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Gesundheit

Schlafapnoe und Schnarchen: Sechs Mythen zur Schlafstörung aufgeklärt

Das Schnarchen - ein bekanntes Problem vieler Menschen. Wenn zum Schnarchen dann noch Atemaussetzer dazu kommen, redet man vom Schlafapnoe-Syndrom...oder? - Diese sechs Mythen zum Thema Schnarchen und Schlafapnoe sollten Sie kennen.
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Wenn man sich die Statistiken anschaut, sieht man, dass das Schnarchen ein weit verbreitetes Phänomen ist. Etwa 60 Prozent der Männer und circa 40 Prozent der Frauen schnarchen. Einige Menschen leiden vielleicht sogar unter dem Schlafapnoe-Syndrom, durch welches ernsthafte gesundheitliche Schäden entstehen können, und wissen es gar nicht.

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Warum ist Schlafapnoe gefährlich?

Bei der Schlafapnoe kommt es während des Schlafs immer wieder zum Stocken der Atmung. Diese Aussetzer können wenige Sekunden aber auch bis weit über eine Minute dauern. Meistens kommt dies von verengten oder blockierten Atemwegen.

Bei Betroffenen kommt es häufig zu Bluthochdruck, extremer Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Erektionsstörungen oder erhöhter Reizbarkeit. Eine Diagnose des Syndroms ist also wichtig, um den Begleiterscheinungen entgegenwirken zu können.

Dr. Susheel Patil, Direktor der Abteilung Schlafmedizin an der Johns Hopkins Medicine University, hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und klärt nun über die sechs bekanntesten Mythen und Fehlinformationen zur Schlafapnoe auf:

Mythos 1: Schlafapnoe tritt nicht bei Kindern auf

Weltweit leiden circa drei Prozent der Kinder am Schlafapnoe-Syndrom. Vor allem achtgeben muss man auf die Kinder, die schnarchen. Von ihnen sind ungefähr 10 bis 20 Prozent von Schlafapnoe betroffen. Alle Altersgruppen können unter der Krankheit leiden und sollten Ihre Kinder auffällig schnarchen, ist ein Besuch beim Kinderarzt zu empfehlen.

Mythos 2: Jeder der schnarcht, leidet auch unter Schlafapnoe

Wenn Sie zwar nachts schnarchen, aber sich am nächsten Morgen und Tag ausgeruht fühlen, dann müssen Sie sich keine vermehrten Sorgen um Schlafapnoe machen. Durch die Krankheit wird das Atmen während des Schlafens nämlich häufig unterbrochen, weswegen die Betroffenen nachts viel aufwachen und meistens schnarchen. Daraus resultiert eine enorme Müdigkeit und Erschöpfung am nächsten Tag.

Manche Menschen brauchen aber auch einfach etwas weniger Schlaf, fühlen sich fit und spüren keine erhöhte Müdigkeit. In diesem Fall kann Schlafapnoe unentdeckt bleiben und Behandlungsmöglichkeiten verzögert werden. Es ist also immer besser beim Verdacht auf Schlafapnoe einmal mehr zum Arzt zu gehen.

Mythos 3: Nur übergewichtige Menschen können Schlafapnoe bekommen

Da nicht nur Übergewicht als Auslöser für Schlafapnoe zählt, sondern auch eine spezielle Gesichts- und Nackenanatomie, müssen auch normalgewichtige Menschen aufpassen. Relevante Faktoren der Anatomie sind unter anderem vergrößerte Mandeln, ein Überbiss, ein kleiner Kiefer, ein großer Hals oder ein verkürztes Kinn.

Mythos 4: Schlafapnoe bekommen nur Männer

Frauen werden weniger häufig mit Schlafapnoe diagnostiziert. Das liegt aber weniger daran, dass die Krankheit bei ihnen nicht auftritt als daran, dass Frauen mit ihren Ärzten nicht über ihr Schnarchen reden oder es selbst nicht mitbekommen. Da Frauen oft weniger laut schnarchen als Männer, kann es sein, dass das Schnarchen weder dem Partner, noch der Betroffenen auffällt.

Weiterhin beschreiben die meisten Frauen verschiedene Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Energielosigkeit - für diese Symptome kann es viele Auslöser geben und eine Diagnose fällt schwer. Fest steht aber: Auch Frauen leider unter dem Schlafapnoe-Syndrom.

Mythos 5: Jeder der unter Schlafapnoe leidet, schnarcht

Auch wenn Sie nachts nicht schnarchen bedeutet das nicht, dass Sie nicht unter Schlafapnoe leiden könnten. Circa 20 Prozent der Patienten weisen während des Schlafens kein Schnarchen auf. Andere Symptome, an denen Sie oder Ihr Partner Schlafapnoe erkennen können, sind zum Beispiel ein regelmäßiges Nachluftschnappen und Aufwachen oder das vermehrte Gefühl zu ersticken. Wenn Sie mit Kopfschmerzen, einem trockenen Mund oder einem rauen Hals aufwachen, könnten das weitere Anzeichen sein.

Mythos 6: Sie schnarchen zwar, aber fühlen sich gut - ein Arztbesuch ist nicht nötig

Viele Menschen realisieren nicht, dass sie unter einer Krankheit leiden und nehmen die Symptome als normal und gegeben hin. Bevor Sie also sagen, dass alles in Ordnung ist, achten Sie noch einmal genau auf ihr Tagesgefühl:

Fallen Ihnen häufig Konzentrationsschwierigkeiten auf? Sind Sie leicht gereizt und viel Müde? Oft niedergeschlagen oder depressiv? Schlafen sie tagsüber immer wieder kurz ein?

Falls sich diese Symptome bekannt anhören, dann ist ein Gang zum Arzt ratsam. Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten gegen Schlafstörungen und ein gutes Gefühl am Tag und in der Nacht erhöhen die Lebensqualität enorm.

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