• Seit Jahrzehnten in Europa: Die Herkunft der asiatischen Tigermücke
  • Typisches Aussehen der Tigermücke
  • Hier findest du das Insekt auch in Europa
  • Diese Krankheiten können übertragen werden
  • Wie du dich vor einem Stich schützen kannst
  • Tigermücken-Ausbruch richtig vorbeugen
  • Mückenstich rechtzeitig erkennen: Die häufigsten Symptome
  • So behandelst du einen Tigermückenstich
  • Fazit: Wie gefährlich ist die Tigermücke wirklich?

Die asiatische Tigermücke taucht in immer mehr Regionen Deutschlands auf und ist nun auch in Franken angelangt. Ursprünglich aus Südostasien stammend, wurde sie 2007 erstmals in Baden-Württemberg entdeckt. Sie gilt als fliegendes Sicherheitsrisiko, denn das Insekt kann gefährliche Krankheiten übertragen. Das Tückische: Die Stiche einer Tigermücke lassen sich zunächst nur schwer erkennen und weisen kaum Unterschiede zu gewöhnlichen Mückenstichen auf. Auf welche Symptome du besonders achten solltest und wie du dich vor der asiatischen Tigermücke richtig schützen kannst, erfährst du bei uns.

Seit Jahrzehnten in Europa: Die Herkunft der asiatischen Tigermücke

Asiatische Tigermücken wurden bereits in den 70er Jahren erstmals in Albanien nachgewiesen. Seitdem ist bekannt, dass das außerordentlich stechfreudige Insekt über Handelsrouten seinen Weg nach Europa fand. Von Genua aus verbreitete sich die hartnäckige Mücke in ganz Italien und nutzte sogar Zugvögel, um sich fortzubewegen. Auch in Deutschland ist die zunehmende Verbreitung der asiatischen Tigermücke bereits seit Jahrzehnten durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bedingt. Das als gefährlicher Krankheitsüberträger bekannte Insekt ist bei uns schon lange keine Seltenheit mehr. Im Sommer 2019 wurde es etwa vermehrt in Thüringen, Hessen und Baden-Württemberg gesichtet. Zudem begünstigt das stetig wärmere Klima die Verbreitung der Stechmückenart.

Typisches Aussehen der Tigermücke

Ihr charakteristisches, markantes Aussehen hat der Stechmücke auch ihren Namen beschert: Die nur vier bis zehn Millimeter großen Tiere haben schwarz-weiß gestreifte Beine. Ebenfalls sind weiße Streifen an Kopf und Rücken typisch für die besondere Stechmückenart. Dabei ist der Unterleib der winzigen Insekten deutlich länger als ihr Oberkörper. Zudem besitzen sie einen verhältnismäßig langen Stechrüssel.

Hier findest du das Insekt auch in Europa

Durch ihre starke Anpassungsfähigkeit zählt die Tigermücke laut Wissenschaftlern zu den einhundert Tieren, die sich weltweit am schnellsten verbreiten. So kann das rasche Wachstum ihrer Population auch in Franken und ganz Deutschland beobachtet werden. In der Regel lassen sich die Plagegeister dabei in Bodennähe finden und sind vor allem morgens und abends aktiv. Ihre Hochphase liegt zwischen März und November. Besonders häufig leben sie an Gewässern – etwa unmittelbar bei kleineren Teichen oder Tümpeln. Doch auch Regenwassertonnen, Pfützen, kleine Hohlräume oder offene Getränkedosen zählen als beliebte Rückzugsorte. Sogar das Wasser in einem Blumentopf-Untersetzer genügt der Tigermücke.

Diese Krankheiten können übertragen werden

Zwischen Tigermücken und herkömmlichen Stechmücken gibt es einen bedeutenden Unterschied: Asiatische Tigermücken können durch ihre Stiche gefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen. Damit stellen die Tierchen laut Robert-Koch-Institut eine „große Besorgnis hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit“ dar.

Rund 20 Virusarten können durch die Tigermücken von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Die Voraussetzung ist hierfür jedoch, dass das jeweilige Insekt zuvor eine bereits infizierte Person gestochen hat. Ist dies der Fall, kommt es besonders häufig zu einer Übertragung diverser Tropenkrankheiten. Hierzu zählen unter anderem Gelbfieber, Denguefieber, Zikaerkankungen, Chikungunya-Fieber oder das West-Nil-Fieber. Eine solche Infektion äußert sich in der Regel durch grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, hohes Fieber, Müdigkeit oder Übelkeit mit Erbrechen. Übrigens: Nur die Weibchen der asiatischen Tigermücke ernähren sich von Blut, die Nahrung der eher ungefährlichen Männchen besteht aus Pflanzensaft und Blütennektar.

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Wie du dich vor einem Stich schützen kannst

Grundsätzlich helfen gegen Tigermücken sämtliche Mittel, die auch gegen herkömmliche Stechmücken verwendet werden. Empfehlenswert sind so etwa bewährte Anti-Mücken-Sprays oder Fliegengitter an Türen* und Fenstern. Letztere hindern die Insekten daran, unbemerkt in deine eigenen vier Wände zu gelangen.

