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Coronavirus: Tödliche Lungenkrankheit breitet sich weiter aus - Auch in Deutschland große Sorge

Die Coronaviren sind wohl der Auslöser der mysteriösen Lungenkrankheit aus China. Die Krankheit breitet sich immer weiter aus. Die Folgen könnten weitaus dramatischer sein als bislang angenommen.
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Der Coronavirus  - wohl Auslöser der neuen tödlichen Lungenkrankheit aus Wuhan in China - breitet sich weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich besorgt. Foto: Center for Disease Control/epa/dpa
Der Coronavirus - wohl Auslöser der neuen tödlichen Lungenkrankheit aus Wuhan in China - breitet sich weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich besorgt. Foto: Center for Disease Control/epa/dpa

Coronavirus löst tödliche Lungenkrankheit aus: Die in Zentralchina ausgebrochene Lungenkrankheit - ausgelöst durch den Coronavirus - breitet sich weiter aus. Inzwischen forderte die Krankheit schon mehrere Menschenleben, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Update 21. Januar 2020: Auch Deutschland muss fürchten - WHO beruft Krisensitzung ein

Wie die Experten der Charité aus Berlin gegenüber dem Deutschlandfunk erzählten, gehe man aktuell davon aus, dass es bald auch in Deutschland Fälle des tödliches Lungenvirus geben werde. Allerdings solle man sich als Bürger keine Sorgen machen. Es seien die Kliniken gefragt, sich effektive Behandlungen für mögliche Patienten zu überlegen. An der Charité, so erklärte ein Professor gegenüber dem Deutschlandfunk, habe man um die Krankheit früh erkennen zu können die Tests intensiviert.

Außerdem wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Mittwoch, 22. Januar 2020 eine Krisensitzung zu dem Sars-ähnlichen Virus einberufen. Dazu schreibt die WHO auf dem sozialen Netzwerk Twitter: "Der Dringlichkeitsausschuss für das neue Coronavirus wird entscheiden, ob der Ausbruch einen öffentlichen Gesundheitsnotstand von internationaler Bedeutung darstellt und welche Empfehlungen zur Bewältigung des Ausbruchs gegeben werden sollten.

Update 20. Januar 2020: Mehr als 1700 infizierte Patienten

Die Ausbreitung der rätselhaften Lungenkrankheit in China ist möglicherweise viel größer als bisher bekannt. Das britische Zentrum für die Analyse globaler Infektionskrankheiten am Imperial College London schätzt die wahre Zahl der Infizierten auf mehr als 1700. Auch warnen die Experten vor einer Übertragung von Mensch zu Mensch.

Die zentralchinesische Metropole Wuhan berichtete am Sonntag hingegen nur, dass bei 17 weiteren Lungenkranken das neue Coronavirus entdeckt worden sei. Die Zahl der in China bestätigten Fälle steigt damit auf 62. Zwei Patienten sind bisher gestorben.

"Es ist wahrscheinlich, dass der Ausbruch des neuen Coronavirus in Wuhan bedeutend mehr Fälle mit mittleren oder schweren Erkrankungen der Atemwege verursacht hat als bisher berichtet", heißt es in der Studie der Experten vom Imperial College London, das auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die britische Regierung berät.

Coronavirus wird vermutlich von Mensch zu Mensch übertragen

Die Schätzung von mehr als 1700 Infektionen geht auf ein Rechenmodell zurück, in dem die Fachleute die drei im Ausland festgestellten Infektionen mit der Zahl der Flugreisenden, der Größe der Bevölkerung und der Inkubationszeit zugrunde gelegt haben. So leben im Einzugsgebiet des Flughafens von Wuhan rund 19 Millionen Menschen, von denen aber nur rund 3400 Personen am Tag ins Ausland fliegen.

