Erhöhtes Schlaganfallrisiko durch fleischlose Ernährung? Ernährungsweisen ohne Fleisch sind im Trend. Gemeinhin werden sie als gesünder und umweltschonender angesehen. Laut Statista ernähren sich allein in Deutschland (Stand: August 2019) rund 6,1 Millionen Menschen vegetarisch und verzichten somit vollkommen auf den Genuss von Fleisch.

Gelegentlicher Fleischverzicht soll einer aktuellen Untersuchung zur Folge Diabetes verhindern, doch ob der Verzicht auf Schnitzel und Co. nun wirklich gesünder ist, beleibt eine ewige Streitfrage zwischen Veggies und Allesfressern.Dass ein Lebensstil ohne Fleisch nicht nur positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat, will nun eine Studie aus England festgestellt haben.

Langzeitstudie aus England: Datenanalyse von mehr als 48.000 Menschen

Vor Kurzem veröffentlichte die medizinische Fachzeitschrift "The Britisch Medical Journal" eine Studie der University of Oxford zum Thema vegetarische beziehungsweise vegane Ernährung. Im Zuge ihrer Untersuchungen werteten die Forscher die Daten von rund 48.000 Probanden aus, bei denen in der Vergangenheit weder Herzkrankheiten noch Schlaganfälle aufgetreten waren.

Etwa die Hälfte aller Teilnehmer gaben an, Fleisch zu essen. Die andere Hälfte teilte sich auf in Vegetarier, Veganer und Pescetarier, als Menschen, welche zwar kein Fleisch, dafür aber Fisch konsumieren.

Fleischlose Ernährung: Geringeres Risiko für Herzerkrankungen

Über einen Forschungszeitraum von 18 Jahren wurden bei den Versuchspersonen 2820 Fälle von Herzerkrankungen und 1072 Schlaganfälle aufgezeichnet.

Auffällig war, dass Fleischesser eine deutlich höher Anfälligkeit für Herzerkrankungen vorwiesen. Verglichen mit den Pescetarien war das Risiko für Herzkrankheiten um 13 Prozent erhöht. Im Vergleich zu Veganern und Vegetariern waren es sogar 22 Prozent. Der Forschern zufolge könnte dies am deutlich höheren Body-Mass-Index und den erhöhten Blutcholesterinwerten liegen.

Erhöhtes Schlaganfallrisiko durch fleischlose Ernährung

Im Gegensatz zu den Herzerkrankungen schnitten die Probanden mit fleischloser Ernährung bei den Schlaganfällen deutlich schlechter ab. Laut Studie erhöht eine pflanzliche Ernährung das Schlaganfallrisiko um mehr als 20 Prozent.

Die Wissenschaftler der University of Oxford führen dies auf den niedrigen Vitamin B12-Spiegel der Nichtfleischesser zurück. Das Vitamin ist vor allem in tierischen Produkten, wie beispielsweise Fisch, Fleisch und Käse enthalten.

Trotz der ausführlichen Studie gaben die Forscher an, dass noch weiter Forschungen nötig seien, um die Resultate endgültig zu bestätigen.