Verbringst du viel Zeit in der Natur, ist außerdem lange Kleidung ein guter Schutz gegen schmerzhafte Mückenstiche. Ideal sind dabei vor allem Stoffe in hellen, leuchtenden Farben. Dunkle Kleiderstücke locken die Insekten hingegen an. Doch auch der individuelle Körpergeruch eines Menschen entscheidend darüber, wie anfällig dieser für Stiche ist. Starker Schweißgeruch gilt als wahrer „Mücken-Magnet“. Daher ist es insbesondere an heißen Sommertagen wichtig, auf eine gute Körperhygiene und regelmäßiges Duschen zu achten.

Eine Besonderheit bei Tigermücken: Die fiesen Plagegeister mögen keinen Wind. Um sich nachts zu schützen, genügt in der Regel ein Ventilator, der immer einen leichten Windzug produziert und die Mücken vertreibt.

Tigermücken-Ausbruch richtig vorbeugen

Um eine rasante Verbreitung der asiatischen Tigermücke in deinem Garten zu vermeiden, solltest du aktiv gegen ihre Brutstätten vorgehen. Sobald du in einem wassernahen Umfeld kleine Larven oder gar ein Nest findest, solltest du die Brutstätte trockenlegen. Auch die Stadt Fürth hat hierzu wichtige Tipps veröffentlicht. "Um den Mücken das Brüten und somit die Vermehrung zu erschweren, sollten künstliche Wasseransammlungen wie etwa in Blumentopf-Untersetzern, ungenutzten Gießkannen oder Eimern vermieden werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Bekämpfung mit biologischen Mitteln. Der dafür eingesetzte Eiweißwirkstoff in Tablettenform tötet Mückenlarven ab und ist für die Anwendung in Haus und Garten erhältlich", heißt es vonseiten der Stadt.

Wichtig ist demnach, dass du kleine Wasserstellen im Garten oder auf dem Balkon regelmäßig auf einen Mückenbefall kontrollierst und im Sommer am besten wöchentlich reinigst. Dazu zählen unter anderem auch Gießkannen, Vogelbäder und Pflanzgefäße jeglicher Art. Außerdem solltest du sämtliche Schlupflöcher deiner Regentonne abdichten und leere Blumentöpfe besser mit Kies auffüllen. So können unbemerkte Wasseransammlungen verhindert werden, die als ideale Brutstätten für Tigermücken gelten. Findest du in deinem Gartenteich kleine Larven, lassen sich diese gut mit einem Kescher entfernen.

Hier erfährst du, welche Pflanzen besonders gut gegen Stechmücken helfen.

Tigermückenstich rechtzeitig erkennen: Die häufigsten Symptome

Obwohl die Tigermücke gefährliche Tropenkrankheiten übertragen kann, sehen ihre Stiche fast genauso aus wie die unserer einheimischen Insekten. Denn auch hier kommt es zunächst zu einer roten, juckenden Einstichstelle, meist in Kombination mit einer Schwellung. Auch sogenannte Quaddeln sind möglich. Dabei handelt es sich um rötliche Verdickungen an der betroffenen Hautstelle, die wie kleinere Blasen aussehen.

Wird ein Mückenstich jedoch ungewöhnlich groß, auffallend heiß oder geht die Schwellung auch durch regelmäßiges Kühlen nicht zurück, solltest du besser einen Arzt aufsuchen. Auch bei allergischen Reaktionen ist schnelle Hilfe wichtig. Bleiben diese unbehandelt, können sie sonst schlimmstenfalls sogar zu Atemnot oder Herzrasen führen. Tritt der Stich in Kombination mit Fieber oder grippeähnlichen Symptomen auf, liegt unter Umständen eine Infektion durch die Tigermücke vor. Bei einem solchen Verdacht solltest du dich ebenfalls schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben.

So behandelst du einen Tigermückenstich

Wurdest du von einer asiatischen Tigermücke gestochen, lässt sich der Stich zunächst genauso wie ein gewöhnlicher Mückenstich behandeln. Besonders wichtig ist auch hier, dass du jegliches Kratzen an der juckenden Hautstelle bestmöglich vermeidest. So kannst du das Risiko für Entzündungen und starke Schwellungen deutlich minimieren.

Unmittelbar nach dem Stich kann punktuelle Hitze für eine Linderung der Symptome sorgen. Ein spezieller Hitzestift, auch Stichheiler genannt, ist hier besonders hilfreich. Alternativ eignet sich auch ein heißes Tuch oder ein Waschlappen. Anschließend heißt es dann jedoch: Kühlen, kühlen, kühlen! Entsprechende Salben, Kühlpads oder Eiswürfel wirken aktiv gegen die Schwellung des Tigermückenstichs und sorgen für eine schnelle Heilung.

Fazit: Wie gefährlich ist die Tigermücke wirklich?

Da sich die asiatische Tigermücke in Deutschland zunehmend ausbreitet, steigt das Risiko eines gefährlichen Stiches unvermeidbar. Die übertragbaren Krankheiten wie Gelbfieber oder Zika-Fieber kommen in Europa allerdings selten vor. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit, sich durch einen Stich der Insekten tatsächlich damit zu infizieren, eher gering. Nichtsdestotrotz darf die Gefahr nicht unterschätzt werden! Am besten beobachtest du deine Mückenstiche genau und suchst bei auffälligen Veränderungen oder Symptomen frühzeitig einen Arzt auf. So kannst du sicher sein, gefährliche Krankheitserreger schnell zu erkennen und entzündete Stiche richtig zu behandeln.

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