Erlangen
Schwindel

Todesgefahr Schwindelanfall - Wenn sich alles dreht: So entsteht Schwindel

Schwindelanfälle sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährlich werden. Schwindelstürze können gar lebensgefährlich sein. Aber wie entsteht Schwindel eigentlich?
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Das Schwindelzentrum in München (Oberbayern) ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, die Hilfe verspricht. Hier arbeiten Forscher und Ärzte daran, das Kopfkarussell anzuhalten. Laut Bayerischem Wissenschaftsministerium ist es die weltweit erste Einrichtung dieser Art. Seit der Eröffnung des Zentrums Anfang des Jahres wurden hier rund 5000 Patienten behandelt. Foto: Stephan Jansen dpa/lby
Das Schwindelzentrum in München (Oberbayern) ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, die Hilfe verspricht. Hier arbeiten Forscher und Ärzte daran, das Kopfkarussell anzuhalten. Laut Bayerischem Wissenschaftsministerium ist es die weltweit erste Einrichtung dieser Art. Seit der Eröffnung des Zentrums Anfang des Jahres wurden hier rund 5000 Patienten behandelt. Foto: Stephan Jansen dpa/lby

Plötzlich dreht alles um einen herum und verliert die Kontrolle: Schwindel. Man steht abrupt auf und plötzlich wird es einem schummrig. Die Welt rotiert und häufig wird es einem auch kurz schwarz vor Augen. Dieser sogenannte orthostatische Schwindel kann beängstigend sein - gefährlich ist er normalerweise aber nicht. Außer man verliert das Gleichgewicht und stürzt. Darin sehen Mediziner laut einer Studie aus dem Jahr 2016 ein hohes Risiko und teilweise sogar Todesgefahr.

Die Studie, die im Fachjournal "The Laryngoscope" veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftlern der Harvard Medical School die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit Schwindel untersucht. Während diese bei Gesunden bei 2,6 Prozent liegt, sei sie von Patienten mit Schwindel (9 Prozent) ähnlich hoch wie bei Patienten mit Diabetes mellitus (9,8 Prozent) oder kardiovaskulären Erkrankungen (10,5 Prozent).
 


Wenn sich alles dreht: Wie entsteht Schwindel?


Begibt sich der Mensch von der Horizontale in die Vertikale - spricht: steht er aus dem Liegen auf -, wird er Opfer der Schwerkraft. Das Blut sackt in die Beine. Der Kopf wird entsprechend nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Die Kommandozentrale geht kurz mal in den Stand-by-Modus, könnte man sagen. Deshalb ist der Betroffene zeitweilig nicht mehr Herr der Lage.

 


Was kann ich tun?


 Kurz abwarten, dann kommt das Blut zurück. Ein gesunder Organismus weiß sich selbst zu helfen. Er aktiviert die körpereigene Pumpe: das Herz. "Es schlägt schneller, damit das Blut auch schnell wieder nach oben gelangt", erklärt Prof. Ulf Landmesser, Direktor der Medizinischen Klinik für Kardiologie an der Berliner Charité.

 

 

 


Häufige Schwindelanfälle


Wer öfter mit dem orthostatischen Schwindel zu tun hat, sollte langsam aufstehen und ausreichend trinken, rät Landmesser. Außerdem hilft alles, was den Kreislauf stärkt: Sport oder Wechselduschen zum Beispiel.

Ist der Leidensdruck groß, können Betroffene mit ihrem Arzt sprechen. Manche Medikamente - zum Beispiel Betablocker oder Blutdrucksenker - begünstigen den Schwindel. Eventuell kann der Arzt die Medikation dann anpassen.

 

 

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