Einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch ist Husten. Doch der Husten beeinflusst nicht nur die allgemeine Lebensqualität negativ. Oftmals besteht bei einer Hustenerkrankung bei den Patienten auch die Angst vor schlimmeren Krankheiten. Da greift man schnell zum Hustensaft - doch eine neue Studie belegt nun, dass viele Husten-Mittel praktisch wirkungslos sind.

Viele Husten-Medikamente - wenig Wirkung

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Medikamente die helfen sollen, den Husten möglichst schnell wieder los zu werden. Doch wie die Studie der Forscher der Universität Basel und des Baseler Universitätsspitals zeigt, haben diese wenig bis keine Wirkung. Die Studie beschäftigte sich mit Mitteln zur Behandlung von subakutem Husten, also einem Husten, der in drei bis acht Wochen von selbst wieder vergeht. Trotz des großen Angebots an Arzneien, war es die erste Zusammenfassung von Untersuchungen zur Wirksamkeit dieser Hustenmittel. Ergebnis war, dass keine der untersuchten Behandlungen einen eindeutigen Nutzen bei der Heilung der Hustenerkrankungen zeigte.

Sechs Studien mit geläufigen Husten-Medikamenten

Das Forscherteam um den klinischen Epidemologen Dr. Lars Hemkens wertete insgesamt sechs Studien mit über 700 Patienten aus. Dabei wählten sie Studien aus, bei der es um die Anwendung von Medikamenten und natürlichen Heilmitteln ging, die in Europa und Nordamerika zur Behandlung von Hustenerkrankungen eingesetzt werden. Ausgeschlossen waren nur Behandlungsmöglichkeiten mit chinesischer oder allgemein asiatischer Kräutermedizin.

Sieben Wirkstoffe gegen Husten getestet

In den Studien wurden sieben geläufige Hustenmittel untersucht, darunter Kodein, Salbutamol, Montelukast und Gelatine. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass keine der analysierten Behandlungsmethoden das Abheilen des Hustens deutlich unterstützte. Zumindest gab es bei zwei der sechs Studien Hinweise darauf, dass die Medikamente einen Vorteil gegenüber Placebos hätten.

Trotzdem heilte der Husten bei allen Patienten - unabhängig davon, ob sie Medikamente bekamen oder nicht. Laut Erstautor der Studie Dr. Benjamin Speich traten nur leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit auf.

Ergebnis weisen auf mögliche Einschränkung hin

Obwohl die Forschergruppe darauf hinweist, dass die Studien teilweise methodischen Begrenzungen unterlägen und dadurch eine Verallgemeinerbarkeit eingeschränkt werden könne, bleibt das Ergebnis bestehen. "Wir sehen aufgrund unserer Untersuchung derzeit keine Behandlung, die eindeutige Vorteile für die Patienten aufweist", sagt Studienleiter Hemkens.

Patienten müssen aufgeklärt werden

Nach Schätzungen werden weltweit jedes Jahr über vier Milliarden Dollar für Hustenmedikamente ausgegeben. Damit eine Überbehandlung von Hustenerkrankungen vermieden werden kann, müssen die betroffenen Patienten aufgeklärt werden. Das heiße, dass sich Ärzte die Zeit nehmen, dem Patienten die Krankheit genau zu erklären, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität.