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Gesundheit

Tabuthema Geschlechtskrankheiten: Was hilft gegen welche sexuell übertragbare Krankheit?

Sex - einerseits die wohl schönste Nebensache der Welt und andererseits ein echtes Tabuthema. Vor allem dann, wenn es um die unschönen Begleiterscheinungen geht, wie Geschlechtskrankheiten. Ein Überblick über sexuell übertragbare Krankheiten:
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Niemand denkt beim Sex gerne an Krankheiten - doch das kann manchmal fatale Folgen haben. Foto: Christophe Gateau/dpa
Niemand denkt beim Sex gerne an Krankheiten - doch das kann manchmal fatale Folgen haben. Foto: Christophe Gateau/dpa

Schon über Sex sprechen viele nicht gerne - und über sexuell übertragbare Krankheiten schon gar nicht. Wer gibt schon gerne zu, dass er sich bei einem One-Night-Stand angesteckt hat? Doch die Mikroorganismen können zur Ehrlichkeit zwingen - denn viele der Krankheiten, auch STI (für Englisch "Sexually Transmitted Infections") genannt, sind alles andere als harmlos.

Die wichtigste Regel dabei: Kondome schützen - zwar nicht in jedem Fall und vor jeder Infektion, aber doch besser als andere Methoden. Darüber hinaus kann es aber nicht schaden, die wichtigsten Risiken und Anzeichen für STI wenigstens zu kennen.

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Mit Antibiotika gegen Chlamydien

Die weltweit häufigste sexuell übertragbare Infektion wird durch Chlamydien verursacht. Wenn die Bakterien im Genitalbereich genügend Zeit zur Vermehrung hatten, kommt es zu weißlichem Ausfluss aus den Geschlechtsorganen - und zu äußerst schmerzhaftem Dauerjucken, oft kombiniert mit Schmerzen beim Urinieren.

"Für den Erwerb von Chlamydien-Infektionen haben junge Frauen ein besonders großes Risiko", erklärt Viviane Bremer aus der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert-Koch-Instituts. Unbehandelt kann die Infektion sogar zur Unfruchtbarkeit führen, wenn sich die Eileiter entzünden und verkleben.

In der Regel wird eine Chlamydien-Infektion mit Antibiotika behandelt - Betroffene gehen zum Arzt und vermeiden Sexualkontakt, bis die Symptome verschwunden sind. Wichtig jedoch: Der Partner, bei dem man sich angesteckt hat, sollte sich unbedingt mit behandeln lassen. Ansonsten droht der Ping-Pong-Effekt, also eine Rückinfektion beim ersten Sex nach der Behandlung.

Krebsgefahr HPV

"Junge Frauen haben außerdem ein hohes Risiko, sich mit Humanen Papillomviren (HPV) zu infizieren", sagt Viviane Bremer. Diese Warzenviren-Infektion ist die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs, heilt aber in den meisten Fällen von alleine aus.

Nur in seltenen Fällen kann sich der Krebs entwickeln - tückischerweise oft Jahre oder gar Jahrzehnte nach der Infektion. Deutlich senken lässt sich das Risiko durch die HPV-Impfung. Diese empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) inzwischen nicht nur für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren, sondern auch für Jungen im gleichen Alter.

Gonorrhoe und Syphilis

Neben der Chlamydien-Infektion und HPV sind die Gonorrhoe und Syphilis häufige bakterielle Erkrankungen. Syphilis ist besonders heimtückisch, weil die anfänglichen Genitalgeschwüre nach circa vier Wochen abheilen, der Patient aber keineswegs gesund ist. Generell kommen bei solchen Infektionen Antibiotika zum Einsatz. Gonorrhoe wird umgangssprachlich auch häufig Tripper genannt und ist weltweit auf dem Vormarsch.

Kein Mittel gegen Herpes-Viren und HIV

In anderen Fällen ist eine Behandlung dagegen deutlich schwieriger - oder unmöglich. Virale Geschlechtskrankheiten sind Aids und Herpes im Genitalbereich. Herpes-Viren werden meist beim Oralverkehr durch ein aufgeplatztes Lippenbläschen übertragen. Eine Heilung gibt es bisher nicht - auch wenn es erste ermutigende Teilerfolge in der Forschung gibt.

Auch bei der HIV-Infektion ist in naher Zukunft nicht an eine Heilung zu denken, Ziel ist vielmehr die weltweite Bekämpfung der Aids-Erkrankung. "Die 90-90-90-Strategie besagt, dass bis zum Jahr 2020 90 Prozent aller Menschen mit HIV ihren Status kennen sollen, mindestens 90 Prozent davon Zugang zu Medikamenten haben sollen und mindestens 90 Prozent davon erfolgreich behandelt werden", erklärt Prof. Jürgen Rockstroh, Leiter der Ambulanz für Infektiologie und Immunologie des Universitätsklinikums in Bonn.

Vorbeugen statt therapieren

"Erfolgreich behandelt" heißt in diesem Fall aber nicht, komplett virusfrei zu sein, sondern eine möglichst geringe HIV-Last im Blut zu haben. Wichtig ist das vor allem für Risikopatienten: "Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sind eine stark von HIV und anderen sexuell übertragenen Infektionen betroffene Bevölkerungsgruppe", sagt Viviane Bremer.

Vor allem für solche Patienten gibt es die HIV-Vorsorge PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe), die neuerdings zumindest teilweise Kassenleistung ist. "Seit dem 1. September 2019 übernehmen Krankenkassen die Kosten für vorbeugende Arzneimittel und die dazu gehörenden Untersuchungen", sagt Armin Schafberger, Arzt und Medizinreferent der Deutschen Aidshilfe. "Diese Prä-Expositions- Prophylaxe steht für Menschen zur Verfügung, die ein hohes Risiko haben, sich mit HIV zu infizieren." Im Zweifel nehmen die Betroffenen dann eine Tablette am Tag.

Erste Infos aus dem Netz

Für Fragen rund um das Thema Sex und Krankheiten ist natürlich der Arzt der richtige Ansprechpartner - auch wenn das Gespräch vielleicht schwer fällt. Eine anonyme, weniger peinliche Alternative ist die Online-Recherche, auch wenn diese den Arztbesuch natürlich nicht ersetzt. Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu Geschlechtskrankheiten finden sich etwa auf "Liebesleben.de", einem Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA).

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