Fürth
Gesundheit

Sie kann gefährliche Krankheiten übertragen: Neue Stechmückenart in Franken entdeckt

In Mittelfranken ist die asiatische Tigermücke gesichtet worden. Exemplare dieser Stechmücke hat es auch schon in Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen gegeben. Ein Stich sieht ähnlich aus wie der einer heimischen Mücke, aber sie kann gefährliche Krankheiten übertragen.
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Die Tigermücke ist nun auch in Fürth angelangt. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und kann gefährliche Krankheiten übertragen. Nur die Weibchen ernähren sich von Blut. Symbolfoto: James Gathany/Centers for Disease Control and Prevention's
Die Tigermücke ist nun auch in Fürth angelangt. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und kann gefährliche Krankheiten übertragen. Nur die Weibchen ernähren sich von Blut. Symbolfoto: James Gathany/Centers for Disease Control and Prevention's

Die asiatische Tigermücke hat sich nun auch in Fürth niedergelassen. Bürger der Stadt hatten beim sogenannten Mückenatlas einzelne Exemplare eingesendet, wodurch die Art des Insekts bestimmt werden konnte. Dies teilte die Stadt Fürth in einer Pressemitteilung mit.

Mückenatlas: Projekt zur Artenbestimmung von Stechmücken

Der Mückenatlas ist ein Projekt des Friedrich-Löffler-Instituts und des Leibnitz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung zur Bestimmung der Arten von Stechmücken. Insgesamt seien bisher über 120.000 Exemplare von Stechmücken eingesendet worden. Diese müssen lebendig eingefangen und über Nacht eingefroren werden, um die Art zweifelsfrei bestimmen zu können.

Asiatische Tigermücke bereits seit Jahrzehnten auch in Europa

Das Vorkommen der Asiatischen Tigermücke auch in Europa und Deutschland sei bereits seit Jahrzehnten durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bedingt und keine Seltenheit mehr. In diesem Sommer wurden auch in Thüringen, Hessen und Baden-Württemberg gesichtet. Das zunehmend wärmere Klima begünstigt die Verbreitung der Stechmückenart, die ursprünglich in Südostasien beheimatet ist.

 

Charakteristisches Aussehen erklärt den Namen

Ihr charakteristisches Aussehen hat der Stechmücke auch ihren Namen beschert: Die vier bis zehn Millimeter großen Tiere haben schwarz-weiß gestreifte Beine und weiße Streifen an Kopf und Rücken. Die extrem anpassungsfähige Asiatische Tigermücke zählt laut Biologie-Schule.de zu den hundert Tieren, die sich weltweit am schnellsten verbreiten. Nur die Weibchen ernähren sich von Blut, die Nahrung der Männchen besteht aus Pflanzensaft und Blütennektar.

 

Stiche nicht von denen einheimischer Mücken zu unterscheiden

Stiche sehen fast genauso aus wie die unserer einheimischen Mücken, allerdings kann die Asiatische Tigermücke potenziell Krankheitserreger wie beispielsweise Gelbfieber- oder West-Nil-Viren übertragen. Das funktioniert allerdings nur, wenn sie zuvor einen infizierten Menschen gestochen hat. Da solche Krankheiten in Deutschland sehr selten sind, sei die Chance für eine solche Übertragung aber sehr gering.

 

Stadt Fürth: Weitere Maßnahmen zur Bekämpfung geplant

Im nächsten Frühjahr veranlasst die Stadt Fürth ein sogenanntes Mückenmonitoring, um anhand dessen mehr über die Verbreitung innerhalb des Stadtgebietes zu erfahren. Danach könnte die Stadt Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung des Insekts ergreifen. Auch die Fürther Bürger selbst könnten der Ausbreitung und Vermehrung des Insekts aktiv entgegenwirken: "Um den Mücken das Brüten und somit die Vermehrung zu erschweren, sollten künstliche Wasseransammlungen wie etwa in Blumentopfuntersetzern, ungenutzten Gießkannen oder Eimern vermieden werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Bekämpfung mit biologischen Mitteln. Der dafür eingesetzte Eiweißwirkstoff in Tablettenform tötet Mückenlarven ab und ist für die Anwendung in Haus und Garten erhältlich", heißt es von der Stadt.

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