Einer aktuellen Umfrage zufolge hat jeder achte Deutsche keinen Impfpass. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Donnerstag (14. November 2019) berichten besitzt der repräsentativen Forsa-Befragung zufolge, die die Techniker Krankenkasse (TK) in Auftrag gegeben hat, unter den Alleinlebenden sogar nur jeder Fünfte einen Impfausweis.

Menschen, die in einem Haushalt mit drei oder mehr Personen leben, gaben demnach zu 95 Prozent an, einen Impfpass zu besitzen.

Zu viele Menschen haben keinen Impfpass

"Über die Gründe für diese Unterschiede können wir nur spekulieren", sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas den Funke-Zeitungen. Es könne sein, dass Menschen in Haushalten mit Kindern für das Thema Impfen sensibilisierter seien. "Die Ergebnisse zeigen jedoch deutlich, dass zu viele Menschen keinen Impfpass haben und ihren Impfstatus gar nicht überprüfen können", sagte Baas.

Am Donnerstag hat der Bundestag über das Masernschutzgesetz abgestimmt. Nach einem Entwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), müssen Eltern künftig nachweisen, dass ihre Kinder gegen Masern immunisiert sind, bevor sie sie in einer Kindertagesstätte oder Schule anmelden. Auch Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter sowie Personal in Gesundheitseinrichtungen und Flüchtlingsunterkünften sind jetzt zur Masernimpfung verpflichtet.

Damit eine Bevölkerung einschließlich der nicht geimpften Menschen komplett gegen Masern geschützt ist, müssen der Weltgesundheitsorganisation zufolge 95 Prozent der Menschen immunisiert sein. In Deutschland liegen die Quoten in allen Bundesländern aber deutlich darunter.