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Darmkrebs

Von Symptomen bis hin zur Behandlung: Alles was Sie über Darmkrebs wissen müssen

Wenn man es bemerkt, ist er bereits kritisch: Darmkrebs. Immer mehr Menschen erkranken an einem Tumor. Experten sind sich sicher: Prävention ist die beste Medizin. Alle Symptome erfahren Sie hier.
 
Von Symptomen bis hin zur Behandlung: Alles was Sie über Darmkrebs wissen müssen
Darmkrebs hat viele Gesichter - achten Sie auf diese Symptome um frühzeitig Alarm zu schlagen. Foto: Darko Djurin/pixabay.com

Wenn man ihn bemerkt, kann es bereits zu spät sein: Darmkrebs. Mit etwa 33.100 Männern und rund 27.900 Frauen, die pro Jahr neu an Darmkrebs erkranken, zählt die Krankheit deutschlandweit zu den häufigsten Krebsarten. Hinzu kommen jährlich ungefähr 27.000 Todesfälle. Der Tumor tötet - deswegen sollte man stets auf seinen Körper hören und bei möglichen Symptomen nicht zögerlich handeln. 

Zur Verringerung dieser Zahlen soll mit dem Darmkrebsmonat März, ausgerufen von der Felix-Burda-Stiftung, Aufmerksamkeit erzeugt und Aufklärung betrieben werden. Das Motto in diesem Jahr: "Präventiophobie - wenn die Angst vor der Darmkrebsvorsorge größer ist als die Angst vor dem Krebs."

Darmkrebs - das steckt dahinter

Darmkrebs gilt als eine der häufigsten Tumorerkrankungen. Die Schleimhaut des Darms wird bösartig verändert, indem sich zunächst gutartige Ausstülpungen darauf bilden, die dann als Polypen bezeichnet werden.

Wachsen die Polypen, werden sie Adenome genannt. Fortgeschrittene Adenome können sich dann verändern und zu bösartigem Darmkrebs entwickeln. Meist sind der Dickdarm oder der Enddarm davon betroffen.

Außerdem steigt die Erkrankungsgefahr statistisch gesehen mit zunehmendem Alter. Zwar kann der Tumor auch schon in jungen Jahren auftreten - grundsätzlich sind jedoch mehr ältere als jüngere Menschen betroffen. inFranken.de hat kürzlich eine jüngere Darmkrebs-Patientin getroffen. Mit 28 Jahren bekam Susanna Zsoter die Diagnose Darmkrebs. Seitdem versucht sie als "Krebskriegerin" anderen Betroffenen Mut zu machen.

Die Ursachen des Tumors 

Die Ursachen für eine Erkrankung sind nicht immer eindeutig, verschiedene Faktoren können ein Auftreten begünstigen. Ein wichtiger Faktor sind die Darmkrebsfälle innerhalb der eigenen Familie. Eine Erkrankung innerhalb der Familie bedeutet statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko zur Selbsterkrankung.

Zudem beeinflusst die Ernährung das Darmkrebsrisiko: Eine unausgewogene Ernährung mit viel rotem Fleisch, wenig Ballaststoffen oder wenig Obst und Gemüse bringt eine höhere Gefahr der Erkrankung mit sich.

Auch Übergewicht, intensiver Konsum von Alkohol und Tabak begünstigen Darmkrebs. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung dem Erkrankungsrisiko entgegengewirkt werden kann. 

Die "Fünffingerregel" verringert das Risiko 

Eine publizierte Veröffentlichung im Fachmagazin "Gastroenterology" untersucht ebenfalls die Risikofaktoren. Dabei wurden die Auswirkungen von fünf Faktoren untersucht: Rauchverhalten, Alkoholkonsum, Ernährung, Bewegung und Körpergewicht.

Für die Studie wurden 4092 Darmkrebspatienten und 3032 Kontrollpersonen untersucht und in Gruppen geteilt. So konnten die möglichen Einflussfaktoren untereinander verglichen werden.

Dabei zeigte sich, dass sich das Darmkrebsrisiko mit einer gesünderen Lebensweise reduziert. Es mache keinen Unterschied, welcher Faktor beachtet werde: Alle haben etwa gleich starke Auswirkungen auf das Darmkrebsrisiko. Die Kombination aller "Lifestyle-Faktoren" reduziere das Risiko am meisten. Die genetischen Merkmale seien unabhängig davon und beeinflussen das Ergebnis nicht. 

