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Gesundheit

Trinkwasser: Darum solltest du lieber auf Wasserfilter verzichten

Hersteller von Wasserfiltern versprechen ihren Kunden gesünderes und besser schmeckendes Trinkwasser. Tatsächlich bewirken sie oft das Gegenteil.
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Wasserfilter sind bei deutschen Verbrauchern beliebt. Aus diesen Gründen sollten Sie aber lieber auf die Filter verzichten. Symbolbild: Jochen Eckel/ dpa
Wasserfilter sind bei deutschen Verbrauchern beliebt. Aus diesen Gründen sollten Sie aber lieber auf die Filter verzichten. Symbolbild: Jochen Eckel/ dpa
Zu einer gesunden Lebensweise gehört es, täglich ausreichend Wasser zu trinken. Auf ständiges Kistenschleppen haben viele allerdings keine Lust und trinken deshalb lieber Leitungswasser. In dem Glauben, das Wasser gesünder zu machen und Schadstoffe zu filtern, gehört zu zahlreichen deutschen Haushalten ein Trinkwasserfilter.

Das größte Versprechen machen die Hersteller der Wasserfilter beim Geschmack. Zudem sollen sie das Wasser sauberer machen. Aus folgenden Gründen sollten Sie allerdings lieber auf einen Trinkwasserfilter verzichten:


1. Sehr hohe Qualität des deutschen Trinkwassers

Wie die Verbraucherzentrale schreibt, wird kein Lebensmittel in Deutschland so streng kontrolliert wie Trinkwasser. Teilweise ist es sogar mineralreicher als Wasser aus der Flasche. Die geringen Verunreinigungen, die in Wasserwerken mit hochsensiblen Messgeräten nachgewiesen können, liegen weit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten.

Ein Tischwasserfilter ist daher in Deutschland nicht notwendig. Im Gegenteil, er kann das Wasser sogar ungesünder machen.
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2. Filter entziehen dem Wasser Nährstoffe

Das wichtigste Argument vieler Hersteller ist der verbesserte Geschmack durch die Trinkwasserfilter. Die Filter entziehen dem Leitungswasser unter anderem Magnesium und Kalzium, um das Wasser 'weicher' zu machen, so der Verbraucherschützer Philip Heldt im Interview mit der SZ.Das Wasser wird 'entkalkt', allerdings werden ihm auch wichtige mineralische Nährstoffe entzogen.


3. Verschlechterung der Wasserqualität

Die Stoffe, die der Filter aus dem Trinkwasser gefiltert hat, können sobald dieser 'voll' ist, konzentriert ins Wasser abgegeben werden. Eine regelmäßige Erneuerung des Filters ist daher sehr wichtig. Die Angaben zur Häufigkeit eines solchen Wechsels von Seiten der Hersteller sind allerdings oft ungenau.

Ist der Wasserfilter längere Zeit nicht in Gebrauch oder steht das Wasser im Behälter, können sich leicht Keime bilden. So sind Aktivkohlefilter zum Beispiel ein regelrechter Nährboden für Mikroorganismen. Um das zu verhindern, versetzten die Hersteller ihre Filter häufig mit Silber, welches - wie die Stiftung Warentest herausfand - auch ins Wasser abgegeben werden kann. Die Mengen sind zwar unbedenklich, dennoch sei das zusätzliche Risiko, dem sich der Verbraucher dadurch aussetzt, unnötig.


4. Hohe Kosten

Der durchschnittliche Tischwasserfilter ist für rund 30 Euro im Handel zu kaufen. Ein neuer Filter kostet etwa zehn Euro. Pro Liter kostet den Verbraucher das Trinkwasser somit rund 20 Cent mehr. Das entspricht dem 20-fachen Preis des ursprünglichen Leitungswassers.


5. Wasserfilter kann gegen ernsthafte Schadstoffbelastung nicht helfen

Wie die Verbraucherzentrale anmerkt, kann ein Tischwasserfilter bei einer tatsächlichen Belastung des Trinkwassers durch Keime nicht helfen. Der Ursprung der Keime liegt dann bei einem Hygieneproblem in den Rohren des Hauses und sollte behoben werden.

Die Hersteller erwähnen in ihrer Werbung auch häufig eine angebliche Bleibelastung des Trinkwassers. Tatsächlich kommt eine Bleibelastung in deutschen Haushalten nur noch äußerst selten vor. In nach 1973 gebauten Häusern gibt es keine Bleileitungen mehr und auch ältere Häuser wurden meist umgerüstet. Sollten Mieter dennoch den Verdacht haben noch Bleirohre in ihrer Wohnung zu haben, sollten sie sich an ihren Vermieter wenden.


6. Hersteller werben mit falschen Fakten

Unter anderem werben Hersteller auch mit der 'entschlackenden' Wirkung ihrer Wasserfilter. 'Schlacken' gibt es allerdings laut Verbraucherzentrale nicht. Auch pseudowissenschaftliche Aussagen, wie 'Harmonisierung', 'Vitalisierung' oder 'Energetisierung' seien reine Werbeversprechen, die wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden können.


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