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Rezeptfreie Schlafmittel

Schlafprobleme: Wie wirksam sind rezeptfreie Medikamente?

Die Stiftung Warentest hat frei verkäufliche Medikamente untersucht, die einen erholsamen Schlaf fördern und bei Schlafproblemen helfen sollen. Das Ergebnis: Antihistaminika und Baldrian sind noch am besten geeignet, andere beliebte Mittel schnitten beim Test schlechter ab.
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Von Anti-Allergie-Medikamenten über Gute-Nacht-Tee bis hin zu Baldrian-Dragees - das Angebot an rezeptfreien Schlafmitteln ist groß. Ob sie ihr Versprechen halten, hat die Stiftung Warentest geprüft.

Schlafstörungen sind in Deutschland massiv auf dem Vormarsch. Laut Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK sind 80 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande von Schlafproblemen betroffen. Knapp zehn Prozent aller Berufstätigen leidet sogar unter Insomnien (schweren Schlafstörungen), was sich durch Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und schlechter Schlafqualität äußert, aber auch zu Tagesmüdigkeit und Erschöpfung führt. Besonders alarmierend: Laut DAK haben Schlafprobleme bei Arbeitnehmern seit 2010 um 66 Prozent zugenommen, schwere Schlafstörungen um 60 Prozent. 

Rezeptfreie Schlafmittel im Test: Nur wenige machen wirklich müde

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass der Markt für rezeptfreie Schlafmittel boomt. Die Stiftung Warentest hat mehrere gängige Präparate unter die Lupe genommen, die ohne Rezept gekauft werden können, darunter Antihistaminika, Tees sowie Baldrian- und Melatonin-Produkte.

Das Ergebnis: Von 55 Produkten erwiesen sich nur wenige als empfehlenswert.

Laute Geräusche, helles Licht oder tausende Gedanken im Kopf - abends im Bett kann uns vieles daran hindern, schnell und ruhig einzuschlafen. Mit diesen Tipps können Sie Schlafstörungen entgegenwirken.

Antihistaminika: wirksam - aber nur für wenige Tage 

Als die besten rezeptfreien Schlafmittel wurden Antihistaminika mit den Wirk­stoffen Diphenhydramin und Doxylamin genannt. Ursprünglich wurden sie gegen Heuschnupfen eingesetzt, heute setzt die Medizin auf einen anderen Effekt: Sie bremsten allergische Reaktionen und gelangten zudem ins Gehirn. Dort wirkten sie dämpfend, weshalb sie als Schlafmittel Verwendung finden. Den Experten zufolge sollen Antihistaminika allerdings nur wenige Tage und höchstens zwei Wochen lang eingenommen werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Außerdem lasse auf Dauer die Wirkung oft nach.

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Als "geeignet" wurden im Test Betadorn D*, Halbmond*, Vivinox Sleep Schlaftabletten* und -Dragees* bewertet, die alle rezeptfrei sind.

Ebenso wirksam sind die ohne Rezept erhältlichen Medikamente Gittalun Trinktabletten*, Hoggar Night* und Schlafsterne*.

Baldrian: längere Wartezeit, dafür kaum Nebenwirkungen

Auch Baldrian-Präparate schnitten im Test gut ab. Jedoch gebe es kaum hochwertige klinische Studien, die den Nutzen von Baldrian bestätigen. Von den 33 Produkten, die getestet wurden, war die therapeutische Wirksamkeit bei acht noch am besten belegt.

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"Mit Einschränkung" bewertet wurden unter anderem die ausreichend hoch dosierten Präparate Abtei Baldrian Forte Beruhigungsdragees*, Klosterfrau Nervenruh* und Tetesept Baldrian Schlafdragees*.

Sie verursachen kaum Nebenwirkungen. Bis Baldrian einen beruhigenden Effekt hat, kann es einige Tage bis Wochen dauern, so die Tester.

Melatonin: keine überzeugende Wirkung

Eine weitere Testreihe befasste sich mit Präparaten, die das körpereigene Hormon Melatonin enthalten.

Als Nahrungsergänzungsmittel angeboten brauchten sie keine behördliche Prüfung und Zulassung.

Im Test ergaben sich keine überzeugende Nachweise für die sechs geprüften Mittel.

Tee: oft belastet

Alle anderen rezeptfreien Mittel wurden von Stiftung Warentest negativ bewertet, darunter alle Tees.

Diese enthielten oft Pestizide oder Gifte aus mitgesammelten Wildkräutern. Es mangele an klinischen Studien, die die Wirksamkeit dieser Gute-Nacht-Tees belegen. Gleichwohl könne das Ritual, eine Tasse Tee vor dem Zubettgehen zu trinken, beruhigend sein.

Den kompletten Test finden Sie hier (kostenpflichtig). 

Eine Krankenkasse hat einen ungewöhnlichen Tipp gegen Schlafprobleme parat: Selbstbefriedigung soll Abhilfe schaffen.

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