Darmkrebs - Symptome und Behandlung

Im frühen Stadium treten häufig keine größeren Beschwerden auf, was den Tumor oft unbemerkt lässt. Aber gerade das ist es, was ihn so gefährlich macht. Denn leichte Symptome werden oft einfach schnell abgetan. Der Stuhlgang ist beispielsweise ein Zeichen, welches man nicht vernachlässigen sollte. Blut im Stuhl ist dabei ein klares Alarmzeichen. Doch auch ein wochenlanger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung sind mögliche Symptome. Aber auch einfach ein sehr häufiger  Drang zum Stuhlgang kann schon bedenklich sein. Häufig treten starke Blähungen und ein unbehagliches Völlegefühl auf - ganz unabhängig davon, wie viel man konsumiert hat.  Auch können wechselhaftes sich wiederholendes Fieber oder Nachtschweiß erste Indizien sein, dass Etwas mit dem Darm nicht stimmt. Ein Darmtumor kann zudem starke Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe auslösen, genauso wie Rückenschmerzen (meist im Zusammenhang mit Metastasen).

Ungewollter Gewichtsverlust oder die leichte Ermüdbarkeit aufgrund einer Anämie, also einer Blutarmut, treten bei Darmkrebs ebenfalls verstärkt auf.

Untersuchung und Behandlung: Wird der Tumor bei einer Untersuchung entdeckt und die Diagnose Darmkrebs gestellt, so sitzt der Schock beim betreffenden Patienten erstmal tief. Die gute Nachricht ist aber: Darmkrebs ist kein medizinischer Notfall, was bedeutet, dass er nicht sofort behandelt werden muss. Bei einer Behandlung wird der Tumor meist operativ entfernt, wobei zusätzlich eine Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt werden kann.

Prävention? Wo, wann und wie?

Um das Risiko einer möglicherweise tödlichen Erkrankung zu senken und gleichzeitig die Heilungschancen zu erhöhen, können Präventionsmaßnahmen - also Maßnahmen zur Vorsorge - ergriffen werden. Mit einer Vorsorgemaßnahme wie der Darmspiegelung soll Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden.

Anspruch auf eine bezahlte Darmkrebsfrüherkennung haben dabei alle gesetzlich Versicherten im Alter von mindestens 50 Jahren. Ab einem Alter von 50 Jahren gilt der Anspruch auf einen immunchemischen Stuhltest, ab einem Alter von 55 Jahren der Anspruch auf Darmspiegelung, die Vorsorgekoloskopie. Bei gesetzlich Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren ist die Lage anders: Sie haben keinen Anspruch auf eine bezahlte Darmkrebsvorsorge.

Dass eine rechtzeitige Prävention möglich und nützlich ist, legen die Zahlen nahe. Seit dem Thema Darmkrebs und seiner Vorsorge mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist ein positiver Trend zu verzeichnen. Rund 7,4 Millionen Menschen haben seit der Einführung des Darmkrebsmonats an der Vorsorgekoloskopie teilgenommen, wodurch nach Angaben einer Hochrechnung der Felix-Burda-Stiftung etwa 239.000 Erkrankungen und 139.000 Todesfälle verhindert wurden. Die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen und Sterbefälle an Darmkrebs sind somit rückläufig: In den vergangen zehn Jahren sank die Quote um 20 Prozent.

Präventiophobie: Die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung - was steckt dahinter?

Um den positiven Trend fortzuführen, bemüht sich die Felix-Burda-Stiftung, die 2002 erstmals zum Darmkrebsmonat aufrief, um bessere Vorsorgeangebote und Aufklärung in der Gesellschaft. Denn bisher werden Vorsorgeangebote nur in geringem Maße genutzt: Über 98 Prozent der Anspruchsberechtigten nutzen jährlich die Vorsorgekoloskopie nicht, weil sie eigenen Angaben zufolge "keine Probleme mit dem Darm" haben.

Ergebnisse eines studentischen Forschungsprojekts, die im Januar 2020 veröffentlicht wurden, zeigen außerdem, dass es eine Angst vor der Untersuchung gibt. "Präventiophobie" ist der inoffizielle Begriff, mit dem das Hinauszögern und die Angst vor einer Vorsorgeuntersuchung gemeint ist. Laut einer Umfrage des Forschungsprojekts gaben 32 Prozent der Befragten über 45 Jahren an, dass Sie erst zur Vorsorge gehen würden, wenn Symptome und Anzeichen von Darmkrebs auftreten. Häufig ist eine Prävention dann nicht mehr möglich und eine operative Behandlung unumgänglich.

Mit dem Darmkrebsmonat März soll mittels Aufmerksamkeit und Aufklärung über das Thema Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge diese Angst gelindert und genommen werden, damit "Präventiophobie" künftig kein Grund mehr ist, nicht zur Vorsorge zu gehen.

Ansprechpartner und Selbsthilfe

Informationen zur Früherkennung und Therapie von Darmkrebs gibt es beim Krebsinformationsdienst unter der Telefonnummer 0800/4203040, oder bei der Deutschen Krebshilfe unter der Telefonnummer 0800/80708877.

Selbsthilfe: Die deutsche "Ilco" ist eine Selbsthilfeorganisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs. Informationen gibt es beim Ilco-Landesverband Bayern, Telefon 0871/3195499.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie unter:

Quellen: