Am vergangenen Sonntag (29. November 2020) hat die Adventszeit und damit der Countdown Richtung Weihnachten begonnen. Dabei sehen Politiker und Virologen den Feiertag skeptisch entgegen: Wie kann das Fest möglichst sicher gefeiert werden?

Einen Tag vor Weihnachten wollen viele Bundesländer die Corona-Maßnahmen zwischenzeitlich lockern. Die Kontaktbeschränkungen werden dahingehend angepasst, dass Familien oder Freundeskreise aus mehreren Haushalten zusammenkommen können. Um massenhafte Ansteckungen zu verhindern, schlägt unter anderem der Virologe Christian Drosten eine Vorquarantäne vor.

Infektionsrisiko minimieren - "Optimalerweise eine Woche" Selbstquarantäne

Es ist ein Drahtseilakt: Einerseits soll an Weihnachten die Kernfamilie oder enge Freundeskreise zusammenkommen können, andererseits soll das Fest nicht zu einem "Kickstarter für die Pandemie" werden, wie der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach in den Zeitungen der Funke Mediengruppe warnt. Auch Alexander Kekulé mahnt: "Wenn wir jetzt an Weihnachten die Infektionen über die Familie weitergeben, könnte das eine Katastrophe geben", erklärt der Virologe im Interview mit der Abendzeitung München

Um Kinder besser zu schützen, wurden die Weihnachtsferien in vielen Bundesländern um ein paar Tage nach vorne verschoben. Auch die anderen Familienmitglieder sollten sich etwa eine Woche vor dem Besuch freiwillig isolieren, rät der Virologe Christian Drosten vom Berliner Charité. "Optimalerweise eine Woche" zuvor solle man sich in Vorquarantäne begeben, meint er im Interview mit Zeit Online: "Dann fährt man zu den Verwandten und hat im Hinterkopf, das man sich in dieser Woche mit weniger Kontakten wahrscheinlich nicht infiziert hat."

Problematisch ist allerdings die Umsetzung einer freiwilligen Selbstquarantäne. Gerade Eltern, deren Kind noch zur Schule geht, könnten in Schwierigkeiten kommen. Nicht jeder Arbeitnehmer kann spontan aus dem Home-Office arbeiten oder weitere Urlaubstage  nehmen. 

Wie sinnvoll ist eine Vorquarantäne?

Die sogenannte Inkubationszeit beträgt laut Medizinstatistiker Tim Friede von der Uni Göttingen im Durchschnitt fünf bis sechs Tage. Gemeint ist die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung - man kann jedoch auch davor und danach infektiös sein. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) und etwa der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Uni Göttingen, Uwe Groß, berufen sich auf diese Zahlen.

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Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass ein großer Teil der Infizierten gar keine klinischen Symptome entwickle und dennoch infektiös sein könne, sagt Groß. Das seien in etwa 15 bis 45 Prozent. "Vor allem junge Leute." Er halte den Appell der Ministerpräsidenten dennoch für "sehr gut".

Ein weiteres Problem der Selbstquarantäne ist laut Friede auch, "dass es hier keinen zeitlichen Bezugspunkt gibt, wie etwa ein erster negativer Test". Man wisse daher nicht, ob sich die jeweilige Person infiziert habe oder nicht und ob sie schon oder vielleicht nicht mehr infektiös sei. Er halte daher das Infektionsrisiko auch nach fünf Tagen Selbstquarantäne "noch für erheblich", betont dennoch aber: "eine Quarantäne von vier bis fünf Tagen ist natürlich besser als gar keine Quarantäne".

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