Süßkartoffeln sind voll im Trend. Lecker als Hauptgericht oder Beilage. Als Suppe, Pommes oder aus dem Ofen. Von vielen Speisekarten sind die orangenen Erdäpfel kaum mehr wegzudenken. Doch sind Süßkartoffeln wirklich gesünder als "richtige" Kartoffeln?

Da fängt es schon an: Im Vergleich zu den trendigen Süßkartoffeln bezeichnen wir unsere altbekannte Kartoffel gerne als "normale", "richtige" oder "herkömmliche" Kartoffel. Dabei sind Kartoffel und Süßkartoffel nicht einmal miteinander verwandt. Während die Kartoffel, die in Franken auch gerne als Bodagge oder Erpfl bezeichnet wird, zur Familie der Nachtschattengewächse gehört, ist die Süßkartoffel ein sogenanntes Windengewächs.

Süßkartoffel und Kartoffel: Das sind die Unterschiede

Als "Batate" bekannt, stammen Süßkartoffeln ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und kamen im 16. Jahrhundert nach Europa. Sie sind in der Regel größer als Kartoffeln, haben eine rötlich-orangene Farbe und zeichnen sich - wie der Name schon sagt - durch ihren leicht-süßen Geschmack aus.

Neben der Optik unterscheiden sich Kartoffel und Süßkartoffel aber vor allem was den Verzehr und die Nährwerte angeht. Doch ist eines der Gemüse dadurch tatsächlich auch gesünder?

 

Größter gesundheitlicher Unterschied, den wohl viele nicht kennen: Süßkartoffeln eignen sich als Rohkost. Man kann den rötlichen Erdapfel also roh verzehren - wohingegen Kartoffeln im Rohzustand giftig sein können. Das liegt am erhöhten Solanin-Gehalt. Dieser kann auch bei keimenden Kartoffeln gefährlich sein.

Süßkartoffel oder Kartoffel: Welches Gemüse ist gesünder?

Angeblich soll das Trendgemüse Süßkartoffel aber auch gesünder sein, was die Nährwerte angeht. Doch stimmt das wirklich?

Die Nährwerte von Kartoffeln und Süßkartoffeln im Vergleich:

 

  • Kalorien pro 100 Gramm: Kartoffel 73, Süßkartoffel 86
  • Kohlenhydrate auf 100 Gramm: Kartoffel 14, Süßkartoffel 20
  • davon Zucker: Kartoffel 1 Gramm, Süßkartoffel 4 Gramm

 

Trotz des leicht höheren Zuckergehalts, gelten Süßkartoffeln als sehr gesund. Wie auch die Kartoffel enthält die rötliche Variante wichtige Mineralstoffe, wie Kalium, Zink, Kalzium und viele Vitamine. Medizinjournalist und Diätexperte Sven-David Müller erklärt, dass Süßkartoffeln reich an Vitamin A, B und Beta-Carotin sind - doch daran habe kaum jemand einen Mangel. Die Süßkartoffel ist durch ihren höheren Zucker- und Ballaststoffgehalt aber ein besserer Sattmacher als die Kartoffel.

Kartoffeln hingegen haben einen höheren Anteil an Kalium und Eisen. Also ein wichtiger Lieferant für zwei Mineralstoffe, bei denen eine Unterversorgung häufiger vorkommt. Weiterhin zeichnen sich Kartoffeln durch eine höhere Konzentration an Folsäure und Phosphor aus. Diese Stoffe sind gut für das menschliche Herz, das Gehirn und die Knochen.

Hier punkten beide Varianten: In beiden Knollen stecken Anthocyane. Das sind wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, die eine antioxidative Wirkung haben. Sie binden im menschlichen Körper freie Radikale, schützen die Gefäße und wirken entzündungshemmend.

Das spricht also dafür, dass beide Gemüsesorten gesund sind. Keine Kartoffel-Variante ist der anderen in gesundheitlicher Hinsicht zu bevorzugen. Höchstens geschmacklich.

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