Im Rahmen einer Studie haben Forscher der "Washington University School of Medicine" untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Schlaf und dem Tau-Protein gibt. Dieses Eiweiß steht im Verdacht, eine der Hauptursachen für Demenz zu sein.

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Ihre Erkenntnisse könnten Menschen, die etwa gerne kurze Mittagsschläfchen halten, beunruhigen: Probanden, die weniger Tiefschlafphasen hatten, zeigten eine erhöhte Konzentration des Tau-Proteins. Die Studie wurde am 9. Januar im Magazin "Science Translational Medicine" veröffentlicht.

Schlechter Schlaf: Anzeichen oder Ursache für Demenz?

Noch sind sich die Forscher nicht sicher, ob schlechter Schlaf lediglich ein Anzeichen von beginnender Demenz ist oder auch dafür mitverantwortlich. Jedenfalls könnte sich erweisen, dass durchgehend schlechter Schlaf ein Warnzeichen für beginnende Demenzerkrankungen ist.

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Laut Dr. Brendan Lucey, Hauptautor der Studie, könnte das Vermessen des Schlafs - zum Beispiel durch die Beobachtung der Tiefschlaf- und REM-Phasen - in Zukunft eine noninvasive Möglichkeit darstellen, nach Anzeichen der Alzheimerkrankheit zu suchen, bevor Menschen beginnen, Probleme mit der Erinnerung und der kognitiven Leistung zu entwickeln.

Qualität statt Quantität

Die Studie habe außerdem gezeigt, dass die Menge des verdächtigen Tau-Proteins nicht mit der absoluten Menge des Schlafs zusammenhänge, sondern mit der Qualität des Schlafs, sprich mit der Menge an Tiefschlafphasen, so Dr. Lucey.

Menschen mit hoher Tau-Protein-Konzentration hätten in der Studie zwar sowohl nachts als auch tagsüber mehr geschlafen, waren aber stets weniger erholt gewesen und hatten weniger Tiefschlafphasen.