Die gefährliche Krankheit breitet sich seit dem Dezember 2019 immer weiter aus. Zunächst war sie nur in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan verbreitet, dann wurden auch Fälle in Thailand und in Japan bekannt. Die Patienten hatten aber nicht den Tiermarkt besucht, der nach amtlichen Angaben mit den meisten anderen Infektionen in Wuhan in Verbindung gebracht wurde. Unter Hinweis auf die Erfahrungen mit ähnlichen Coronaviren wie Sars oder Mers warnen die Experten aus London, "dass eine sich selbst erhaltene Übertragung von Mensch zu Mensch nicht ausgeschlossen werden sollte".

Chinas nationale Gesundheitskommission verwies auf Experten, die den Ausbruch als "kontrollierbar" einstuften. "Doch ist der Ursprung des neuen Typs von Coronavirus noch nicht gefunden, und die Übertragung wird noch nicht völlig verstanden", hieß es in einer Stellungnahme.

Weltgesundheitsorganisation spricht noch keine Reisewarnung wegen Coronavirus aus

Die WHO hat bisher keine Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Die US-Gesundheitsbehörde (CDC) riet allerdings Reisenden nach Wuhan, Tiermärkte und den Kontakt mit Tieren oder mit kranken Personen zu meiden. "Eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch könnte vorkommen", hieß es in der Mitteilung.

Asiatische Nachbarn haben vorsorglich Fieberkontrollen bei Einreisenden aus China eingeführt. Auch die US-Flughäfen in New York, San Francisco und Los Angeles haben Gesundheitskontrollen für Reisende aus Wuhan eingerichtet. Die Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag hat in China bereits eingesetzt. In der größten jährlichen Völkerwanderung sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs, was die Gefahr einer Übertragung infektiöser Krankheiten erhöht.

Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen - allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu. Es wird vermutet, dass das neuartige Virus aus der Tierwelt kommt. Bislang gab es laut WHO aber "keine klaren Beweise" für eine Übertragung von Mensch zu Mensch.

Coronavirus ähnlich wie Sars

Nach dem Ausbruch der neuen Lungenkrankheit in Wuhan wurden bereits Verdachtsfälle aus Hongkong, Taiwan, Südkorea, Singapur, Vietnam und Nepal berichtet. Mindestens drei verdächtige Patienten gibt es auch in den chinesischen Städten Shenzhen und Shanghai, wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete.

Der neue Erreger ist nach Angaben von Experten dem Sars-Virus sehr ähnlich. Sars steht für "Severe Acute Respiratory Syndrome", also Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Bei der Sars-Pandemie waren 2002/2003 von China ausgehend weltweit rund 8000 Menschen an der Lungenseuche erkrankt. Knapp 800 starben. Damals war der Ausbruch anfangs vertuscht worden, was eine schnelle Reaktion verhindert und die Verbreitung zunächst begünstigt hatte.

Die Infizierten stehen aktuell unter Quarantäne

Die 17 neuen Infektionen in Wuhan seien bei der Untersuchung von weiteren Patienten festgestellt worden, die in verschiedenen Krankenhäusern der Stadt mit Lungenleiden unbekannter Ursache behandelt worden seien, berichtete das Gesundheitsamt. Drei von ihnen seien ernsthaft erkrankt. Die anderen seien stabil. Somit steigt die Gesamtzahl der Patienten im kritischen Zustand auf acht.

Das Alter der neu identifizierten Patienten reiche von 30 bis 79 Jahren, hieß es. Wie die anderen Erkrankten seien sie auch in Quarantäne gekommen.

Die Behörden verfolgten jetzt, welche Personen mit ihnen engen Kontakt gehabt hätten. Die Stadt werde ihre Suche nach weiteren Verdachtsfällen ausweiten und Tests machen, kündigte das Gesundheitsamt an. Von den 62 bestätigten Patienten seien bisher 19 als geheilt entlassen worden.

Update vom 13.01.20: Neue Lungenkrankheit fordert ersten Todesfall

Erstmals ist ein Patient an der rätselhaften neuen Lungenkrankheit gestorben, die in China ausgebrochen ist. Wie die Gesundheitskommission der zentralchinesischen Metropole Wuhan am Samstag ferner berichtete, sind sieben Patienten in einem kritischen Zustand. Insgesamt sei bei 41 Erkrankten das neuartige Coronavirus festgestellt worden, das als Auslöser gilt. Zwei Patienten seien bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden. Seit einer Woche seien keine neue Infektionen mehr entdeckt worden.

Nach den Ermittlungen sind die Patienten meist Mitarbeiter oder Besucher eines Marktes in Wuhan gewesen, wo neben Fischen auch Wildtiere verkauft werden. "Es sind keine klaren Erkenntnisse für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gefunden worden", teilte die Kommission mit. Unter den mehr als 700 Personen, darunter mehr als 400 medizinische Mitarbeiter, die Kontakt zu den Patienten gehabt hätten, seien keine Fälle festgestellt worden.

Experten haben als Erreger einen neuen Typ aus der Gruppe der Coronaviren festgestellt, wie die Weltgesundheitsorganisation am Donnerstag mitgeteilt hatte. Solche Viren verursachen oft harmlose Erkältungen, allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu. Das Virus kommt bei Menschen und in der Tierwelt vor. Ein Überspringen der hochvariablen Viren zwischen Tierarten oder vom Tier auf den Menschen ist nicht ungewöhnlich.

Erstmeldung vom 31.12.19: Mysteriöse Lungenkrankheit - Behörden tappen im Dunkeln

Eine mysteriöse Lungenkrankheit ist in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen. Bislang seien 27 Erkrankte identifiziert worden, berichtete die Gesundheitskommission der Stadt am Dienstag. Gerüchten im Internet, es könnte sich um einen neuen Ausbruch der Lungenseuche Sars handeln, trat die "Volkszeitung" entgegen. Das Parteiorgan zitierte Experten, dass die Ursache gegenwärtig noch unklar sei. Es könne jedoch nicht gefolgert werden, dass es sich um den Sars-Virus handele, schrieb das Blatt. "Andere schwere Lungenentzündungen sind eher wahrscheinlich.

Lungen-Virus: Herkunft ist ungeklärt

Die Gesundheitskommission berichtete, viele der Infektionen könnten auf den Besuch des Huanan-Fischmarktes von Wuhan zurückgeführt werden. Die Erkrankten seien in Quarantäne untergebracht worden. Sieben Patienten seien in einem ernsten Zustand. Die anderen Fälle seien stabil. Zwei Patienten könnten in naher Zukunft entlassen werden. Die Symptome seien vor allem Fieber. Wenige Patienten hätten Probleme mit der Atmung. Führende Experten seien nach Wuhan gereist, um die Fälle genauer zu untersuchen, berichtete die Gesundheitskommission.

Sars-ähnliche Zustände?

Die Fälle werden als virale Lungenentzündung behandelt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder eine Infektion des medizinischen Personals sei noch nicht entdeckt worden, stellte die Behörde fest. Doch weckten die Nachrichten aus Wuhan die Erinnerung an die Sars-Pandemie, die Ende 2002 begann. Das Severe Acute Respiratory Syndrom (Sars) zählte zu den gefährlichsten Infektionswellen der jüngeren Zeit.

Globalisierung erleichtert Ausbreitung der Krankheit

Durch den globalen Reiseverkehr erkrankten nach dem ersten Ausbruch in China weltweit mehr als 8000 Menschen - in rund 30 Ländern und auf sechs Kontinenten. Wahrscheinlich sprang der Erreger in China von Tieren auf den Menschen über und verbreitete sich über Husten und Niesen. Bei jedem zehnten Patienten war das Virus tödlich. Nach offiziellen Angaben starben 774 Menschen an der schweren Atemwegserkrankung.

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