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München
Krebsvorsorge

Wegen Corona: Noch mehr Krebs-Vorsorgemuffel

Vor allem bayerische Männer gelten als "Krebs-Vorsorgemuffel". Dabei ist jeder vierte Todesfall auf Krebs zurückzuführen. Die Corona-Pandemie sorgt allerdings dafür, dass noch weniger Menschen zur Vorsorge gehen.
 
Vor allem bayerische Männer gelten als "Krebs-Vorsorgemuffel". Dabei ist jeder vierte Todesfall auf Krebs zurückzuführen.
Vor allem bayerische Männer gelten als "Krebs-Vorsorgemuffel". Dabei ist jeder vierte Todesfall auf Krebs zurückzuführen. Foto: tomwieden / pixabay.com
  • Krankenkassen verzeichnen Rückgang bei Krebsvorsorge-Untersuchungen 
  • Corona-Pandemie die Ursache
  • Bayerische Männer deutschlandweit Schlusslicht 

Wegen der Corona-Pandemie sind nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern weniger Männer zur Krebsvorsorge gegangen. "Bayerns Männer: Sie sind und bleiben Krebsvorsorgemuffel", schreibt die TK in einer Pressemitteilung. Im ersten Halbjahr 2020 nahmen 10,6 Prozent der bei der TK versicherten Männer einen Früherkennungstermin wahr. Das seien rund zwei Prozentpunkte weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Krebsvorsorge: Bayerische Männer sind "Krebsvorsorgemuffel"

"Die bayerischen Männer rutschen damit im Bundesländervergleich vom vorletzten auf den letzten Platz", sagte Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. Krebs ist laut TK bei den Männern im Freistaat für jeden vierten Todesfall verantwortlich. Ob die Zahlen im dritten und vierten Quartal ebenfalls rückläufig waren, stehe erst im Frühsommer dieses Jahres fest, wenn der Krankenkasse die Daten vorliegen.

Auch bei den bayerischen Frauen ging die Quote im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte zurück, auf 25,4 Prozent. Im Ländervergleich rutschten die Frauen im Freistaat allerdings von Platz 14 auf Platz sieben.

Krebs ist der Krankenkasse zufolge bei den Frauen für jeden fünften Todesfall verantwortlich.

Rückgang der Krebsvorsorge: Corona der Grund

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) rief die Menschen zur Vorsorge auf: "Krebs macht in der Corona-Pandemie keine Pause. Vorsorge-Untersuchungen sind wichtig und sollten nicht aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus auf die lange Bank geschoben werden. Die Ärzte haben in ihren Praxen höchste Hygiene-Standards etabliert und Schutzmaßnahmen getroffen", sagte der Minister laut einer Pressemitteilung seines Hauses.

Krebs ist den Angaben des Ministeriums zufolge in Deutschland die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nach den neuesten verfügbaren Zahlen wurden für 2018 im bayerischen Krebsregister für den Freistaat 66 096 Neuerkrankungen gemeldet, davon rund 53 Prozent bei Männern und 47 Prozent bei Frauen.

Positiver Trend bei Neuerkrankungen

"Die Zahlen sind weiterhin hoch, aber wir erkennen einen positiven Trend", sagte Holetschek. "Nach den aktuell vorliegenden Zahlen dürften die Neuerkrankungen 2018 um etwa 5000 niedriger liegen als noch vor fünf Jahren." Die TK hat die Vorsorgedaten in Bayern von knapp 900.000 anspruchsberechtigten Versicherten ausgewertet; bundesweit von rund sieben Millionen. Deutschlandweit gingen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr auch zurück.

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Auch die Barmer geht von einem Rückgang der Krebsvorsorge wegen Corona aus. "Ich empfehle allen, die ihre Krebsvorsorge aus Angst vor einer Infektion oder wegen eingeschränkt geöffneter Arztpraxen verschoben haben, die wichtigen Untersuchungen so bald wie möglich nachzuholen", sagte Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern. "Keinesfalls sollte hiermit auf das Ende der Pandemie gewartet werden, im Ernstfall könnte dadurch wertvolle Zeit verloren gehen."

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