Montpellier
Tragische Transplantation

Raucherlunge transplantiert: Neue Trägerin verstirbt an Lungenkrebs

In Frankreich ist eine Frau nach der Transplantation einer Spenderlunge an Lungenkrebs gestorben. Die Spenderin des Organs soll langjährige starke Raucherin gewesen sein und 30 Jahre lang circa eine Schachtel am Tag verbraucht haben.
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In einem Krankenhaus im französischen Montpellier ist eine Patientin an Lungenkrebs gestorben. Kurz zuvor wurde ihr eine Raucherlunge transplantiert. Symbolfoto: Felix Hörhager dpa/lby
In einem Krankenhaus im französischen Montpellier ist eine Patientin an Lungenkrebs gestorben. Kurz zuvor wurde ihr eine Raucherlunge transplantiert. Symbolfoto: Felix Hörhager dpa/lby

Eine Frau aus Frankreich ist an Lungenkrebs gestorben, kurz nachdem der Frau eine Raucherlunge transplantiert worden ist. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, starb die Frau etwa anderthalb Jahre nachdem sie die Lunge einer langjährigen Raucherin erhalten hatte.

Eine Studie, die aktuell in der Oktoberausgabe (2018) der Fachzeitschrift "Lung Cancer" veröffentlicht wurde, weist in diesem Zusammenhang auf die Risiken bei der Transplantation von Raucherorgangen hin.

Organspenderin war starke Raucherin

Dem Bericht zufolge litt die verstorbene Patientin seit ihrer Kindheit an der Stoffwechselkrankheit Mukuviszidose. Im November 2015 bekam die Französin schließlich eine neue Lunge transplantiert. Diese stammte jedoch von einer 57-jährigen Raucherin. Den veröffentlichten Daten zufolge, rauchte die Spenderin der Lunge über 30 Jahre lang eine Schachtel Zigaretten am Tag.

Im Juni 2017 wurde die Empfängerin der Raucherlunge in ein Krankhaus in Montpellier eingeliefert. Zwei Monate später starb die Frau auf der Krebsstation der Uni-Klinik an Lungenkrebs. Eine Therapie war für die Französin nicht mehr möglich.

Hatte bereits die Organspenderin Lungenkrebs?

Die Patientin zeigte laut Studie Symptome, die typisch für durch Rauchen ausgelösten Lungenkrebs sind, wie die AFP weiter berichtet. Es deutet alles darauf hin, dass der Krebs bereits zu Lebzeiten der Organspenderin ausgelöst wurde. Die Autoren der Studie erklären sich dies, da der zeitliche Abstand zwischen der Organtransplantation und den ersten Unregelmäßigkeiten, die beim Röntgen der Lunge sichtbar wurden, sehr kurz war. Nur ein Jahr nach der Operation zeigte eine Comptertomografie (CT) der Lunge Auffälligkeiten.

Was das Krebswachstum wohl noch zusätzlich befördert hat, waren die Medikamente, die die Patientin nach der Organtransplantation einnehmen musste. Diese sollten das Abstoßen des Spenderorgans verhindern.

In Anbetracht der langen Latenzzeit bei Lungenkrebs, also der Phase, in der noch keine Symptome sichtbar sind, sei eine solche Transplantation zu überdenken. Die Autoren der Lungenkrebs-Studie mahnen deshalb, dass Spenderlungen langjähriger Raucher akribischer betrachtet werden sollten.

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