Bamberg
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Jubel, Trubel, Heiterkeit, sechster Pokalgewinn

Brose Baskets haben in einem atemberaubenden, spannenden Spiel sich zum sechsten Mal den Pokal geholt.
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Elias Harris und NIkos Zisis nehmen den Pokal entgegen. Katja Wagner
Elias Harris und NIkos Zisis nehmen den Pokal entgegen. Katja Wagner
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Nach fast zweijähriger Titel-Abstinenz hatte "Freak City" am Sonntag endlich wieder einmal allen Grund seinem Namen als "Basketball-Hauptstadt Deutschlands" gerecht zu werden, denn auf dem Parkett legten die Schützlinge von Federico Perego ihre Saisonbestleistung hin und hielten die "Albatrosse" aus der politischen Hauptstadt mit einem einzigen Punkt (83:82) in Schranken. Für die Bamberger war dieser Erfolg auch sicherlich Balsam auf die in dieser Saison doch arg aufgerissenen Wunden.

Dieses Duell der mit Abstand erfolgreichsten Mannschaften des letzten Vierteljahrhunderts war eine Werbung für den Basketballsport, da der fränkische Außenseiter mit viel Herzblut in der Defense zu Werke ging und so von Beginn präsent war. Dass die späteren, frenetisch gefeierten Sieger (mit "We are the Champions" und Glitzerregen) trotz eines zweistelligen Vorsprungs noch in arge Nöte gerieten und erst ein Dreier von Nikos Zisis Sekunden vor dem Pokalspiel-Ende die Trophäe sicherte, passte zu diesem dramatischen Tag, der aus Bamberger Sicht "perfekt" war.

"Für mich war es die sportliche Geste des Jahres, als Nikos Zisis kurz vor der Pokal-Übergabe Elias Harris, seinen Vorgänger mit der Kapitänsbinde, zu sich holte, um gemeinsam den Pokal hochzustemmen", freute sich Oberbürgermeister Andreas Starke gut eine Stunde nach dem Herzschlagfinale, als Mannschaft und Crew sich im VIP-Raum der Brose Arena ins goldene Buch der Stadt Bamberg eintrugen.

Vor dieser offiziellen Wertschätzung durch die Stadt wurde auf dem Parkett so richtig gefeiert: Wie von der Tarantel gestochen bildete sich in den Sekunden nach dem Schlusspfiff eine Jubeltraube, die Spieler tanzten ausgelassen und es dauerte nicht lange, bis der neue Headcoach Federico Perego die obligatorische Bierdusche abbekam. Dass er nicht der Einzige war, versteht sich von selbst. Nachdem die Hauptakteure alle Interview-Wünsche erfüllt hatten und Hunderte von Selfies mit Kindern und Familienmitgliedern sowie Fans geschossen wurden, nahmen die Sieger auch das Bad in der Menge vor der Südtribüne. Freak City wie es leibt und lebt! Nach diesen ausgelassenen Feierlichkeiten ging es dann in der Kabine beim traditionellen Sieger-Foto schon etwas ruhiger zu, auch wenn die Trophäe immer wieder in die Luft gerissen wurde.

Für die Berliner, die ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden konnten und den energiegeladenen Bambergern einfach nicht genug entgegenzusetzen hatten, war es nach dem Vorjahr bereits die zweite Pokalfinal-Niederlage hintereinander. Die Gastgeber wurden eingestimmt mit dem ersten Pokalsieg 1992 (damals noch als TTL Bamberg mit Legenden wie Ken Sweet und Mike Jackel, die in einer "Chereo" vor dem Spiel toll in Szene gesetzt wurden) und nahmen letztlich erfolgreich Revanche für eine schmerzhafte Final-Heimniederlage im Jahre 2006.

"Alba-Killer", dieses Phänomen ist also wieder auferstanden und der Jubel umso größer, da die Gäste ja bislang eine gute Saison spielten. Dass die erfahrenen Nikos Zisis, der einen "Sahnetag" erwischte, und Elias Harris zusammen mit Tyrese Rice die Kastanien aus dem Feuer holten, war eine ganz besondere Geschichte in diesem Gipfeltreffen.

Bleibt zu hoffen, dass die Bamberger nach der zweiwöchigen Länderspielpause mit diesem Pokal-Wind die weiteren Aufgaben angehen: Achtelfinale ChampionsLeague und eine gute Ausgangsposition für die Play-off-Runde schaffen. Bertram Wagner

Fazit: "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze" - abgedroschen, aber wahr! Pokaltitel Nr. 6 für Bamberg!

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