• Musik zum Einschlafen: Gesund oder nicht?
  • Was passiert, wenn du zum Einschlafen Musik hörst?
  • Gibt es andere Möglichkeiten, die dir beim Einschlafen helfen?

Leise Hintergrundmusik bei einem romantischen Abend ist mit Sicherheit nicht störend. Doch wie verhält es sich, wenn sie beim Einschlafen läuft? Ist es gesund oder eher ungesund

Wie schläft man am besten ein?

Die meisten von uns kennen es aus Kindheitstagen: Zum Schlafen braucht man Ruhe. Es muss still sein im Schlafzimmer. Auch der Gesetzgeber versucht, uns eine gewisse Stille beim Schlaf zu bescheren. Nachtflugverbote, Lärmschutzverordnungen und die Nachtruhe, die auch in vielen Hausordnungen Bestandteil des Mietvertrages ist. Doch die Frage ist: Muss es wirklich mucksmäuschenstill sein oder nicht? Können sich Musik oder andere entspannende Klänge nicht doch positiv auf den Schlaf auswirken? Und schläft man besser in absoluter Stille oder doch mit einer angenehmen Geräuschkulisse ein? 

Vielleicht kennst du es: Du sitzt, oder liegst, auf der Couch, schaust fern, schließt für einen Moment die Augen und dann läuft auf einmal ein ganz anderer Film als der, den du vorher geschaut hast. Du bist eingeschlafen. Oder du hörst Radio und duselst ein. Manch eine*r macht das bewusst, die Geräuschkulisse sorgt bei ihm dafür, dass er besser einschläft. Doch es gibt dabei ein Problem: Anders als bei einer möglicherweise eher meditativen CD schwankt die Geräuschkulisse bei Fernseher oder Radio oft sehr stark. So kann beispielsweise ein Pistolenschuss dich aus dem Schlaf reißen, du schreckst hoch. Dann ist an Schlaf erst einmal nicht mehr zu denken. Auch weil du vielleicht dann, wenn du wach wirst, den Fernseher noch ausschalten musst. Das kann deinen Schlafrhythmus stören, bringt ihn auf Dauer durcheinander. Moderne Geräte verfügen allerdings über einen Timer, der nach einer gewissen Zeit abschaltet. Doch auch das kann dich möglicherweise aufwecken, da sich das Licht durch den ausgeschalteten Fernseher ändert. Fernseher und Radio sind demnach nicht wirklich geeignet, um dir eine ruhige Nacht zu bescheren. Flimmern und ständig wechselnde Geräuschkulissen sind eher kontraproduktiv. Aber was hilft wirklich?

Am besten geeignet wäre das sogenannte "weiße Rauschen". Dies soll vor allem denen helfen, die absolute Ruhe beim Einschlafen suchen, aber nicht finden. Sei es durch Straßenlärm oder sonstigen externen Geräuschquellen. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, welches ein Rauschen in einem bestimmten Frequenzbereich erzeugt. Damit werden die anderen Geräusche überlagert, das Ohr nimmt das monotone Brummen wahr. Vor allem bei Tinnitus-Patienten wird dieses gerne eingesetzt. Wer unter dem ständigen Pfeifen im Ohr leidet, der weiß, wie schwer es manchmal sein kann, einzuschlafen. Dieses Pfeifen entsteht nicht von außen, lässt sich also mit herkömmlichen Methoden wie Ohrstopfen nicht beseitigen. Alternativ kann man auch einen leisen Ventilator nehmen, der ein monotones Brummen erzeugt ... oder eine schnurrende Katze.

Doch auch Musik kann durchaus, wie bereits erwähnt, hilfreich sein. Dabei steht allerdings weniger Heavy-Metal oder Dance-Pop auf dem Programm, sondern eher ruhige Melodien oder aber eine Geräuschkulisse, wie beispielsweise Meeresrauschen. Dies wird oft auch beim autogenen Training eingesetzt. Dieses Training ist übrigens auch eine Einschlafhilfe. Übrigens: Auch monoton gesprochene Hörbücher sind möglicherweise gut geeignet. 

Sonstige Gadgets und Hilfen

Du brauchst Musik oder ein Hörbuch, um Einschlafen zu können? Dein Partner oder deine Partnerin stört das allerdings? Nun gilt es, einen Kompromiss zu finden. Die moderne Technik kann dir da vielleicht helfen. Neben den "normalen" Kopfhörern, die im günstigsten Fall unbequem sind und im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass deine Ohren wehtun, gibt es inzwischen Gadgets, die dir helfen können.

Als Erstes gibt es Schlafmasken, in denen Ohrhörer eingearbeitet sind und die mittels Bluetooth funktionieren. Richtig angelegt liegen sie genau den Ohren, sodass nur du die Musik oder das Hörbuch mitbekommst. Weiterer Vorteil: Durch das Bedecken der Augen ist es wirklich dunkel. Allerdings benötigst du eine gewisse Eingewöhnung, denn es ist nicht unbedingt jedermanns Sache, eine solche Maske zu tragen. Alternativ dazu gibt es auch Schlafkopfkissen. Dort sind die Lautsprecher im Kissen eingearbeitet, man hat also nichts, was einen am Kopf stört. Nachteil: Auch der Partner oder die Partnerin bekommt die Geräuschkulisse mit. Aber es gibt noch einen Haken bei beiden Varianten: Es gibt keine Studien bezüglich möglicher Gefahren durch die elektromagnetische Strahlung, die davon ausgeht. 

Doch vielleicht hilft dir ein anderer Weg: Schlaftracking. Mittels einer App, von denen es mittlerweile einige gibt, sowie einer Smartwatch oder einer speziellen Unterlage, die unter der Matratze gelegt wird, kannst du die Qualität des Schlafes aufzeichnen. Nach einer Weile kannst du aus den Aufzeichnungen ableiten, welche Zeit möglicherweise die Beste ist, um ins Bett zu gehen oder aufzustehen, sofern das beruflich möglich ist. Einige Apps sind auch in der Lage, dich mittels intelligenter Ohrhörer zur Aufweckzeit mittels spezieller Tonfolgen sanft aus dem Schlaf zu holen und nicht mit einem schrillen Weckton, der deinen Körper am frühen Morgen schon stresst.

Es ist also nicht so einfach, wenn du unter dem Problem leidest, schlecht einschlafen zu können, eine Lösung zu finden. Du musst möglicherweise einiges probieren, bis du die verdiente Nachtruhe findest. 

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