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Rückenschmerzen: Wer ist besonders häufig betroffen? Risikogruppen im Überblick

Rückenschmerzen gelten als Volkskrankheit - doch nicht jeder hat das gleiche Risiko, Rückenschmerzen zu bekommen. Wer ist besonders häufig betroffen und welche Risikofaktoren gibt es?
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Büroarbeit kann Rückenschmerzen hervorrufen. Doch es gibt auch andere Risikofaktoren für Rückenbeschwerden. Ein Überblick über die Risikogruppen. Foto:  Inga Kjer/dpa
Büroarbeit kann Rückenschmerzen hervorrufen. Doch es gibt auch andere Risikofaktoren für Rückenbeschwerden. Ein Überblick über die Risikogruppen. Foto: Inga Kjer/dpa

  • Von Rückenschmerzen ist fast jeder Deutsche mindestens einmal im Leben betroffen. Ältere Menschen leiden häufiger an Rückenschmerzen, als jüngere. Frauen häufiger als Männer.
  • Körperliche Belastung im Beruf verursacht häufig Rückenprobleme, doch auch im Büroalltag kann man einiges falsch machen.
  • Physische und soziale Faktoren wie Stress und Armut können Rückenschmerzen verstärken.

Wer leidet eigentlich an Rückenschmerzen? Eine einfache und gleichzeitig doch richtige Antwort auf die Frage ist: Fast jeder. Denn je nach Statistik haben knapp 85 Prozent aller Deutschen mindestens einmal im Leben mit akuten Rückenschmerzen zu kämpfen - immerhin noch 70 Prozent werden laut der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) mindestens einmal pro Monat von Rückenschmerzen geplagt.

Dabei ist laut dem Robert Koch-Institut (RKI) die Rate wahrscheinlich sogar noch höher: Viele Betroffene hätten länger zurückliegende Rückenschmerzen schlicht vergessen oder "wegerklärt" (z.B. Rückenschmerzen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft).

Gleichzeitig greift die Antwort aber auch zu kurz: Denn nicht jeder Mensch hat das gleiche Risiko, Rückenschmerzen zu bekommen. Vielmehr gibt es einige Risikogruppen. Wer besonders häufig "Rücken" hat lesen sie in unserem Überblick.

Steigt das Risiko von Rückenschmerzen mit dem Alter?

Der Verdacht liegt nahe: Da Abnutzungserscheinungen und Fehlbelastungen häufig für Rückenschmerzen verantwortlich gemacht werden, sollten Kreuzschmerzen mit dem Alter zunehmen. Und tatsächlich stellte das Robert Koch-Institut in einer Studie fest, dass die Häufigkeit von chronischen Rückenschmerzen mit dem Alter nahezu linear anstieg.

Interessanterweise nimmt dann das Risiko für akute Rückenschmerzen im höheren Alter aber wieder ab. Warum dies so ist, ist nicht geklärt: Forscher vermuten, dass ältere Menschen die Schmerzen vor dem Hintergrund anderer gesundheitlicher Probleme weniger stark wahrnehmen. Das heißt, es handelt sich wohl eher um eine gefühlte Abnahme - schließlich ist die Wahrnehmung von Schmerzen von Mensch zu Mensch verschieden.

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Sind Frauen häufiger von Rückenschmerzen betroffen?

Ja, in allen Lebensabschnitten leiden Frauen häufiger an Rückenschmerzen als Männer. Gerade in jungen Jahren zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Während nur knapp über 10 Prozent aller Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren über "Rücken" klagten, sind es bei den Frauen über 20 Prozent. Eine mögliche Ursache dafür: Besonders in und nach der Schwangerschaft haben Frauen häufig mit Rückenschmerzen zu kämpfen.

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Leiden auch Kinder und Jugendliche an Rückenschmerzen?

Ja, Rückenschmerzen zählen auch bei Kindern und Jugendlichen zu den häufigsten Beschwerden. Mädchen sind häufiger betroffen - gerade Mädchen haben in der Pubertät immer wieder mit Beschwerden zu kämpfen: Laut dem RKI haben knapp 50 Prozent aller Mädchen im Alter von 14-17 Jahren mindestens einmal im Vierteljahr Probleme mit dem Rücken - bei den gleichaltrigen Jungen sind es unter 40 Prozent.

Auch bei Kleinkindern können schon Rückenbeschwerden auftreten. Allerdings ist ihr Anteil mit knapp 3 Prozent noch sehr gering.

Genetische Risikofaktoren: Sind Rückenschmerzen erblich?

Zwar gibt es für einige seltene Erkrankungen auch genetische Ursachen - der Großteil aller Rückenbeschwerden lassen sich laut RKI jedoch nicht auf die Gene zurückführen. Rückenschmerzen sind also eher selten erblich. Stattdessen zeichnen meist das Verhalten, die Haltung und physische Ursachen für Rückenschmerzen verantwortlich.

Krank durch Arbeit: Steigt das Risiko für Rückenschmerzen durch den Job?

In vielen Fällen hängt das Risiko für Rückenbeschwerden tatsächlich mit dem Job zusammen. Im besonderen Maße gilt das natürlich für körperliche Tätigkeiten: Wer regelmäßig schwere Lasten heben und tragen oder in ungünstigen Körperhaltungen arbeiten muss, klagt häufiger über Rückenschmerzen. Für einige Arbeiten wurden Rückenbeschwerden deshalb in die Liste der Berufserkrankungen aufgenommen.

Ist Büroarbeit schlecht für den Rücken?

Einen klaren Zusammenhang zwischen Büroarbeit und Rückenschmerzen gibt es laut RKI nicht - auch wenn dies der landläufigen Meinung entspricht. Eine falsche Sitzhaltung, einseitiges Telefonieren oder der falsche Schreibtisch können aber sehr wohl Rückenbeschwerden begünstigen.

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Außerdem ist nicht nur die physische Arbeitsentlastung ein Risikofaktor für Rückenschmerzen: Auch eine niedrige Arbeitsplatzzufriedenheit, Stress, Konflikte mit Kollegen und fehlende soziale Anerkennung können Rückenschmerzen verursachen und aus akuten, chronische Beschwerden werden lassen.

Rückenschmerzen: Krank durch Armut?

Wie genau Armut und niedrige Bildung zu Rückenschmerzen führen soll, ist noch nicht geklärt. Allerdings haben Forscher tatsächlich einen Zusammenhang erkannt: So ist das Risiko für schwere Rückenschmerzen bei Menschen mit Hauptschulabschluss in etwa dreimal so hoch wie bein Menschen mit Abitur - und zwar unabhängig davon, welcher Arbeit die Befragten nachgingen. Es lässt sich vermuten, dass auch hier vor allem psychische Gründen zu Rückenschmerzen führen.

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