Die tropische Riesenzecke - Hyalomma-Zecke - soll erstmals in Deutschland einen Menschen infiziert haben. Erstmals soll in Deutschland ein Mensch durch den Stich einer tropischen Riesenzecke an Fleckfieber erkrankt sein. In der Zecke, die den Mann gestochen hatte, sei der betreffende Erreger nachgewiesen worden, teilte die Universität Hohenheim in Stuttgart am Mittwoch mit. Ein Pferdehalter aus dem Raum Siegen (Nordrhein-Westfalen) hatte sich Ende Juli durch eine Hyalomma-Zecke angesteckt. Er konnte erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.

Riesenzecke in Deutschland: Offiziell ein Verdachtsfall

"Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht", sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. "Nun ist auch deutlich, dass eine Übertragung des Zecken-Fleckfiebers durch die Tiere möglich ist", sagte die Forscherin der Deutschen Presse-Agentur. Der Fall des Pferdehalters aus dem Sauerland wird aber offiziell als Verdachtsfall behandelt, weil ein Direktnachweis des Erregers am Patienten nach Angaben der Experten nicht möglich war. Dennoch sind sie sich sicher, dass es sich bei dem Fall um Zecken-Fleckfieber handelt.

Fleckfieber führt beim Menschen zu Hautausschlag und dem Gefühl erhöhter Temperatur, zu Kopf- und Muskelschmerzen und extremen Gelenkschmerzen.

Hyalomma-Zecke: Erstmals in Deutschland entdeckt worden

Eine Zeckenart aus den Tropen ist nun auch in Deutschland entdeckt worden: Die "Super-Zecke" der Gattung Hyalomma kann bis zu fünfmal größer werden als heimische Artgenossen und gilt als Träger einer gefährlichen Erkrankung.

Erkennen kann man die Hyalomma-Zecke an ihren gestreiften Beinen. Die tropische Zeckenart, die hierzulande auch häufig als Super-Zecke bezeichnet wird, breitet sich aktuell wohl auch in Deutschland aus. Experten sind alarmiert.

Wie die Deutsche-Presse-Agentur am Dienstag (11.06.19) mitteilt, hat eine tropische Hyalomma-Zecke nun erstmals nachweislich in Deutschland überwintert. Nach den zuletzt heißen Tagen seien gleich sechs der spinnenartigen Riesenzecken aufgetaucht. Unter anderem auf einem Pferdehof am Niederrhein und auf einem Pferd in Niedersachsen. Diese Information hat die dpa von der Universität Hohenheim sowie dem Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Dienstag.

Hyalomma-Zecke hat in Deutschland überwintert

"Nach den ersten Nachweisen dieses Jahres müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten", sagte die Hohenheimer Parasitologin und Zecken-Expertin Ute Mackenstedt. Überwintern bedeute aber nicht notwendigerweise auch, dass die zu den Milben zählenden Tiere bereits heimisch seien.

Die ersten Funde der Tiere seien in diesem Jahr so früh, dass darauf zu schließen ist, dass die Super-Zecken nicht mit Zugvögeln eingeschleppt wurden, da zu diesem Zeitpunkt noch keine zurück aus dem Süden waren. Ursprünglich kommt die Hyalomma-Zecke mit Zugvögeln nach Deutschland - heimisch ist sie in Trocken- und Halbtrockengebieten von Afrika, Asien und Südeuropa .

"Hyalomma": Die Super-Zecke lebt eigentlich in wärmeren Regionen

Im vergangenen Jahr wurden bereits mehrere Tiere der Gattung Hyalomma in Deutschland gefunden. Sieben an der Zahl hören sich zunächst nicht viel an - doch es ist nicht auszuschließen, dass sich die Horror-Zecken auch in Deutschland ansiedeln und heimisch werden.

 

Tropen-Zecke überträgt gefährliche, gar tödliche Krankheiten

Für den Menschen können die tropischen Zecken sehr gefährlich werden. Borreliose oder der FSME - also die Krankheiten die heimische Zecken übertragen können - sind bislang bei der Tropen-Zecke noch nicht nachgewiesen worden. Doch die Hyalomma-Zecke gilt als wichtiger Überträger des Krim-Kongo-Fiebers, das im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann.

Die Hyalomma-Zecke zählt zu den Jagdzecken, die ihre Opfer bis zu 100 Meter weit verfolgen. Mit ihren langen gestreiften Beinen sind sie schnell. Und obwohl sich die Zecke besonders bei tropischen Temperaturen wohl fühlt, kann sie Minusgrade sehr gut aushalten.

Winterfest: Die Hyalomma-Zecke überlebt sogar bei -40 Grad

Selbst bei Minus 40 Grad überlebt die Super-Zecke. Der bei uns heimische Holzbock wird dagegen bei unter sieben Grad inaktiv.

Im aktuellen Fall hat eine Pferdebesitzerin aus Schleswig-Holstein die gefährliche Super-Zecke am Schweif ihres Pferdes entdeckt, woraufhin sie das Tier ans Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin schickte. Forscher stellten vor Ort fest, dass es sich tatsächlich um die gefährliche Tropen-Zecke handelt. dn/mit dpa

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