Tripper ist weltweit auf dem Vormarsch - und die Ansteckung offenbar leichter als gedacht: Eine australische Studie zeigt einen bislang unbekannten Übertragungsweg auf. Bisher ging man in der Medizin davon aus, dass die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe, auch Tripper genannt, nur durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Forscher der australischen Monash University in Melbourne fanden jetzt durch eine Beobachtungsstudie heraus, dass die Krankheit auch über das Küssen weitergegeben werden kann. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im englischsprachigen Fachmagazin "British Medical Journal".

Tripper wird durch Küssen übertragen: Studie mit vielsagendem Ergebnis

Für die Studie sammelten die Wissenschaftler in den Jahren 2016 und 2017 Daten von homosexuellen und bisexuellen Männern. Über 11.000 Probanden haben dafür eine kurze Umfrage zu ihren sexuellen Praktiken beantwortet. Davon wurden die Daten von 4643 Männern (40,6 Prozent) ausgewertet. Bei etwas mehr als sechs Prozent davon wurde eine oropharyngeale Gonorrhoe festgestellt. Unter den erkrankten Männern war die Zahl derer, die sich beim Geschlechtsakt nicht küssten, geringer.

Küssen beim Sex hat Einfluss auf Übertragung von Tripper

Dieses Ergebnis gibt einen ersten Hinweis darauf, dass das Küssen beim Sex einen Einfluss auf die Übertragung von Tripper haben kann. Nach der Berücksichtigung anderer potenziell einflussreicher Faktoren, waren die Ergebnisse noch genauer. Demnach sei die Wahrscheinlichkeit, positiv auf oropharyngeale Gonorrhoe getestet zu werden, um 46 Prozent erhöht, wenn die Männer vier oder mehr Partner geküsst hatten, ohne Sex zu haben. Um sogar 81 Prozent erhöht sei die Wahrscheinlichkeit, wenn die Männer auch Sex mit ihren Partnern hatten. Die Zahlen stehen jeweils im Gegensatz zu Männern, die entweder nur einen Partner geküsst oder einen Partner geküsst und mit ihm Sex hatten.

Tripper durch Küssen: Risiko sollte nicht unterschätzt werden

Die Forscher betonen zwar, dass es sich bei der Studie lediglich um einen Beobachtungsstudie handelt. Jedoch weisen sie aufgrund der Ergebnisse daraufhin, die Bedeutung der Übertragung von Tripper durch Küssen nicht zu unterschätzt und zu vernachlässigen. Küssen mit oder ohne Sex kann demnach ein Risikofaktor für oropharyngeale Gonorrhoe sein.

Anzahl der Tripper-Erkrankungen nehmen dramatisch zu - Ursache nicht klar

Die Daten der Studie über die Verbreitung von Gonorrhoe sprechen dagegen eine eindeutige Sprache: In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl der Tripper-Erkrankungen weltweit um satte 63 Prozent gestiegen. Besonders heterosexuelle Männer und Frauen, die in Städten leben, sind stark betroffen. In den Jahren von 2012 bis 2016 stieg die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen bei Männern um 72 Prozent. Bei Frauen lag der Anstieg bei 43 Prozent.

Als Ursache für den dramatischen Anstieg wurden zuvor mehrere plausible Gründe ausgeschlossen. So ging man nicht davon aus, dass die steigende Verbreitung mit antibiotikaresistenten Stämmen von Gonorrhoe zu tun haben könnte. Auch eine mangelnde Benutzung von Kondomen wurde als Ursache nicht in Betracht gezogen.

Aus diesen Gründen schlossen die Forscher, dass die Übertragung der Krankheit auch auf anderen Wegen stattfinden könnte. Daher stellten sie die Hypothese auf, Gonorrhoe könne auch durch Küssen übertragen werden. Blickt man auf die Ergebnisse der vorliegenden Studie, kann dieser Vorgang nicht ausgeschlossen werden - muss allerdings in weiteren Studien überprüft werden.

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