Das Gewürz Kurkuma  wird als "Superfood" bezeichnet - doch ist der Hype um das "goldene Gewürz" überhaupt gerechtfertigt? Während 2011 laut Angaben des "Statistischem Bundesamtes" 2400 Tonnen Kurkuma nach Deutschland importiert wurden, waren es 2016 bereits 3500 Tonnen - Tendenz steigend. Auch im Jahr 2020 werden wieder Tausende Tonnen des "Superfoods" in die Bundesrepublik eingeführt.

Doch woher kommt der Hype um das gelbe Gewürz? Hat Kurkuma den Namen "Superfood" wirklich verdient - und wie gesund ist es wirklich? Taugt es als Nahrungsergänzungsmittel?

Goldenes Gewürz: Was ist Kurkuma?

Kurkuma ähnelt dem Ingwer und gehört auch zur Familie der Ingwergewächse. Allerdings besitzt es eine sehr intensive gelbe Farbe. Daher auch der Name "Gelbwurz" oder "goldenes Gewürz". Die Pflanze, die bis zu einem Meter hoch wachsen kann, gedeiht vorwiegend im asiatischen Raum.

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Der typische Kurkuma-Geschmack wird häufig mit "erdig", "bitter" oder "würzig" beschrieben. In der Küche eignet es sich beispielsweise für Reis- oder Kartoffelgerichten, aber auch zum Verfeinern von Gemüse. Da Kurkuma ätherische Öle, Eiweiße und circa 5 Prozent Curcumin enthält, wird das Gewürz häufig als Heilmittel für vielerlei Krankheiten angepriesen. Aber wie ist es tatsächlich um die Heilkräfte des Kurkumas bestellt?

Hersteller werben damit, dass Kurkuma vielseitig einsetzbar ist und neben Blähungen und Völlegefühl auch gegen Arthrose, Diabetes, Krebs und Alzheimer helfen soll. Positive Wirkungen auf die Verdauung und eine Linderung des Völlegefühls nach dem Essen weist Kurkuma offenbar tatsächlich auf. Als Mittel gegen Krankheiten ist Kurkuma hingegen noch nicht ausreichend erforscht worden.

Kurkuma als Heilmittel: Das kann das Gewürz

In Indien wird Kurkuma seit 4000 Jahren verwendet. Kurkuma galt dort als heilig und zählte zu den wichtigsten Gewürzen. In der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda rechnet man Kurkuma zu den sogenannten "heißen Gewürzen". Diesen wird reinigende und energiespendende Wirkung zugesprochen.

Bisher wurde die Pflanze fast ausschließlich in Zellkultur- und Tierversuchen getestet, bei denen extrem hohe Dosierungen verwendet wurden, die vom Menschen nicht über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden könnten. Die Ergebnisse aus den Laborstudien sind daher nicht direkt auf Menschen übertragbar.

Einige wenige Humanstudien wurden zwar durchgeführt, aber da diese unter anderem sehr geringe Teilnehmerzahlen aufwiesen, ist die Aussagekraft dieser Studien nur sehr eingeschränkt. Generell sind Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Kurkuma nicht zur Vorbeugung oder Linderung von Erkrankungen vorgesehen, da hierfür im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten die Wirkungsnachweise fehlen. Obwohl Kurkuma krebshemmende, antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben werden, existiert bis heute keine seriöse, wissenschaftlichen Standards genügende Studie, die diese Wirkungen belegt.

Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel

Kurkuma kann also als Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden, da das enthaltene Curcumin beispielsweise anregend auf die Verdauung wirkt, allerdings sollte es nicht zur Bekämpfung von andauernden Beschwerden angewendet werden. Stattdessen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel gibt es in vielen unterschiedlichen Formen: Kurkuma-Pulver*, Kurkuma-Extrakte*, Curcuminoide*, Tabletten mit zusätzlichen Vitaminextrakten* oder Kurkuma-Öl*. Für Magen-Darm Probleme, bei Blähungen und als Entzündungshemmer kann Kurkuma als Gewürz oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln durchaus eingenommen werden und scheint wohl auch zu helfen.

Wichtig: Schwangere und Stillende sollten komplett auf Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel verzichten. Ebenso ist der Verzehr von Kurkuma Menschen, die an Gallenstein leiden, nicht zu empfehlen, da dieses die Gallensaftproduktion fördert und Gallenkoliken auslösen kann.

Weitere Wirkungen von Kurkuma

Neben seiner verdauungsfördernden und entzündungshemmenden Wirkung wird Kurkuma noch eine ganze Reihe weiterer Effekte zugeschrieben. Wenn man der medizinischen Zeitschrift Andrologia glauben möchte, kann Kurkuma nicht nur das Essen würzen, sondern auch bei Erektionsproblemen helfen. Angeblich soll das Gewürz die Durchblutung des besten Stücks des Mannes verbessern.

Auch Diabetiker sollen vom goldene Gewürz profitieren. Der Inhaltsstoff Curcumin soll erhöhte Blutzuckerwerte wieder senken und zu der Reduktion einer Insulinresistenz beitragen, berichtet das Magazin SicenceDirect.

In Kombination mit schwarzem Pfeffer soll Kurkuma besonders gesund sein: Wie eine Studie der "National Library of Medicine" herausgefunden haben will, soll der Pfeffer die Curcumin Absorption des menschlichen Körpers um bis zu 2000 Prozent verbessern. Durch die verbesserte Aufnahmefähigkeit könne das Gewürz seine Fähigkeiten noch stärker entfalten, so die Forscher.

Rezept für Goldene Kurkuma Milch

Unbestritten hingegen ist, dass Kurkuma eine köstliche Zutat in verschiedenen Rezepten ist. Das wohl klassischste Rezept mit Kurkuma ist die Goldene Milch. Mit nur vier Zutaten bereitet man das gesunde Heißgetränk, dem zahllose positive Wirkungen zugesprochen werden, innerhalb von 15 bis 20 Minuten zu.

Kurkuma: Allergien und Nebenwirkungen

Obwohl Kurkuma gerne als gesund bezeichnet, hat das Superfood auch Nebenwirkungen. Je nach individueller Empfindlichkeit und der Höhe der Dosierung des Gewürzes treten unerwünschte Wirkungen auf. Die kritische Menge ist von Person zu Person unterschiedlich. Mögliche Beschwerden könne sein:

  • Allergische Reaktionen
  • Blähungen
  • Sodbrennen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Schmerzen im Verdauungstrakt

Sollten die Magen-Darm-Beschwerden anhalten oder treten häufig auf, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf!

von Franziska Schork/Redaktion

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