte dann am vergangenen Dienstag. Die Tatsache, dass alle Männer ähnliche Symptome hatten, erhärtete den Verdacht auf Hasenpest. An diesem Donnerstag sollen die Erkrankten erneut Blutproben abgeben.

Übertragung der Hasenpest - kann man sich beim Kochen anstecken?

Hasenpest wird in der Regel von Tier zu Tier übertragen. Menschen stecken sich meist über den direkten Kontakt mit dem Fleisch infizierter Tiere an. Vorsicht: Dies kann auch beim Zubereiten von Fleisch passieren. Eine weitere Möglichkeit besteht laut Robert Koch Institut (RKI) in der Aufnahme von mit Kot (z.B. Mäusekot) verunreinigten Lebensmitteln (z.B. Getreide). Auch eine Übertragung über Parasiten wie Zecken oder Mücken ist möglich.

Wie gefährlich ist die Hasenpest?

Die Hasenpest ist beim Menschen schwer zu erkennen, weil die Symptome denen einer schweren Grippe ähneln: Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellung und Appetitlosigkeit zählten dazu, erklärte Prechtl. Schnell erkannt sei die Hasenpest aber gut zu behandeln. Unbehandelt endet die Krankheit laut RKI aber in 30 Prozent aller Fälle tödlich.

Wie häufig ist die Hasenpest?

Die Zahlen scheinen in den letzten Jahren anzusteigen. Im Jahr 2016 wurden 41 Erkrankungen in Deutschland festgestellt - die höchste Zahl seit dem Jahr 2001. Die Zahlen zeigen aber auch: Die Infektionskrankheit ist kein Massenphänomen. Auch deshalb wurde bisher der Einsatz eines vorhandenen Impfmittels in deutschland noch nicht umgesetzt.

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Prechtl appellierte an Jäger, beim Kontakt mit Tieren auf Handschuhe und Mundschutz zurückzugreifen. Fußgänger seien nicht gefährdet, solange sie sich von ungewöhnlich zutraulichen Tieren fernhielten.



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