"SOS-Warnmeldung Covid-19" ist in dem dicken roten Balken zu lesen, den Google über den Suchergebnissen zum Suchbegriff "Coronavirus" platziert. Unter dem Balken folgen drei sogenannte "Newsboxen" mit aktuellen Meldungen zur Corona-Krise, darunter von Google zusammengestellte Notfallinformationen zum Coronavirus ("Covid-19"). Was hat es damit auf sich?

Bei den in diesem ungewohnten Modul bereitgestellten Informationen handelt es sich um Nachrichten von Bundesgesundheitsministerium, der Weltgesundheitsorganisation WHO und weiteren (offiziellen) Quellen zur Ausbreitung des Coronavirus. Das "SOS"-Modul an sich ist nicht neu: In der Vergangenheit hat Google es beispielsweise bereits bei Brand- und Flutkatastrophen eingesetzt.

Warum zeigt Google eine SOS-Warnmeldung zum Coronavirus an?

Wer die Warnmeldung sieht, erschrickt zunächst. Doch ist es keineswegs Googles Absicht, die Nutzer in Panik zu versetzen. Im Gegenteil: "SOS-Warnmeldungen sollen bei Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Krisen Notfallinformationen für alle zugänglicher machen", schreibt Google auf der zugehörigen Webseite. "Wir stellen relevante und zuverlässige Inhalte aus dem Web, den sozialen Medien und den Google-Produkten zusammen" Je nach Art der Krise und Standort erhielten Nutzer so aktuelle Informationen von lokalen, nationalen oder internationalen Behörden. "Hierzu gehören zum Beispiel Notfalltelefonnummern und -websites, Karten, Übersetzungen von nützlichen Sätzen oder Möglichkeiten zu spenden."

Die folgenden Informationen hält das "SOS-Warnmeldung Covid-19" derzeit beispielsweise bereit:

Erst darunter folgen die eigentlichen Suchergebnisse. Der SOS-Balken hat noch eine "Teilen"-Option auf der rechten Seite. Damit kann man das SOS-Modul direkt per Facebook, Twitter und E-Mail weiterleiten und den Link per Mausklick kopieren.

Wie nützlich sind die SOS-Warnmeldungs-Informationen?

Die Notfallinformationen von Google geben tatsächlich einen recht guten Überblick über die aktuelle Lage, sind allerdings auch etwas eindimensional. Gerade was die Ausbreitung des Coronavirus in der heimischen Region anbelangt, würde man sich deutlich mehr lokale Informationen wünschen. Google kennt immerhin die IP-Adresse jedes Nutzers und damit auch seinen aktuellen Standort. Man sollte meinen, es sei ein Leichtes, standortbezogene Informationen auszuspielen. Ist Covid-19 in meinem Landkreis angekommen? Was sind wichtige Rufnummern für beunruhigte Bürger? Das Landratsamt Bamberg beispielsweise hat eine eigene Coronavirus-Hotline eingerichtet: +49 951/85-9700 (zu den allgemeinen Öffnungszeiten), auch Anlaufstellen für Menschen, die sich auf das Virus testen lassen wollen, finden sich hier.

Doch Google hat dafür eine einleuchtende Erklärung: Die aktuell angezeigten Informationen variieren je nach Schwere der Krisensituation. "Wenn Sie sich außerhalb des Krisenbereichs befinden(...), werden bei der Suche nach Informationen zum Ereignis die SOS-Warnmeldungen eingeblendet", so Google. "Die darin enthaltenen Informationen können sich jedoch von denen unterschieden, die direkt betroffene Nutzer sehen. Zum Beispiel wird anstelle von Notfalltelefonnummern unter Umständen ein Spendenaufruf für die Krise eingeblendet." Auch direkte Benachrichtigungen aufs Handy seien möglich. "Wenn Sie Google Maps verwenden, können Sie aktive SOS-Warnmeldungen für den angezeigten Bereich direkt auf der Karte sehen."

Wenn Informationen fehlen: Feedback an Google schicken

Wer essentielle Informationen vermisst, kann Google über den entsprechenden Link direktes Feedback geben. "Zwar können wir nicht garantieren, dass diese Inhalte bei jeder größeren Krise zur Verfügung stehen, wir arbeiten jedoch an einem flächendeckenderen Angebot. Über den Link Feedback in einer SOS-Warnmeldung können Sie uns Verbesserungsvorschläge zukommen lassen", so Google auf der SOS-Warnmeldungs-Webseite. Als wie schwer die Coronavirus-Krise in Franken derzeit einzuschätzen ist, ist sicherlich Auslegungssache. Angesichts steigender Fallzahlen in Bayern und auch in Franken wären mehr regionale Informationen aber in jedem Fall wünschenswert.

Alle Entwicklungen zur Ausbreitung des Coronavirus in Franken, Deutschland und der Welt finden Sie in unserem ständig aktualisierten Newsticker.